Die Sporthalle der Haupt- und Realschule in Birstein ist als Notunterkunft für Geflüchtete aus der Ukraine einsatzbereit. Gleiches gilt für die Mehrzweckhalle in Hanau-Mittelbuchen, in Kürze soll auch noch die Sporthalle der Heinrich-Böll-Schule in Bruchköbel hinzukommen. Die ersten Menschen aus der Ukraine werden am Donnerstag (24.03.2022) erwartet.
Zugewiesen werden sie von den Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes Hessen. Von dort geht es zunächst zu einem Sammelplatz in Linsengericht, anschließend dann entweder in eine der Hallen oder in ein Hotel. Auch das Jugendzentrum Ronneburg wird weiterhin für die Unterbringung von Geflüchteten genutzt. Laut Landrat Thorsten Stolz (SPD) ist die dezentrale Verteilung der schutzsuchenden Menschen auch eine Erfahrung aus dem Flüchtlingszustrom 2015/2016. Damals war zunächst die August-Schärttner-Halle in Hanau als zentrale Unterkunft eingerichtet worden. Diese wurde bislang ausgespart, sollte allerdings der Main-Kinzig-Kreis vom Land aufgefordert werden, eine Erstaufnahmeeinrichtung aufzubauen, wird diese dort eingerichtet.
In der Halle in Birstein können maximal 240 Menschen untergebracht werden. Anders als vor sieben Jahren wurden diesmal kleine Kammern aufgebaut, um somit auch eine Privatsphäre zu gewährleisten. Sanitäre Einrichtung sind in der Sporthalle, die auch als Katastrophenschutz-Halle eingestuft ist, vorhanden, zur Verköstigung wird die Mensa der Schule genutzt. Die Schüler werden derweil anderweitig versorgt, was laut Angaben von Konrektor Tilo Franke kein Problem sein wird. Der Sportunterricht findet ab sofort im Freien statt, was auch für die nahe Grundschule gilt. Der SV Birstein stellt dafür Teile seiner Umkleidekabinen zur Verfügung.
Betrieben wird die Notunterkunft von einem privaten Unternehmen, die Musleh GmbH betreibt auch zahlreiche Corona-Testzentren im Kreisgebiet. Eine Test- und Impfstation wird auch in den Unterkünften eingerichtet. Ein Sicherheitsdienst wird rund um die Uhr im Einsatz sein, die Geflüchteten erhalten eine Zugangsberechtigung (Bändchen) für die Halle. Bislang wurden circa 2.000 Menschen aus der Ukraine im MKK registriert, davon waren fast 40 Prozent minderjährig, circa 15 Prozent sogar jünger als sieben Jahre. Der Kreis wird ein Tag vor der Zuweisung informiert, welche Personengruppe kommen, so dass auf Krankheitsfälle oder pflegebedürftige Menschen reagiert werden kann.
Aus den Notunterkünften sollen die Geflüchteten in Wohnungen vermittelt werden, wie schnell dies gehen wird, ist ungewiss, ebenso wie lange die Unterkünfte betrieben werden müssen, was natürlich vor allem von der Dauer des Krieges in der Ukraine abhängig ist. Landrat Stolz geht allerdings davon aus, dass noch weitere Sporthallen im Kreis genutzt werden müssen. Insgesamt wird aktuell mit der Aufnahme von circa 6.000 Geflüchteten aus der Ukraine kalkuliert. Die Finanzierung soll von Bund und Land übernommen werden, allerdings liegen dazu auch noch keine genauen Informationen vor.



