"Produzierende Unternehmen leiden stark unter dem gesamtwirtschaftlich schlechten Marktumfeld und hohen Energie- sowie Personalgesamtkosten. Die Unterbrechung globaler Lieferketten hat insbesondere die Automobilindustrie in den vergangenen Jahren stark getroffen und die Material- sowie Teilekosten deutlich erhöht. Die Konkurrenz aus China verschärft die Situation und die Automobilzulieferer leiden unter dem verlangsamten Absatzwachstum bei Elektroautos. Insgesamt muss sich die Woco Group auf niedrige Absatzzahlen, Verschiebungen bei neuen Fahrzeugmodellen sowie -plattformen und damit auf stark reduzierte Produktionsvolumina einstellen. Die Automobilhersteller stehen vor der gleichen Herausforderung, was zu einer Unterauslastung ihrer und unserer Werke führt. Maßnahmen wie Kurzarbeit an verschiedenen Standorten, die Einführung der 4-Tage-Woche in der Zentrale und internationale Werksschließungen konnten zwar das Ergebnis stützen, aber keine adäquate Kostenstruktur erreichen. Die konjunkturelle Schwäche ist stärker als die Kostensenkungen. Auch in den nächsten Jahren ist mit stagnierenden bis rückläufigen Absatzzahlen zu rechnen. Eine wesentliche Rolle spielt dabei die Wettbewerbspolitik der USA, die durch Zölle die Wettbewerbsfähigkeit von Zulieferern und Kunden belasten wird. Um auch in Zukunft bestehen zu können und den Herausforderungen des Marktes gerecht zu werden, sind weitere Maßnahmen erforderlich", heißt es in der Pressemitteilung.
Und weiter: "Unsere Produktionsstätten in Bad Soden-Salmünster und Steinau sind unter diesen Bedingungen nicht wettbewerbsfähig und erwirtschaften bei zukünftig hohem Investitionsbedarf defizitäre Ergebnisse. Daher wurde beschlossen, diese Produktionsstandorte bis 2027 zu schließen. Die Verlagerung der Produktion erfolgt in mehreren Wellen, abhängig von Kundenfreigaben und dem Auslaufen der Serienaufträge. Rund 150 mit der Produktion verbundene Stellen werden wegfallen. Die Verkleinerung der Produktionskapazitäten und das anhaltend schlechte Marktumfeld führen zusätzlich zu einem Stellenabbau in der Zentrale. Als Folge dieser Entwicklungen werden zukünftig die meisten gewerblichen Ausbildungsberufe, darunter Kunststoff- und Kautschuktechnologe sowie Elektroniker für Betriebstechnik, nicht mehr angeboten. Die technischen und kaufmännischen Ausbildungsberufe wie Technischer Produktdesigner oder Industriekaufmann bleiben bestehen. Alle laufenden Ausbildungsverhältnisse werden regulär zu Ende geführt. Die Gespräche mit der Arbeitnehmerseite beginnen ab sofort. Für die Gesellschafter und Geschäftsführung ist es selbstverständlich, mögliche harte Auswirkungen auf das notwendige Maß zu beschränken und sozialverträglich zu gestalten. Details werden in den kommenden Gesprächen ausgearbeitet."
Die Woco Group hat ihren Hauptsitz in Bad Soden-Salmünster, wo sowohl die Zentrale als auch die Produktionsstätte Bad Soden-Salmünster angesiedelt sind. Eine weitere Produktionsstätte befindet sich im benachbarten Steinau an der Straße. Die Woco Group ist ein mittelständisches Familienunternehmen und weltweit tätiger Hersteller von Produkt- und Systemlösungen zum Dämpfen und Dichten sowie zur Fluidsteuerung unter anderem von Batterieelektrischen Fahrzeugen und beliefert hauptsächlich die Automobilindustrie. Die vielfältigen Lösungen kommen darüber hinaus in zahlreichen weiteren industriellen Anwendungsbereichen zum Einsatz, zum Beispiel in der Bahntechnik, in Rohrleitungen sowie in der Mess- und Regelungstechnik. Die Woco Group erzielte 2023 mit ca. 4.600 Mitarbeiter/innen einen Umsatz von 600 Mio. Euro.
Die Woco Group schließt ihre Produktionsstätten in Bad Soden-Salmünster und Steinau (hier das Werk in Bad Soden-Salmünster). © Woco Group




Stellen Sie sich vor, dank des Mercusur Abkommens, importieren wir Rohstoffe aus Südamerika, um bei uns Elektroautos zu bauen.
Dafür exportieren wir Verbrenner Autos nach Südamerika, die dann dort gefahren werden.
Dort freut man sich, nicht den Elektro krempel fahren zu müssen.
Die Deutschen wollen keine Elektroautos, die kaum Reichweite haben, ewig an der Ladesäule stehen, im Winter noch weniger Reichweite haben und eine Menge Geld kosten.
