Damit verhöhnt Herr Wiegelmann Opfer sexueller Belästigung und tut ihr Leid als marginal ab. Das ist absolut beschämend!“, reagiert der Landtagsabgeordnete Daniel Mack auf die Erklärungen (Kinzigtal Nachrichten, 25.01.2013) des CDU-Vorsitzenden aus Bad Soden-Salmünster zu einer Kurznachricht auf Twitter.
Wiegelmann hatte die Debatte um den FDP-Spitzenkandidaten Brüderle, dem von einer Journalistin sexuell übergriffiges Verhalten vorgeworfen wird, mit den Worten „Der Zeitpunkt der Veröffentlichung ist wohl mehr als berechnend und vergewaltigt wurde auch niemand!“ kommentiert. Mack hatte umgehend klargestellt, dass sexuelle Belästigung nicht erst bei der Vergewaltigung beginne und sie kein schlechter Herrenwitz sei. Auf diese Kritik hin erklärte der CDU-Politiker, es sei ihm in seinem Tweet lediglich um den Veröffentlichungszeitpunkt des Artikels gegangen.
Mack führt aus: „Herr Wiegelmann versucht seine unsägliche Relativierung sexueller Belästigung einfach unter den Teppich zu kehren, statt sich grundsätzlich für seine Äußerung zu entschuldigen. Seiner Ansicht nach ist überhaupt nichts Schlimmes passiert – selbst wenn die Beschreibungen der Journalistin zutreffen. Das zeugt von einem erschreckenden Weltbild: Demnach sind Frauen als Freiwild sexuell übergriffigem Verhalten schutzlos ausgeliefert, sofern die sexualisierte Gewalt nicht eine bestimmte, in gütiger und alleiniger Weisheit von Herrn Wiegelmann festgesetzte ‚Relevanz‘ erreicht.“
Besonders unerträglich sei es, dass gerade ein junger Politiker auch heute immer noch solche kruden Thesen vertrete, die aus dem vorigen Jahrhundert stammten. Die Geisteshaltung seines Ortsverbandes habe wohl auf den CDU-Vorsitzenden abgefärbt, vermutet Mack. Schließlich zeige Bürgermeister Lothar Büttner seinen öffentlich seinen mangelnden Respekt vor Journalistinnen, indem er sie mit „Mädel“ anspreche.



