Die qualifizierten Kämpfer aus dem Saarland, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Hessen standen auf der Matte, um sich für die Deutschen Meisterschaften 2017 zu qualifizieren. Dabei feierten die Brüder-Grimm-Städter sieben Meistertitel, zwei Silbermedaillen und drei Bronzemedaillen. Das herausragende dabei ist, dass sich alle zwölf Athleten des Kampf- und Sportclub Hanau damit für die Deutschen Meisterschaften qualifiziert haben. Leider haben Nadine Clemen, Felix Strauch und René Botzem verletzungs- und krankheitsbedingt gefehlt.
An diesem Wettkampftag mussten zu erst die Kämpfer bis 77kg auf die Matte. In dieser Gewichtsklasse gingen mit Sebastian Uhlendorf, Patrick Sagorski und Jan Deparade, der erst kürzlich die Hessischen Polizeimeisterschaften gewann, gleich drei Kämpfer des KSC Hanau auf die Matte. Sebastian Uhlendorf dominierte die Gewichtsklasse und stand nach den gewonnen Vorrundenkämpfen seinem jungen Vereinskollegen Patrick Sagorski gegenüber. Dieser hatte zuvor in seinem Pool auch alle Kämpfe gewinnen können. Am Ende ging Uhlendorf mit 10:5 Punkten als Sieger von der Matte. Erfreulich war, dass Jan Deparade sich erfolgreich auf den dritten Platz vorkämpfte, indem er gegen Matthias Voltmer aus dem Saarland mit technischer Überlegenheit gewann. Trainer Jens Gottwald wörtlich: „Es ist toll, dass sich alle Athleten bis 77kg qualifizieren konnten, damit habe ich nicht gerechnet. Jan hat sich heute in Part 1 erneut gesteigert. Für alle drei freue ich mich riesig.“
Als nächstes kämpfte die Gewichtsklasse bis 69kg mit dem eindeutigen Favoriten Kevin Crichton vom KSC Hanau. „Das Turnier lag ungünstig. Nach dem großen Erfolg der Paris Open eine Woche zuvor benötigte Kevin einige Tage Pause, er hat trotzdem leicht trainiert, um dann erneut wieder für die West-Deutschen Meisterschaften Gewicht zu machen. Sich dann erneut hochkonzentriert zu motivieren, ist gar nicht so einfach. Kevin hat dies hervorragend gelöst!“, bilanziert Trainer Jens Gottwald. So war es beachtlich, dass er gegen sehr gute Nachwuchsathleten wie Alexander Kricsanowitz aus Wiesbaden, Rosario Gandolfo aus Limburg und Timo Kunert aus Saarbrücken jeweils mit technischer Überlegenheit den Kampf gewann. Im letzten Kampf stand er dann seinem ehemaligen Teamkollegen Elias Bruhn gegenüber, der berufsbedingt nach Siegen umgezogen ist. Auch diesen Kampf dominierte Kevin Crichton und gewann ihn mit 7:2 Punkten. Nach diesem Auftritt konnte er verdient die Goldmedaille in Empfang nehmen und hat die Deutschen Meisterschaften fest im Blick. Dann griff Kim Gottwald ins Geschehen in der U18 bis 57kg ein. Kim Gottwald präsentierte sich an diesem Tag in bestechender Form und gewann ihre vier Kämpfe souverän mit technischer Überlegenheit. Dazu zählten u.a. ihre ehemalige Finalgegnerin der Deutschen Meisterschaften 2015 in der U15 Jule Peters und ihre Finalgegnerin der diesjährigen Hessenmeisterschaften, Sina Block, aus Offenbach.„Kim hat heute zu jedem Zeitpunkt vermittelt, dass sie die Kämpfe gewinnen will, sie ist heute ähnlich dominant aufgetreten wie ihre erfahrenen und älteren Teamkollegen. Ich bin sehr stolz auf meine Tochter, wie sie den Druck gemeistert hat und sich so dominant präsentiert hat.“, stellt Trainer Jens Gottwald heraus. Ebenfalls qualifiziert für die Deutschen Meisterschaften der männlichen U18 bis 73kg ist erstmals ihr Teamkollege Fabian Mey, der sich verdient die Bronzemedaille sicherte.
In der sehr stark besetzten Gewichtsklasse bis 62 kg der Herren musste sich Martin Cichon im Finale erneut nur dem Bundeskaderathleten Jan Pommert geschlagen geben. Seine drei anderen Kämpfe gewann Martin Cichon.
