Gastgebender Verein war der Geschichtsverein Freiensteinau, dessen Vorsitzender Kersten die zahlreich erschienenen Vertreter der Mitgliedsvereine in der Alten Schule begrüßte. Als Dachorganisation gehören der Vereinigung in Wetteraukreis, Main-Kinzig-Kreis und Vogelsbergkreis 56 Vereine an, davon 22 aus dem Main-Kinzig-Kreis.
Höhepunkt der Tagung war, dass der in der Heimatforschung weithin bekannte Gerhard Blumenroeder aus Gelnhausen einstimmig zum Ehrenschatzmeister mit Stimmrecht im Vorstand ernannt wurde. Nachdem er zum Jahreswechsel sein Amt als Schatzmeister altersbedingt abgegeben hatte, sollte damit auf Vorschlag des Vorstands sein unermüdlicher Einsatz von über einem halben Jahrhundert in verschiedenen Ämtern gewürdigt werden. In seiner Laudatio nannte ihn Vorsitzender Vogel „Seele der Vereinigung“. Er überreichte ihm das Erstexemplar einer vom ebenfalls altersbedingt ausgeschiedenen Schriftführer Behlen aus Niddatal erstellten Dokumentation der Aktivitäten der VfH in den letzten Jahren.
In seinem Rechenschaftsbericht betonte der Vorsitzende, dass auch in diesem Jahr die Bemühungen fortgesetzt werden, um in den drei der Öffentlichkeit verschlossenen Ysenburgischen Archive der Schlösser Büdingen, Meerholz und Wächtersbach in Büdingen (zu unterscheiden von dem zugänglichen dortigen „Gesamtarchiv“) die durch Gesetz vorgeschriebene Öffnung durchzusetzen. Er kündigte eine mit Dokumenten unterlegte Publikation an, mit der er das Thema auf alle 10 „standesherrlichen Archive“ der Region ausdehnen will. In allen sei die Rechtslage die gleiche, denn es handele sich um Archive staatlichen Charakters von früher selbständig regierenden Fürsten und Grafen, die zahlreiche Orte betreffen und deren Öffnung bei der Auflösung der Fideikommisse gesetzlich vorgeschrieben wurde.
Einstimmig verabschiedet wurde der Antrag des Vorstandes, Aufhebung des Fotografierverbotes in den hessischen Staatsarchiven zu fordern. Wie der Vorsitzende ausführte, handelt es sich dabei um Maschinenstürmerei gegen den Verlust von Einnahmen, unter dem Vorwand, es gehe um den Schutz von Dokumenten. Erst seit wenigen Jahren biete die Digitalfotografie die Möglichkeit, beim Lesen von Akten einzelne Seiten in beliebigem Umfang problemlos sofort zu fotografieren und dann in Ruhe daheim am Bildschirm zu studieren, bei Leseschwierigkeiten auch mit Hilfe von Vergrößerung. Früher hätte man von so etwas geträumt, einen solchen Fortschritt jetzt aus fiskalischen Gründen zu verhindern, sei Behinderung der Forschung. Der Vorsitzende erzielte einen Lacherfolg, als er eine Kamera von oben über Schriftstücke hielt und die Frage stellte, wie man auf diesem Weg auf den Zustand von Schriftstücken Einfluss nehmen könne. Das Gegenteil sei doch wohl der Fall, da sie dann nicht weiter angefasst werden müssten.
Ebenfalls einstimmig wurde ein Antrag von Schriftführerin Schuldt verabschiedet. Die Kreisausschüsse von Vogelsberg-, Wetterau- und Main-Kinzig-Kreis werden aufgefordert, in der jeweiligen Kreisverwaltung bei der Unteren Denkmalschutzbehörde einen Arbeitsplatz mit Zugang zum Programm "Airborne Laserscan" einzurichten, der außer der jeweiligen Behörde auch ehrenamtlichen Heimatforschern zur Verfügung steht.
Nach von den Landfrauen ausgerichtetem Kaffee und Kuchen führte zum Abschluss Peter Kauck vom Geschichtsverein Birstein durch den „Dom des Vogelsbergs“ in Unterreichenbach, der Pfarrkirche von Preußisch Radmühl. Die traditionelle Herbsttagung der Vereinigung für Heimatforschung findet in diesem Jahr am Sonntag, 21. September 2014, im Wetteraukreis beim Geschichtskreis Florstadt im Sale Lux in Nieder-Florstadt statt.
Foto: Gerhard Blumenröder mit der Dokumentation der Aktivitäten der VfH in den letzten Jahren.



