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Modellprojekt gestartet: Kostenlose Schnelltests auf Fentanyl und Nitazene

Modellprojekt gestartet: Kostenlose Schnelltests auf Fentanyl und Nitazene
Nachgestellter Aufbau eines Schnelltests für Fentanyl.

Seit dem 1. Januar 2026 stellt das Diakonische Werk Hanau-Main-Kinzig im Rahmen eines Modellprojekts kostenlose Schnelltests auf Fentanyl und Nitazene zur Verfügung.

Mit diesem Angebot reagiert die Einrichtung auf die zunehmende Verbreitung hochpotenter Opioide (u.a. als Beimengung in herkömmlichen Opioiden wie Heroin) im Drogenkonsum und möchte Konsumierende besser schützen, beraten und begleiten. Fentanyl und Nitazene gelten als extrem wirksame synthetische Opioide. Bereits kleinste Mengen können lebensgefährlich sein. Das neue Angebot soll Menschen, die konsumieren, ermöglichen, Substanzen schnell, anonym und unkompliziert zu überprüfen – und zugleich einen Zugang zu Beratung und Unterstützung bieten.

Niedrigschwellig, anonym, lebensrettend

Die Schnelltests sind kostenlos, freiwillig und funktionieren ähnlich wie die bekannten Corona-Schnelltests: Nach wenigen Minuten liegt ein Ergebnis vor – ohne Labor, ohne bürokratische Hürden, ohne Datenerfassung. Die Testvergabe ist in die bestehende offene Sprechstunde integriert und bietet Raum für vertrauliche Gespräche über Konsumverhalten, Risiken, Safer Use sowie weiterführende Hilfen.

Wissenschaftliche Begleitung und klare Projektziele

Die dreimonatige Testphase wird wissenschaftlich begleitet. Qualitative Interviews mit Klient*innen und Beratenden sollen Aufschluss darüber geben,

  • wie das Angebot angenommen wird,
  • wie häufig Fentanyl oder Nitazene in Hanau und dem Main-Kinzig-Kreis tatsächlich vorkommen,
  • und welche Unterstützungsbedarfe sich daraus ergeben.

Ziel ist es, Risikoberatung und Prävention weiter zu verbessern, Trends frühzeitig zu erkennen und Handlungsempfehlungen für Fachstellen, Präventionsbehörden und Kooperationspartner*innen abzuleiten. Perspektivisch soll das Angebot ausgebaut und – sofern gesetzliche Änderungen dies erlauben – langfristig auch die Testung vor Ort ermöglicht werden, um eine sichere Datengrundlage zu schaffen.

„Mit diesem Projekt setzen wir ein starkes Zeichen für akzeptierende Suchthilfe und für den Schutz von Menschen, die konsumieren“, sagt Samuel Mergenthal, stellvertretender Geschäftsführer des Diakonischen Werks Hanau-Main-Kinzig. Hannah Pfister, Mitarbeiterin in der Ambulanten Suchtberatung ergänzt „Die Schnelltests bieten nicht nur Sicherheit, sondern eröffnen vor allem Gespräche: über Risiken, über Alternativen, über Unterstützung. Unser Ziel ist es, Überdosierungen zu verhindern, wodurch Leben gerettet werden können, und Menschen in herausfordernden Lebenslagen nicht allein zu lassen.“

Über das Diakonische Werk

Das Diakonische Werk Hanau-Main-Kinzig bietet ein umfangreiches Beratungsangebot für Ratsuchende an. Es umfasst Sozial- und Lebensberatung, Suchtberatung, Schuldnerberatung, Flüchtlingsberatung, Migrationsberatung, psychologische Beratung und Betreutes Wohnen für Menschen mit einer Abhängigkeitserkrankung.

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Nachgestellter Aufbau eines Schnelltests für Fentanyl.

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