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Nach Ausbildung übernommen: Handicap spielte keine Rolle

Nach Ausbildung übernommen: Handicap spielte keine Rolle

Menschen mit Behinderung ausbilden und einstellen? Warum eigentlich nicht.

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handicap antonhandicap anton1Das Traditionsunternehmen Josef Anton aus Freigericht hat einen behinderten jungen Mann ausgebildet und danach übernommen. Unterstützung dafür gab es von der Agentur für Arbeit Hanau.

Josef Anton führt ein Familienunternehmen in der dritten Generation. Als Spezialist für die Renovierung und Modernisierung von Treppen sowie Balkon- und Terrassenbelägen hat das Unternehmen einen soliden Ruf in der Region. Gemeinsam mit Ehefrau Franziska sowie drei Mitarbeitern hat Josef Anton gut zu tun.

Als ein Auszubildender für’s Büro gesucht wurde und sich Jan Kappauf - ein junger Mann mit Handicap - bewarb, überlegt der Firmengründer nur kurz: „In einem kleinen Unternehmen wie meinem kommt es auf jeden Mann und auf jede Frau an. Jan hatte gute Noten, ein überzeugendes Auftreten und machte einen positiven Eindruck. Meine Frau und ich waren beide davon überzeugt, dass er zu uns passt.“ Jan Kappauf hat aufgrund einer angeborenen Erkrankung einen Grad der Behinderung von 100. Er benötigt Gehhilfen und hat Probleme beim Greifen und Schreiben. Für die Ausbildung zum Bürokaufmann sind das aber keine unüberwindbaren Hindernisse.

Mit Hilfe des technischen Beraters der Agentur für Arbeit wurde der Arbeitsplatz im Freigerichter Büro behindertengereicht ausgestattet. Die Kosten dafür trugen die Arbeitsagentur und der Landeswohlfahrtsverband Hessen. Der Arbeitgeber erhielt darüber hinaus einen Zuschuss zur Ausbildungsvergütung. 

Arbeitsvermittlerin Anja Hüller von der Hanauer Arbeitsagentur freute sich, als Jan Kappauf seine Ausbildung erfolgreich abschloss und sich abzeichnete, dass er übernommen werden würde: „Es war toll, wie sich das Unternehmen und der Auszubildende aufeinander eingespielt hatten.“ Der 20-jährige hat sich während der drei Jahre seiner Ausbildung bewährt und kannte das Familienunternehmen mittlerweile wie seine Westentasche. Der Arbeitsplatz war auf seine Bedürfnisse zugeschnitten und er fühlte sich wohl.

Josef Anton: „Die Behinderung spielte schnell keine Rolle mehr. Herr Kappauf gehört ganz selbstverständlich zu uns, weil er seine Arbeit hervorragend erledigt, sehr kundenorientiert und absolut zuverlässig ist. Darauf kommt es uns an.“ Um besondere Aufwendungen finanziell abzufedern, zahlt die Agentur für Arbeit noch eine gewisse Zeit einen Zuschuss zum Gehalt, den sogenannten Eingliederungszuschuss.

„Wir sind sehr froh, dass wir Herrn Kappauf bei uns haben“, betont der Firmeninhaber abschließend. „Durch seine positive Lebenseinstellung und seine Ausstrahlung ist er eine Bereicherung für uns alle. Wir lernen jede Menge von ihm. Das ist mit Geld gar nicht zu bezahlen.“

Das Unternehmen erhielt 2011 vom Hessischen Sozialministerium den Landespreis für beispielhafte Integration schwerbehinderter Menschen. Jan Kappauf war sogar als Ehrengast bei der diesjährigen Verleihung dabei, als „Paradebeispiel“ für erfolgreiche Integration nach der Ausbildung.

„Es zeigt sich in der Praxis immer wieder“, so Anja Hüller, „dass Menschen mit Behinderung am Arbeitsplatz zuverlässig und leistungsbereit sind. Ein Handicap ist am Ende oft völlig belanglos.“

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