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Windkraft-Debatte in Bad Orb: Stadt fordert komplette Neubewertung

Windkraft-Debatte in Bad Orb: Stadt fordert komplette Neubewertung

Die Kurstadt Bad Orb nimmt laut einer Pressemitteilung den jüngst bekannt gewordenen bevorstehenden Verkauf des europäischen Onshore‑Geschäfts des dänischen Energieunternehmens Ørsted zur Kenntnis. Ørsted hatte eine Vereinbarung mit Copenhagen Infrastructure Partners (CIP) über die Veräußerung seines europäischen Onshore‑Portfolios bekanntgegeben. Der Verkauf soll im zweiten Quartal abgeschlossen werden. Mit diesem Schritt schließt das Unternehmen sein angekündigtes Programm zum Verkauf von Vermögenswerten wie geplant ab, um seine finanzielle Schieflage zu korrigieren.

„Diese Entwicklung ist ein bedeutender Einschnitt und zugleich eine neue Ausgangslage“, erklärt Bad Orbs Bürgermeister Tobias Weisbecker (CDU). „Unsere vor einiger Zeit geäußerten Sorgen angesichts der Negativschlagzeilen um Ørsted waren offensichtlich nicht unbegründet. Das Unternehmen musste sein Onshore-Geschäft nun verkaufen. Das ist geglückt, wirft aber neue Fragen auf: Doch der Eigentümerwechsel eröffnet auch die Chance, die wirtschaftlichen Grundlagen der bislang diskutierten Onshore‑Windenergieprojekte noch einmal neu und unvoreingenommen zu betrachten. Es ist anzunehmen, dass der neue Eigentümer eine Neubewertung der bestehenden Projekte vornehmen wird und muss.“

Nach den der Stadt Bad Orb vorliegenden Daten und Bewertungen sei die Wirtschaftlichkeit der in der Diskussion stehenden Windenergievorhaben im Bereich des Horstbergs mehr als fraglich, auch wenn immer wieder anderes behauptet werde. Insbesondere standortbezogene Faktoren, planerische Rahmenbedingungen sowie wirtschaftliche Annahmen geben laut Bürgermeister Weisbecker Anlass zu einer erneuten, kritischen Prüfung. Wichtig sei daher auch der geplante Bürgerentscheid: "Ich will, dass unsere Bürgerinnen und Bürger jetzt konkret ihre Meinung zu dieser Zukunftsfrage für Bad Orb sagen können!” Die Vorbereitungen würden Bürgerentscheid laufen, es werde auch noch eine übersichtliche Information für alle Bürgerinnen und Bürger geben, kündigt Weisbecker an.

„Mit einem neuen Inhaber besteht die Möglichkeit, offen und sachlich über die tatsächliche wirtschaftliche Tragfähigkeit solcher Projekte zu sprechen. Wir hatten auf der Arbeitsebene den Austausch gesucht, aber leider hat man uns nicht mehr geantwortet. Jetzt erklärt sich, warum bei Ørsted Schweigen im Walde war“, so Weisbecker weiter. Unabhängig davon betont der Bürgermeister, dass die strategische Ausrichtung der Kurstadt Bad Orb unverändert bleibt: „Die konsequente Weiterentwicklung Bad Orbs zu einem modernen Gesundheits‑ und Kurstandort hat für uns höchste Priorität. Wir können in Bad Orb beides: Energiewende mit Solar und Wasserstoff gestalten und den modernen Gesundheitsstandort weiterentwickeln. Nur einen industriellen Windpark brauchen wir hier vor Ort an unserem Horstberg nicht.“

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