Eine formale Neuaufnahme der Planungen ist dringend nötig. Schon im November 2010 wurde geprüft, wie groß Bedarf und Kosten des Trassenausbaus denn sind. Damals ist einiges schief gegangen, weil ungünstige Annahmen und Vorgaben gewählt wurden. Deshalb schnitt das für Hanau und den Main-Kinzig-Kreis so dringende Projekt nicht besonders gut ab. Neue Planungen sollten Licht ins Dunkel bringen. Vor dem Hintergrund der neu aufgeflammten Debatte und dem beginnenden Landtagswahlkampf befürchtet Quidde sogar noch Schlimmeres: Die Politik sucht ein Hintertürchen, um die Nordmainische S-Bahn - die schnelle S-Bahn-Verbindung zwischen Hanau, Maintal und Frankfurt - nicht bauen zu müssen. Dabei sei dieses Infrastrukturvorhaben besonders wichtig, um viele Menschen im Main-Kinzig-Kreis von der Wirtschaftsstärke Frankfurts profitieren zu lassen. Dafür dürfe auch die Finanzierung der S-Bahn kein unlösbares Problem sein, gibt Quidde zu bedenken. „Wenn die Neubaustrecke zwischen Frankfurt und Fulda gegen die Nordmainische S-Bahn ausgespielt wird, kommt die Nordmainische S-Bahn unter die Räder - da hat dann niemand etwas davon“, analysiert Quidde.
„Die Wirtschaft im Main-Kinzig-Kreis wird vom Ausbau der Bahntrasse Frankfurt-Fulda profitieren. Deshalb ist auch der kleinste Fortschritt zu begrüßen, z. B. die Neuaufnahme der Planungen. Das ist aber nur ein Trostpflaster, denn viel bringt das noch nicht", meint Dr. Gunther Quidde, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern.
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