Das höchste Lob der Landfrauen aus Roßdorf lautete: „Wie in der Kindheit“.“ Es galt einer Hausmacher Leberwurst, bei der alles stimmte und die die ebenfalls positiv bewerteten anderen Würste einfach in den Schatten stellte. Sonst zeigten die Verbraucherinnen, die regelmäßig zur Ergänzung des Fachurteils eingeladen werden, auch eine Vorliebe für deftige Kost. Sie lobten einen Presskopf in der Blase für seine kräftige Pfeffernote, und auch die Chiliknacker waren ihnen nicht zu scharf. Allein bei einer Fleischwurst wurde der typische Rauchgeschmack als zu schwach eingestuft. Auch die Fachprüfer zeigten sich von der Qualität der von 17 Betrieben eingereichten Produkte überzeugt, schrieben aber auch manchen Schwäche in die Bewertungsbögen.
Bei einem Bierschinken verwiesen sie auf Sehnenanteile an der Einlage, gaben der saftigen und nicht zu festen Wurst aber die volle Punktzahl. Ohne Abzug verdiente sich auch eine Wiener mit knackigem Biss und würziger Bouillonnote das Qualitätssiegel, ebenso ein Schweinewürstchen mit erkennbarem Paprikaanteil in Farbe und Aroma. Besonderes Lob gab es für einen Presskopf im Spießdarm für die gute Abstimmung von Fleisch- und Würzgeschmack, die sich durch leichte Trocknung voll entfaltet hatten. Bei einer Hausmacher Leberwurst wurde die beißige Rauchnote bemängelt, bei einer Delikatessleberwurst die cremige Beschaffenheit und der prägnante Lebergeschmack positiv angemerkt. Eine Hausmacher Blutwurst erschien etwas weich, eine andere perfekt in Konsistenz und Würzung. Eine Gelbwurst aber fiel nicht allein mit zu großen Lufteinschlüssen, sondern auch mit einem untypischen Geschmack und zu festem Biss auf.
Bei der Begrüßung hob Obermeisterin Daniela Roß hervor, wie wichtig den Betrieben die Meinung der Verbraucherinnen sei. Die ausdrücklich erbetene Kritik fiel – wie schon gesagt – höchst sparsam aus. Und in der sensorischen Bewertung erreichten alle 45 Proben die für die Urkunde erforderliche Punktzahl, und 24 wurden ohne jeden Abstrich für sehr gut befunden.
Foto: Obermeisterin Daniela Roß (hintere Reihe, 1. von links) stellte den Landfrauen die Fachprüfer vor und bat um ein ehrliches Urteil. Foto-Quelle: Richter



