




Und dafür stehen auch die diesjährigen Preisträger. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis in ging diesmal zum einen an die Autoren Heiner Boehncke aus Maintal und Hans Sarkowicz aus Gelnhausen sowie an die Tänzerin und Choreographin Monica Opsahl aus Schlüchtern. Einen Sonderpreis erhielten die Eheleute Heide Buhmann und Hanspeter Haeseler vom Verein KUKI in Schlüchtern und der Nachwuchsförderpreis ging an die Hanauer Künstlerin Katharina Reschke.
Hessische Leuchttürme, Schatzsucher oder echte „Strippezieher“: Boehncke und Sarkowicz liefern seit den früheren 1970er Jahren gemeinsame Publikationen ab, die es längst bis in die Deutsche Nationalbibliothek geschafft haben. „Ihre Bücher sind wissenschaftlich exakt recherchiert, dabei in der Regel aber so geschrieben, dass sie echtes Leservergnügen bereiten“, lobte Simmler in ihrer Laudatio die beiden Autoren und bekam prompt ein Kompliment zurück. „Für eine Politikerin sind sie unheimlich witzig und charmant“, tauchten beide bei ihrer humorvollen Dankesrede ausnahmsweise mal nicht in die vergangenen Jahrhunderte ab. „Literaturlandschaft Main-Kinzig“, lautete ihr Idee für eine weitere Bereicherung der Kulturszene im Kreis, berühmte Persönlichkeiten gäbe es dafür schließlich genug.
„Wer ist eigentlich diese tolle Frau?“, fragte Monica Opsahl, nach dem Laudator und Juryvorsitzender Prof. Dr. Heinz Schilling ihren Lebensweg eindrucksvoll geschildert hatte. Seit 2001 lebt sie in Schlüchtern, betreibt dort eine Ballettschule und hat ihre neue Heimat offenbar schon längst ins Herz geschlossen: „Ihr Deutschen seid fantastische Menschen“, wurde einmal mehr deutlich, dass Kultur keine Grenzen kennt. Die Arbeit mit ihren Schülern konnten die Gäste der Preisverleihung live erleben: Die Tanzformation „Artodance“ zeigte gleich mehrere Darbietungen, vom schießwütigen Frauenheld James Bond bis zum Clown, der eben immer lachen muss.
Das haben Heide Buhmann und Hanspeter Haeseler in ihrer Dankesrede auch getan: Inzwischen blicken sie auf über 22 Jahre Kino- und Kulturarbeit in Schlüchtern zurück, das vom Verein KUKI jeden Sommer in einem Zirkuszelt veranstaltete Sommer-Film-Festival hat längst über die Grenzen des Main-Kinzig-Kreises hinweg einen Namen. Beide freuten sich ganz besonders, dass erstmals auch die Filmkunst einen Preis eingeheimst hat, für Laudatorin Dorothee Müller haben beide einen Zukunftstraum Wirklichkeit werden lassen, „der von vielen getragen wird und der viele unendlich bereichert“.
Ein Traum ist auch für Künstlerin Katharina Reschke in Erfüllung gegangen. Die 26-jährige Hanauerin studiert zwar noch Kunstgeschichte in Frankfurt, für Laudatorin Simmler hat sie ihren Weg zu einer etablierten Künstlerin aber „schon recht weit beschritten“. Vorgeschlagen wurde sie von Kulturpreisträger Joerg Eyffert, ihre Inspirationen holt sie sich übrigens unter anderem bei einem Spaziergang auf der Zeil, die dort zum Verkauf stehenden Vasen oder Champagnerkübel werden von ihr dann auf die Leinwand gebracht.
Über 120 Personen aus dem Main-Kinzig-Kreis haben inzwischen den Kulturpreis erhalten, diesmal hatte die Jury insgesamt 16 Vorschläge auszuwerten. „Allesamt Persönlichkeiten, die in unserer Region und darüber hinaus ihre Spuren hinterlassen“, war nicht nur Simmler mit der Auswahl in diesem Jahr zufrieden.
Foto (von links): Matthias Schmitt (Kulturamt MKK), Matthias Zach (Kreisbeigeordneter), Prof. Dr. Heinz Schilling (Juryvorsitzender), Monica Opsahl (Kulturpreisträgerin), Susanne Simmler (1. Kreisbeigeordnete), Heide Buhmann und Hanspeter Haeseler (Sonderpresi), Katharina Reschke (Nachwuchsförderpreis), Heiner Boehncke und Hans Sarkowicz (Kulturpreisträger).


