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KSC Hanau erfolgreich bei Europameisterschaft

KSC Hanau erfolgreich bei Europameisterschaft

Am vergangenen Wochenende fanden in Gleiwitz in Polen die Europameisterschaften im Ju-Jutsu Fighting statt.

Harth & Schneider

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Dabei wurde die Brüder-Grimm-Stadt Hanau in der Nationalmannschaft bis 94kg vom Sportler des Jahres 2017 Max Strauch und in der Gewichtsklasse plus 94kg von Simon Roiger, beides Athleten des Kampf- und Sportclubs Hanau 2012, vertreten. Am Freitag kämpfte die Gewichtsklasse bis 94kg und Max Strauch startete in seinem ersten Seniorenjahr gleich mit einem großen Turnier. Dankenswerter Weise haben ihn die Nationaltrainer gleich nominiert. Im ersten Kampf stand Strauch dem Paris Open Sieger 2018, Mikhail Kostiuk aus Russland gegenüber. Max Strauch startete phänomenal den Kampf punktete mit einer geraden Schlaghand auf Ippon und warf anschließend den Russen mit einer großen Innensichel ebenfalls auf Ippon. Beim Stand von 4:1 lag Strauch überraschend deutlich in Führung. Im weiteren Verlauf des Kampfes, verlor Max Strauch die Linie und ging zu schnell in Part zwei über. Es gelang dem Russen ebenfalls Strauch auf Ippon zu werfen und dann auch noch am Boden zu halten. So gewann der Russe den Kampf nach 2 Minuten noch mit technischer Überlegenheit. Aber Strauch steckte nicht auf. In der Trostrunde fegte er zunächst den Rumänischen Meister mit technischer Überlegenheit von der Matte und stand im darauffolgenden Trostrundenkampf dem Russischen Kämpfer Musin Nikita, dem Weltranglistendreißigsten, gegenüber. Es war ein harter Kampf, den Max Strauch dieses Mal konzentriert über Part eins dominierte und am Ende eines ansträngenden Kampfes souverän mit acht Punkten Vorsprung gewann. Im nächsten Kampf traf er dann auf den Polen Thomasz Debrzynski. Der Kampf entwickelte sich erneut zu einem sehr schweren Kampf, den Strauch aber in Part eins wieder dominierte. Es gelang ihm dann auch den Polen, der ein starker Part zwei Kämpfer ist, zu werfen. Aus einer vom Polen angesetzten Haltetechnik am Boden konnte sich Strauch mit Einsatz von Technik und Kraft gekonnt herausdrehen. Der Lohn war der Sieg und der Einzug ins kleine Finale, dem Kampf um Platz drei. Hier traf er erneut auf seinen ersten Gegner des Tages, den Russen Mikhail Kostiuk. Dieses Mal gelang es Strauch, den Kampf offener zu gestalten und ihn über die komplette Kampfzeit zu führen. Nach Ablauf der Kampfzeit verlor Max Strauch den Kampf mit 12:5 Punkten, war dabei dieses Mal aber enger an einem Sieg dran, als es den Anschein erweckt. Trainer Jens Gottwald jubelte: „Das war ein toller Wettkampf von Max, mit dem ich hoch zufrieden bin. In seinem ersten Seniorenjahr hat Max bewiesen, dass er zur Europäischen Spitze gehört. Der Kampfverlauf um die Bronzemedaille war wesentlich enger, als es die Punkte hergeben. Darauf können wir aufbauen und er kann auf den fünften Platz stolz sein.“

