In diesem Jahr konnte der 1. Vorsitzende, Michael Göllner, Andreas Mohr aus Büdingen begrüßen. Mohr gilt als Spezialist für die Wildart Rebhuhn.
„Das Rebhuhn hat es in unserer Landschaft zunehmend schwerer“, so der leidenschaftliche Naturschützer und Jäger bei seiner Einführung in das Thema. Dass das Rebhuhn wie auch andere Niederwild- und Vogelarten auch in Zukunft noch eine Chance hat, treibt Andreas Mohr in besonderem Maße um. Das Rebhuhn wird in Deutschland zwischenzeitlich in der Roten Liste als „stark gefährdet“ eingestuft. Seit Beginn der 70er Jahre ist der Bestand dramatisch eingebrochen. Als Hauptursachen gelten unter anderem die Intensivierung und Technisierung der Landwirtschaft. Die Bewirtschaftung wird immer großflächiger und sie Getreideernte ist in wenigen Tagen vorbei. Nach der Ernte verbleibt auf den Flächen kaum noch Nahrung für den Hühnervogel. “ Will man dem Niederwild insgesamt helfen, muss dem entgegen gewirkt werden, “ so Andreas Mohr. Mohr macht dabei verschiedene Bereiche aus, die sich wesentlich verändert haben und wo was getan werden muss.
Zum einen hat sich der Lebensraum durch immer größere Ackerschläge verändert. In den ersten Lebenswochen braucht das junge Rebhuhn viel tierisches Eiweiß. Durch den Mangel an Insekten und Körnern, die abgeernteten Felder werden meist gleich wieder bearbeitet, fehlt es dann schlichtweg an Nahrung. „Dem können wir aber entgegen wirken“, sagt Andreas Mohr. „Durch Blühstreifen können die Lebensräume signifikant verbessert werden“. Wir müssen aber auch bereit sein, beim Nahrungsmangel Abhilfe zu schaffen und durch zu füttern zu begegnen.
Schließlich sind es auch die Prädatoren, also die Räuber wie Fuchs, Dachs und Waschbär die den Rebhühnern das Überleben schwer machen. Schließlich werden wir nur Erfolg haben, wenn wir es schaffen, die Beutegreifer zu reduzieren. Andreas Mohr hält es insbesondere für wichtig, dort, wo noch stabile Rebhuhnvorkommen beobachtet werden, aktiv zu werden und diese zu erhalten und zu fördern. „Ist das Rebhuhn einmal im Revier verschwunden, wird es sehr schwer werden, eine Wiederansiedlung erfolgreich durchzuführen“.
Andreas Mohr verstand es, das interessierte Fachpublikum zu begeistern und in seinen Bann zu ziehen. Die Naturlandstiftung, die das Rebhuhn ja in ihrem Logo trägt würde sich freuen, wenn von der Veranstaltung ein weiterer Anstoß ausgegangen ist, dieser und anderer bedrohten heimischen Art im Überlebenskampf zu helfen.



