Der Landtagsabgeordnete aus Bad Orb verzichtet bewusst auf die Abbildung seines eigenes Konterfeis und hofft dennoch, am 22. September möglichst viele Stimmen für seinen Wiedereinzug in den Landtag zu bekommen. „Das ist das erste interaktive Wahl-Plakat überhaupt“, hat er dafür als Erster eine ganz neue Wahlkampf-Strategie entwickelt.
„Wenn ich mit dem Bus oder mit der Bahn fahre, sehe ich viele Menschen mit ihren Smartphones in der Hand“, kam Mack bei seinen Touren mit Öffentlichen Verkehrsmittel die Idee, bei der Wahlwerbung neue Wege zu gehen. Ganz verzichten wollte er auf Plakate nicht, „denn für die Sichtbarkeit sind sie weiterhin wichtig. Aber jetzt habe ich die perfekte Mischung zwischen analog und digital gefunden“, will der 26-Jährige des Internet ganz bewusst für den Dialog einsetzen. In der Mitte des Wahlplakates, das ganz im Stil der Grünen-Wahlkampagne gehalten ist, befindet sich ein QR-Code, der von Smartphones oder Tablets entweder direkt oder mittels einer App eingescannt werden kann. Eingerahmt wird der Code vom Hessenlöwen aus Pixeln, „eine Kunstgrafik“, wie es Mack bezeichnet. Den Kopf von Mack sucht man auf dem Plakat vergeblich, auch dass er für die GRÜNEN kandidiert, wird nur bildlich dargestellt.
„Hessen wechselt digital“, sind alle, die das Wahlplakat sehen, dazu aufgerufen, gleich ins Internet einzutauchen. „Ich setze auf Themen und nicht auf Köpfe“, sind für ihn die klassischen Wahlplakate langweilig und sollen bei ihm nur noch für den Einstieg in den Dialog dienen. Denn wer einmal auf seiner Seite gelandet ist, kann und soll dort gleich seine eigene Meinung schreiben. „Die Politik des Weghörens ist vorbei. Und ich bin mehr im Dialog mit den Menschen als alle anderen Kandidaten“, habe er im Rahmen seiner „#Netztour“ auch vor Ort den Austausch gesucht. Wahlkampf sei für ihn daher gar nichts außergewöhnliches: „Ich bin permanent den Meinungen anderer Leute ausgesetzt und könnte mir gar nicht vorstellen, nur in einem Büro in Wiesbaden zu sitzen.“ Kommunikation ist dabei für ihn keine Einbahnstraße, „die Zeit des Durchregierens und Weghörens von oben muss zu Ende sein“, will er Bürgerinnen und Bürgern nun die Möglichkeit geben, ihm über die 140 Twitter-Zeichen hinaus ihre Standpunkte oder Fragen zu übermitteln.
500 Plakate hat Mack Druck lassen, für ihn geht das Werben um die Stimmen jetzt richtig los. „Es hat sich in der Vergangenheit gezeigt, dass erst nach dem TV-Duell der Wahlkampf bei jedem angekommen ist“, freut er sich auf die nächsten drei Wochen und ist äußerst optimistisch: „Es wird auch in der nächsten Legislaturperiode einen netzpolitischen Sprecher der GRÜNEN im Landtag geben“, will er sich um dieses Thema, das von allen anderen Fraktionen bislang vernachlässigt worden sei, auch in den kommenden Jahren kümmern. Dass der Gewinn des Direktmandates in seinem Wahlkreis nahezu ausgeschlossen ist, weiß er auch, daher setzt Mack auf den Einzug über die Landesliste. Eine Hürde gilt es dafür aber noch zu überwinden: „Die GRÜNEN müssen regieren und das schaffen wir nur, wenn wir ein Rekordergebnis erzielen“, wäre damit auch sein Wiedereinzug gesichert.