Am Samstag ging dann Simon Roiger in der Gewichtsklasse plus 94kg an den Start. Im ersten Kampf traf er wie bei den Paris Open 2018 auf den Französischen Meister Regis Levrel. Allen war klar, dass gleich im ersten Kampf eine große Aufgabe auf Roiger wartete. So entwickelte sich von Anfang an der erwartet schwere Kampf gegen den Franzosen, der dieses Mal nicht wie in Paris gegen Roiger verlieren wollte. Doch Simon Roiger hielt von Anfang an dagegen und es gelang ihm sogar den einen Kopf größeren Franzosen auf Ippon mit kleiner Innensichel zu werfen. Am Ende der Kampfzeit gewann Simon Roiger den anstrengenden Kampf mit 9:7 Punkten. Trainer Jens Gottwald: „Der Sieg war wichtig und von Simon toll heraus gekämpft. Was mir nicht gefallen hat, waren die einfachen Punkte, die Simon zugelassen hat, aber das werden wir noch abstellen. Naja und dann könnte man auch Lospech sagen, denn nach diesem harten Kampf gegen den Französischen Meister, wartete im zweiten Kampf der Weltranglistenerste und Lokalmatador aus Polen.“ Der 130kg Modellathlet Rafal Riss aus Polen war dann die zweite harte Aufgabe, die Roiger zu bewältigen hatte. Simon Roiger hielt erbittert gegen die harten Attacken des Polen und es gelang dem Polen zunächst nicht Roiger zu werfen. Simon Roiger dominierte Part eins und es entwickelte sich ein verbissener Kampf. Simon Roiger lag kurz vor Ende der Kampfzeit mit 2 Punkten zurück und versuchte den Polen mittels Ausheber zu werfen, er setzte alles auf eine Karte, schaffte dies aber nicht und wurde gekontert und anschließend von Riss am Boden festgehalten. Der Kampf war für Roiger verloren. „Das war ein ganz enges Ding und Simon hat gesehen, dass er wieder ganz oben in der Weltspitze angekommen ist. Gegen diesen Spitzenkämpfer so zu verlieren ist keine Schande. Mit Kleinigkeiten, die wir ändern müssen, hätte Simon auch diesen Kampf gewinnen können. Ein weiteres gutes Zeichen ist, dass Riss nach dem Kampf völlig erschöpft auf der Bank lag und Simon noch topfit aussah. Simon ist auf einem sehr guten Weg!“, so ein zufriedener Trainer Jens Gottwald. Im nächsten Kampf traf Roiger auf Komnen Jeftic aus Montenegro, den er förmlich in 50 Sekunden von der Matte fegte. Ein Treffer mit der Schlaghand zum Ippon, ein geworfener Ausheber und eine vollzogene Haltetechnik bedeuteten den Sieg durch technische Überlegenheit. Im kleinen Finale traf Simon Roiger dann auf den Polen Arnold Ratajski. In diesem Kampf ging Roiger mit 5:1 Punkten in Führung und alles sah nach einem deutlichen Sieg aus. Doch dann wurde am Boden eine Haltetechnik, die Simon angesetzt hatte, aus unerklärlichen Gründen vom Hauptkampfrichter abgebrochen. Diese Fehlentscheidung führte dazu, dass der Pole immer besser in den Kampf fand und am Ende der Kampfzeit zum 9:9 ausglich. Allerdings stand die Unterwertung noch auf Sieg für Simon Roiger und es hätte gerade noch zum Sieg gelangt. Doch dann mit der letzten Aktion wurde Roiger auch noch mit einer nicht erklärlichen Verwarnung belegt und plötzlich Stand es 9:11 gegen ihn. Aufgrund der Fehlentscheidungen wurde ihm, auch nach Einschätzung vieler anderer Trainer eindeutig die verdiente Bronzemedaille vorenthalten. Trainer Jens Gottwald kommentierte das Geschehen: „Es war ärgerlich, denn Simon war der Sieger und hätte die Medaille verdient gehabt. Allerdings sind viele Entscheidungen der Kampfrichter so schnell zu treffen, dass man Fehler auch verzeihen muss. Natürlich hatte der Hauptkampfrichter beim Abbruch des Haltegriffes einen Blackout, das darf nicht passieren, aber es ist nicht zu ändern und Simons fünfter Platz nach vier Jahren Pause und zwei schweren Operationen ist eine herausragende Leistung. Er hat dieses Jahr in Angers in Frankreich gewonnen, beim Grand Slam in Paris den dritten Platz erkämpft und bei der Europameisterschaft den fünften Platz. Er muss jetzt sein Trainingspensum weiter steigern und dann gilt es bei der Weltmeisterschaft erneut anzugreifen.“ Auch für die Bundestrainer hat sich Simon Roiger innerhalb eines Jahres enorm gesteigert und ein tolles Turnier gekämpft. Aus Hanau gratulierte der erste Vorsitzende des KSC Hanau: „Glückwunsch an Max Strauch und Simon Roiger um Heim- und Erfolgstrainer Jens Gottwald. Das ist erneut international eine herausragende Leistung und zwei fünfte Plätze bei einer Europameisterschaft sind ein tolles Ergebnis. Wieder einmal wurde die Sportstadt Hanau im Ju-Jutsu vom KSC Hanau würdig vertreten.“

Foto (von links): Jens Gottwald , Simon Roiger und Maximilian Strauch.

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