Und nach wenigen Jahren wertlos sind, weil niemand wegen der Akkus ein gebrauchtes Fahrzeug möchte.
Darum bricht der Markt in Deutschland ein.
Lohnnebenkosten, Produktionskosten, hohe Energiekosten und noch viel mehr geben der Marktwirtschaft den Rest.
Selbst günstige Elektroautos aus China haben in Deutschland einen sehr schlechten Stellenwert auf dem Markt und verkaufen sich schlecht.
Die Bevölkerung wollen dies nicht, darum, auch die Wahlklatsche an die Grünen.
Aber Hauptsache ohne Sinn und Verstand schön die eigene Informationsbubble nachgeplappert.
Ich bitte aber drum, gerade bei dem Punkt "Zukunftsfähigkeit" frei von Ideologie und "hätte wäre wenn" Habeck Sprüchen zu argumentieren.
"Sie sind nicht Pleite, sondern hören nur auf zu Produzieren" oder "Wenn sich das Windrad aufgrund Windmangel nicht dreht, brauchen wir mehr Windräder" hatten wir schon zur Genüge.
Wir querfinanzieren die ganze Industrie über das Dienstwagenprivileg bereits mit einer unseriösen Summe aus Steuergeldern. Klar, wenn wir alle uns jedes Jahr einen Neuwagen gönnen läuft der Laden wieder, aber solange das nicht geschieht und man sich Bestenfalls "den günstigen Jahreswagen" holt kriegt man hier nicht die Arbeitsplätze erhalten.
Das ist komplett unabhängig vom Thema ICE vs BEV. Beim BEV kommt noch dazu das wichtige Teile der Wertschöpfungskette gar nicht in DE liegen und die Hersteller damit nicht ihr normales "Subunternehmer-auspressen" Schema der letzten 30 Jahre weiterfahren können. Wir brauchen auch weniger Kutschenbauer als um 1910 herum.
Wenn nun das Angebot an E-Autos groß ist, die Nachfrage aber gering, wird das Konsequenzen haben.
Der Markt fing an, zusammenzubrechen, als die E-Autos jedem aufgezwungen wurden.
Verbrenner werden immer weiter Strafbesteuert, dass niemand sich solche ein Fahrzeug mehr leisten kann.
Zitat:Ein absolut sinnfreier Vergleich.
Der Wandel der Autoindustrie bezieht sich auf den Antrieb.
Innenausstattung, Verkleidungen, Reifen... bleibt.
Also weshalb sollen Zulieferer für z.b. Türverkleidungen nicht mehr benötigt werden.
Aber dennoch machen auch diese Zulieferfirmen dicht, weil sie sich die Produktion nicht mehr leisten können.
Ansprüche der Kundschaft ans Infotainment steigen ebenfalls (wieso ruckelt das HMI aber mein 5 Jahre altes Smartphone nicht?). Fahrassistenzsysteme entwickeln sich weiter und kosten ebenfalls (z.B. das automatische bewegen und steuern des Fahrzeugs im Stau ist ein Segen für Pendler). Konkret hat hier VW mit Cariad sehr viel Geld verbrannt und muss nun über ein teures Joint Venture mit Rivian die Technik im Ausland einkaufen.
Der Vergleich war natürlich überspitzt, aber nicht unsinnig: Will niemand einen Audi in Frankreich, kann der Zulieferer mit seinen Audi Türverkleidungen nichts anfangen. Und da auch maßenweise Entwicklungsarbeit an Zulieferer abgewelzt [wurde] ist deren Risiko groß wenn nicht die erwartete Menge der Teile abgesetzt wird. Continental und teilw. Bosch können ein Lied von singen.
Ihre erwähnten Extrafunktionen sind in Elektroautos genauso vertreten wie in Verbrenner Fahrzeugen verbaut.
Es macht dabei keinen Unterschied, da wie ich schon geschrieben habe, von einem Wandel die Firmen betroffen sind, welche auf der Seite des Antriebs tätig sind.
Sie begründen den Stellenabbau mit dem Wandel, was aber so nicht ganz stimmt.
Da sich die deutsche Automobilindustrie auf die Elektrosache fixiert, leiden auch die Zulieferfirmen unter dem schlechten Absatz.
Das liegt nicht am Wandel der Zeit, dass niemand mehr Pferdekutschen braucht, sondern dass wie schon erwähnt Türverkleidungen nicht benötigt werden, wenn niemand ein Elektroauto kauft.
Auch im Teileverkauf scheint man weniger holen zu können aufgrund der geringeren Komplexität des Antriebssystems und seiner Verschleißteile, aber diese Info hab ich von Opel und sie ist schon ein paar Jahre alt, kann sich mittlerweile also wieder ins positive für die Hersteller gedreht haben.