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Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in der Heinrich-Hehrmann-Schule

Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in der Heinrich-Hehrmann-Schule
Von links: Bastian Block, Denis Lim, Natalie Zeller, Kristina Fink.

„Die Lehrer und Erzieher geben mir manchmal morgens Anweisungen zur Vorbereitung des Unterrichts. Wir reflektieren im Gespräch das Verhalten der Schülerinnen und Schüler vom Vortag und legen fest, wer für wen zuständig ist. Dann holen wir die Kinder vom Bus ab und holen Frühstück und Heft aus dem Ranzen. Dann beginnt der Morgenkreis“, berichtet Denis, der in einer Mittelstufenklasse der Heinrich-Hehrmann-Schule sein Jahrespraktikum absolviert, über den Start in seinen Arbeitsalltag.

VORSPRUNG - Anruf genuegt

In diesem Schuljahr absolvieren in der Heinrich-Hehrmann-Schule insgesamt vier junge Leute ihr Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ). Dieses stellt für Menschen bis zum 27. Lebensjahr nach Abschluss ihrer Vollzeit-Schulpflicht eine Chance dar, sich selbst persönlich weiterzuentwickeln und anderen zu helfen. Darüber hinaus führen in diesem Schuljahr eine Schülerin der Fachoberschule mit dem Ausbildungsschwerpunkt „Sozialassistenz“ von der Berufsschule Gelnhausen sowie ein Schüler der Konrad-Zuse-Schule Hünfeld ihre Jahrespraktika an drei Tagen der Woche in der Heinrich-Hehrmann-Schule durch. 

Kristina beschreibt ihre Aufgaben so: „Während meines FSJ hole ich die Kinder morgens vom Bus ab und bringe sie nach der Schule wieder hin. Außerdem beschäftige ich mich viel mit den Kindern, indem wir gemeinsam Spiele spielen oder ich sie im Unterricht unterstütze, wenn Hilfe benötigt wird. Ich helfe ihnen bei Aufgaben und versuche, sie bestmöglich zu begleiten. Es macht mir sehr viel Spaß, Zeit mit den Schülerinnen und Schülern zu verbringen, mit ihnen zu spielen oder gemeinsam zu lachen. Besonders schön finde ich es, positive Entwicklungen bei den Kindern zu beobachten und zu wissen, dass ich einen kleinen Teil dazu beitragen konnte.“ Denis ergänzt seine Tätigkeit mit dem Ziel, „die Kinder zur Selbständigkeit anzuregen, z.B. einem Schüler Mut zu machen, indem man ihm seine Lieblingshelden als Motivation vorgibt: ´Schau die Ninjas wollen es auch allein schaffen und Du schaffst das auch´“. Natalie mag es „mit den Kindern etwas zu unternehmen und neue Sachen kennenzulernen“.  

Die Heinrich-Hehrmann-Schule in Schlüchtern wird von Schülerinnen und Schülern mit geistigen und körperlichen Beeinträchtigungen besucht, die unterschiedliche Unterstützungsbedarfe aufweisen. Jede Lerngruppe wird von multiprofessionellen Teams gefördert, die sich aus unterschiedlichen Berufsgruppen (Förderschullehrkräfte, Fachkräfte für soziale Arbeit, pädagogische Fachkräfte, Heilerziehungspflegende) zusammensetzt. Das bietet jungen Menschen vielfältige Möglichkeiten der beruflichen Orientierung:

„Durch mein FSJ habe ich herausgefunden, dass ich mir sehr gut vorstellen kann, später weiterhin in diesem Bereich tätig zu sein. Die Arbeit mit Kindern erfüllt mich und macht mir viel Spaß“, meint Kristina. Auch Denis kann sich vorstellen, „in einer sozialen Richtung zu arbeiten und bewirbt sich gerade für den Beruf der Ergotherapie“.  

Darüber hinaus bietet das FSJ für die persönliche Weiterentwicklung eine große Chance. Bei Natalie hat ihren Angaben zufolge das FSJ einen prägenden Eindruck hinterlassen, der maßbeglich ihren Zukunftsweg beeinflusst: „In der Zeit meines FSJ habe ich gelernt, besser mit Kindern umzugehen und in einem Team zu arbeiten. Ich habe in dieser Zeit gelernt selbstbewusster aufzutreten, und dass ich mehr aus mir herauskomme.“ Bastian pflichtet bei: „Ich kann viel leichter mit Menschen agieren. Der Umgang fällt mir leichter und ich habe mehr Verständnis für sie als früher“.

„Ich habe während meines FSJ viele tolle Menschen kennenlernen dürfen und wertvolle Erfahrungen gesammelt“, ergänzt Kristina. Leon, der sein FSJ bereits in der Werkstatt für Menschen mit einer Beeinträchtigung absolviert hatte, äußert über sein Jahrespraktikum: „Mit den Kindern muss ich ganz anders reden als mit Erwachsenen. Das war eine Umstellung für mich“. Auch Jolina ist dankbar für die vielen Erfahrungen, die sie sammeln durfte: „Es war eine wertvolle und prägende Zeit für mich“.

Dazu gehört es auch, seine eigenen Kompetenzen bewusst wahrnehmen und besser einschätzen zu können. „Ich habe meine Stärken und Schwächen kennen gelernt. Man sieht, was man noch ausbauen kann“, berichtet ein Praktikant auf die Frage nach den Herausforderungen: „Es wird anstrengend, wenn viel auf einmal ist. Viele Kinder können sich engstirnig in eine Sache reinsteigern und brauchen Zeit, um da wieder rauszukommen und sich zu beruhigen. Ich versuche entsprechend einfühlsam mit ihnen zu reden. Sie mögen es beispielsweise nicht immer aufzuräumen. Ich bin da kompromissbereit: Geteilte Arbeit ist geteiltes Leid“.

"Die Mitarbeiter der Heinrich-Hehrmann-Schule freuen sich jedes Schuljahr erneut auf die Zusammenarbeit mit den jungen Menschen. Über die Unterstützung in ihrer schulischen Arbeit hinaus bereichern sie den schulischen Alltag mit ihrem Elan und Engagement. Das FSJ kann über zwei unterschiedliche Bildungsträger – Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) in Fulda oder Deutsches Rotes Kreuz (DRK) Volunta gGmbH in Hanau - durchgeführt werden. Interessenten für ein FSJ können sich jederzeit auch direkt an die Heinrich-Hehrmann-Schule (Telefon: 06661-4091) wenden. Die Schulleitung steht gerne für weitere Beratungen sowie zur Kontaktaufnahme zu den Bildungsträgern zur Verfügun", so Diana Schuchert (Förderschulkonrektorin).

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