Timon Kaeppel sicherte sich anschließend in der U21 bis 62kg genauso seinen West-Deutschen Meistertitel wie Nikola Angelovski in der U 21 bis 69 kg. Beide Athleten zeigten technisch hochwertige Kämpfe und ließen ihren Gegnern keine Chance. Insbesondere Nikola Angelovski war nach dem frühen WM aus in Griechenland wieder in bestechender Form und präsentierte sich hoch konzentriert. Alle seine drei Kämpfe gewann der Brüder-Grimm-Städter mit technischer Überlegenheit. Beide sicherten sich verdient für ihre Leistungen die Goldmedaille.
Zum ersten Mal seit seinem WM-Finale im November 2014 ging Simon Roiger über 94 kg wieder auf die Matte. Verletzungsbedingt musste er aufgrund einer Hüftoperation und aufgrund einer Schulteroperation zwei Jahre pausieren. Seit Ende letzten Jahres befindet er sich wieder im Training und hat sich gezielt auf diesen Tag vorbereitet. Den ersten Kampf hatte er gegen einen erfahrenen Athleten, Marx Möller, vom Sportverein Fuhrpach. Simon Roiger war keinerlei Nervosität sondern nur absolute Konzentration anzumerken. Von Anfang an übernahm er die Kampfführung und dominierte Part 1. Nach ungefähr einer Minute warf er dann seinen Gegner und kontrollierte ihn danach mit einem Haltegriff am Boden. Dies bedeutete technische Überlegenheit. Im zweiten Kampf traf er auf Alexander Helwich vom JJC Offenbach, dem er hochmotiviert nicht den Hauch einer Chance lies. Nach klaren Treffern in Part eins drehte er in Part 2 blitzschnell ein und warf seinen Gegner auf Ippon. Am Boden hielt er diesen dann erneut mit einem Haltegriff und der Kampf war nach 30 Sekunden zu Ende. Simon Roiger: “Es hat einfach nur Spaß gemacht!“. Trainer Jens Gottwald war froh: “Bei Simon hat alles gehalten, man konnte sehen, dass er sich wohlfühlt. Ich freue mich für ihn ganz besonders und bin mir sicher, dass er die Weltspitze noch einmal aufmischen kann. Jetzt werden wir das Training weiter intensivieren und uns auf die Deutschen Meisterschaften konzentrieren. Dem Team hat er zwei Jahre gefehlt“.
Besonders hervorzuheben ist noch, dass sich auch Kevin Junker in der U21 bis 77kg ebenfalls für die Deutschen Meisterschaften in Limburg qualifizierte. Trainer Jens Gottwald insgesamt mehr als zufrieden: „Alle meine Athleten haben sich heute verbessert präsentiert. Mit den Leitungen bin ich absolut glücklich. Wir werden die verbleibenden Wochen weiter zielstrebig arbeiten. Unsere volle Aufmerksamkeit gilt nun dem Jahreshöhepunkt den Deutschen Meisterschaften.“ Über dem Abschneiden der gesamten Mannschaft konnte der anwesende erste Vorsitzende des Kampf- uns Sportclub Hanau, Sebastian Bartholomäus, einfach nur strahlen: „Glückwunsch an das Team und Erfolgstrainer Jens Gottwald. Was ich gesehen habe waren großartige Athleten. Bei den Senioren und der U21 ist der KSC Hanau der erfolgreichste Verein in West-Deutschland. Jahr für Jahr dieses Niveau abzurufen ist etwas ganz besonderes. Wir haben Hanau heute wieder einmal würdig im Sport vertreten!“
Die Platzierungen im Überblick:
West-Deutsche Meister:
Kim Gottwald, U18, -57kg
Timon Kaeppel, U21, -62kg
Nikola Angelovski, U21, -69kg
Max Strauch, U21, -94kg
Kevin Crichton, -69kg
Sebastian Uhlendorf, -77kg
Simon Roiger, +94kg
Vize-Meister:
Patrick Sagorski, -77kg
Martin Cichon, -62kg
Drittplatzierte:
Fabian Mey, U18, -73kg
Kevin Junker, U21, -77kg
Jan Deoarade, -77kg
Foto (von links): Max Strauch, Jan Deparade, Marin Cichon, Kevin Junker, Timon Kaeppel, Patrick Sagorski, Nikola Angelovski, Trainer Jens Gottwald, Kim Gottwald, Fabian Mey, Kevin Crichton, Sebastian Uhlendorf und Simon Roiger.



