Ziel war es, zentrale Orte der bundesdeutschen Demokratiegeschichte unmittelbar zu erschließen und historische Entwicklungen am authentischen Ort nachzuvollziehen. Die Erkenntnisse werden die Schülerinnen und Schüler für die Erarbeitung einer Ausstellung nutzen, die der Frage „Die nationalsozialistische Diktatur – Was haben wir daraus gelernt?“ nachgehen und hierbei auch die BRD und die DDR einbeziehen soll. Finanziert wird das Projekt von dem Internationalen Bund, der seit 2018 Demokratiebildung und Extremismusprävention an Schulen fördert. Dabei werden die Schüler von Respect Coach Tina Georgi begleitet und unterstützt.
Ein Schwerpunkt des Programms lag auf dem Besuch des Hauses der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Die Schülerinnen und Schüler setzten sich dort intensiv mit der politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Entwicklung der Bundesrepublik und der DDR seit 1945 auseinander. Anhand von Originalexponaten, Zeitzeugenberichten und multimedialen Installationen konnten sie zentrale Zäsuren und Kontinuitäten der deutschen Nachkriegsgeschichte analysieren und kritisch reflektieren: „Besonders beeindruckt hat es mich zu sehen, wie die Menschen nach dem Krieg ihr Leben wieder aufgebaut haben, und dass – trotz der Trennung von BRD und DDR – immer noch Hoffnung bestand und nicht nur Trauer und Zerstörung aus der Nachkriegszeit überblieb“, befindet Zehntklässler Octavian Gernand.
„Es ist etwas völlig anderes, die Geschichte nicht nur im Unterricht zu behandeln, sondern sie an konkreten Objekten und Orten zu erleben. Gerade die Alltagsgegenstände haben mir gezeigt, wie nah uns diese Zeit eigentlich noch ist“, berichtet Tabea Schütze aus dem Leistungskurs. Ergänzend dazu besichtigte die Gruppe den Kanzlerbungalow, der als Wohn- und Empfangsgebäude der Bundeskanzler ein bedeutendes Zeugnis politischer Kultur der Bonner Republik darstellt. Die Schülerinnen und Schüler erhielten Einblicke in das Selbstverständnis politischer Führung und die Inszenierung von Macht und Öffentlichkeit in der frühen Bundesrepublik.
„Der Kanzlerbungalow wirkt auf den ersten Blick fast schlicht. Gerade das sagt aber viel über das politische Selbstverständnis der frühen Bundesrepublik aus“, so Jonas Berndt, ein Schüler des Wahlunterrichts Geschichte. Ein weiterer Höhepunkt war das Begehen des sogenannten Wegs der Demokratie. Entlang zentraler Stationen wie dem ehemaligen Bundeshaus und weiteren historischen Orten erarbeiteten sich die Lernenden die räumliche Dimension politischer Entscheidungsprozesse. Dabei wurde deutlich, wie eng politische Institutionen, historische Ereignisse und konkrete Orte miteinander verknüpft sind.
Auch aus Sicht der begleitenden Lehrkräfte war die Exkursion ein Gewinn für den Unterricht. „Die Verbindung von Raum, Objekt und historischer Analyse eröffnet Zugänge, die im Klassenzimmer so nicht möglich sind. Die Schülerinnen und Schüler haben sehr reflektiert und differenziert gearbeitet“, bilanziert Beate Klüber.
Die Exkursion bot den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, theoretisch erarbeitete Inhalte mit konkreten historischen Orten zu verbinden und vertiefte so nachhaltig ihr Verständnis für die Entwicklung der deutschen Demokratie. Gleichzeitig stärkte sie die Fähigkeit, historische Narrative kritisch zu hinterfragen und in größere Zusammenhänge einzuordnen.
Geschichtsinteressierte Schülerinnen und Schüler der HOLA mit ihren Lehrkräften Beate Klüber und Dr. André Griemert.



