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„SOwieDAheim“ bewirbt sich um Deutschen Alterspreis

„SOwieDAheim“ bewirbt sich um Deutschen Alterspreis

Die Leitstelle für ältere Bürger im Main-Kinzig-Kreis hat sich mit dem Modellprojekt „SOwieDAheim“, bei der Robert-Bosch-Stiftung um den Deutschen Alterspreis 2014 beworben.

Morgenpost

Mit dem Deutschen Alterspreis 2014 zeichnet die Robert Bosch Stiftung die besten Ideen im und für das Alter aus. Der Deutsche Alterspreis ist mit insgesamt 120.000 € dotiert und steht unter der Schirmherrschaft der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Manuela Schwesig.

Die qualitätsgesicherte Tagespflege im Main-Kinzig-Kreis wird in Kooperation mit der Alzheimer Gesellschaft umgesetzt. Die Idee, dass hilfe- und pflegebedürftige Menschen in ausgewählten Privathaushalten an einzelnen Wochentagen für die Dauer von etwa fünfeinhalb Stunden in familiärer Atmosphäre betreut werden, findet große Resonanz. Dadurch werden die Angehörigen für einige Stunden entlastet und in ihrer Pflegebereitschaft unterstützt. Die Betreuung findet in kleinen Gruppen statt. Jeweils zwei geschulte Personen kümmern sich um bis zu fünf Gäste und öffnen dafür ihren Privathaushalt. Zuvor werden sie von Fachkräften des Main-Kinzig-Kreises geschult. Insgesamt 70 Stunden Theorie und 30 Stunden praktische Ausbildung gehören zur Vorbereitung. Außerdem erfolgt gerade zu Beginn eine enge Begleitung durch die Fachkräfte.

Aufgrund der demographischen Entwicklung wird die Zahl der älteren  hilfs- und pflegebedürftigen Menschen in den kommenden Jahren deutlich zunehmen, deren Betreuung und Versorgung stellt Angehörige und beruflich Pflegende vor wachsende Herausforderungen. Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, neue abgestufte Formen der Betreuung zu entwickeln, die den Verbleib in der gewohnten Umgebung möglichst lange ermöglichen. „Eine neue Kultur des Helfens ist erforderlich, die als eine Art der Koproduktion zwischen Angehörigen, Professionellen und Freiwilligen beschrieben werden kann“, hebt Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler hervor. „Wir sind von dem Konzept überzeugt und erzielen eine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung damit“.

Die häusliche Tagespflege dient zum Schutz vor Isolation und Vereinsamung, der Förderung der Fähigkeiten, Stärkung der Persönlichkeit, des Selbstwertgefühls und der Orientierung der Gäste. Die Gäste fühlen sich wohl, erleben Gastfreundschaft und familiäre Atmosphäre. Als Gäste können hilfe- und leichtpflegebedürftige ältere Menschen, demenzkranke Menschen und Menschen mit psychischen Erkrankungen, wie zum Beispiel Depressionen betreut werden. In jedem Fall sind es Menschen, die mobil sind und für die der Aufenthalt in einem Gasthaushalt eine Verbesserung ihrer Lebenssituation bringen kann.

Die qualitätsgesicherte Tagespflege  ist ein niedrigschwelliges Angebot, das vor allem auf bürgerschaftliches Engagement setzt. Die Zielgruppe der Betreuungspersonen sind Menschen die Interesse am Bürgerschaftlichen Engagement haben, mit Schwerpunkt auf Menschen über dem 50. Lebensjahr, insbesondere Hausfrauen, Teilzeitbeschäftigte und Rentner. Derzeit bieten 23 Gasthaushalte häusliche Tagespflege im Main-Kinzig-Kreis an. In diesen sind etwa 56 Gastgeberinnen und Betreuungspersonen tätig. Etwa 100 Gäste werden betreut. Die meisten der Betreuer sind seit mehreren Jahren dabei. 

Lebensqualität und Teilhabe von älteren, hilfs- und pflegebedürftigen Menschen, insbesondere Menschen mit Demenz und deren Angehörige entscheiden sich vor Ort in den Kommunen. Das Modellprojekt „SOwieDAheim“ orientiert sich daran durch die Bereitstellung eines dezentralen Angebotes. Die Gasthaushalte befinden sich in den kreisangehörigen Kommunen, sowohl im ländlichen als auch im städtischen Bereich.  Die Gäste, die Gastgeberinnen und Betreuungspersonen kommen in der Regel aus der direkten Nachbarschaft, so bleiben die Bindungen mit dem örtlichen Umfeld erhalten.

Das Projekt hat großes Medieninteresse ausgelöst, Beiträge in Funk und Fernsehen. Ziel des Projektes ist die Voraussetzung für die Überführung in die Regelversorgung zu schaffen. Auf der Grundlage des Projektes wurde die Idee der Häuslichen Tagespflege in Germeringen in Bayern erfolgreich übernommen. Zudem  der Verein „Der rote Faden“ in Luzern, Schweiz, ebenfalls das Angebot übernahm und die Landkreise Tuttlingen sowie Nordfriesland prüfen derzeit die Finanzierungs- und Umsetzungsmöglichkeiten

„Mit der Bewerbung um den Deutschen Alterspreis bei der Robert-Bosch-Stiftung würde die einzigartige Arbeit, die getragen wird von Kompetenz, Einsatz und innovativen Ideen, eine weitere Bestätigung erfahren“, so Sozialdezernentin Susanne Simmler.

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