Demnach sind im Main-Kinzig-Kreis 138.905 Sportler in 575 Sportvereinen organisiert (Stand 01.01.2013). Dies bedeutet eine Verringerung um 588 organisierte Sportler gegenüber Januar 2012. Damit ist mehr als jeder dritte Bürger des Kreises Mitglied in einem Sportverein. Sportlich aktiver sind die Männer: 81.805 Männer zu 57.100 Frauen.
Auch die Altersstruktur ist sehr gemischt; nach wie vor ist die stärkste Gruppe die der Jugendlichen unter 18 Jahren. Nach Ansicht des Sportkreisvorsitzenden Stefan Bahn ist dies ein Beweis, dass die Sportvereine mit großem Engagement eine hervorragende Arbeit mit den Kinder und Jugendlichen leisten und hier einen unverzichtbaren Beitrag für die Gesellschaft bringen. „Gerade das verstärkte Engagement der Sportvereine im Schulalltag (Ganztagsschule/G8) ist gar nicht hoch genug anzurechnen“, lobt der Sportkreisvorsitzende das ehrenamtliche Engagement der Vereine.
Geringe Mitgliederzahlen haben die Sportvereine traditionell in der Gruppe der 27-40 jährigen. Im Zeitraum seit 2003 bis heute ging den Sportvereinen fast ein Drittel der Mitglieder in der größten Altersklasse verloren. Sportkreisvorsitzender Stefan Bahn erklärt dies mit veränderten Arbeitsbedingungen, mit mehr Flexibilität, individualistischem Sportverhalten. „Die Sportvereine konkurrieren hier in zunehmendem Maße mit Fitnessstudios.“ Sportvereine können kaum flexibel reagieren, hätten feste Hallenzeiten, müssen die Sportstätten mieten. „Die großen Mehrspartenvereine haben starken Zulauf“, so Stefan Bahn weiter, „diese verfügen über eigene Hallen und hauptamtliches Personal. Die Großvereine können sich durch eine Differenzierung des Angebotes in zeitlicher und inhaltlicher Hinsicht auf die Veränderungen einstellen.“
Starke Zuwächse haben die Sportvereine in der Gruppe der über 40 jährigen und am deutlichsten bei Menschen über 61 Jahre. Die sogenannten „Jungen Alten“ seien fit genug, sie wollen Bewegung in der Gemeinschaft, so Stefan Bahn. Diese Altersgruppe hätten besondere Bedürfnisse: Gesundheitssport, Krebsnachsorge und Herz-Kreislauf Sport. Hierauf müssten sich die Vereine einstellen und die bestehenden Strukturen hinterfragen, denn 60 jährige benötigen andere Sportstätten als 20jährige. Hier kämen weitere große Herausforderungen auf die Vereine zu, so Bahn.
00 – 18 Jahre: 42.665 ( -735)
19 – 26 Jahre: 12.976 (+177)
27 – 40 Jahre: 17.654 ( -363)
41 – 60 Jahre: 38.037 ( -567)
61 – älter: 27.573 (+900)
Tabelle: Mitglieder der Sportvereine nach Alter sortiert
Bei den beliebtesten Sportarten kommt Turnen vor Fußball und Tennis (Auflistung Fachverbände mit mehr als 1.000 Sportlern). Hierbei ist festzustellen, dass Sportarten wie z.B. Schwimmen sehr von den durch die Kommunen zur Verfügung gestellten Hallenzeiten abhängig sind. Hier gibt es in vielen Vereinen Wartezeiten, da die Belastungsgrenze für die Bahnen erreicht ist.
Turnen: 39.733 Sportler
Fußball: 33.954 Sportler
Tennis: 8.399 Sportler
Schießen: 6.715 Sportler
Leichtathletik: 5.704 Sportler
Handball: 4.948 Sportler
Tischtennis: 4.947 Sportler
Tanzen: 3.800 Sportler
Reiten: 3.589 Sportler
Bergsteigen, Klettern: 3.540 Sportler
Schwimmen: 3.269 Sportler
Behindert- u. Reha: 2.566 Sportler
Volleyball: 1.862 Sportler
Golf: 1.663 Sportler
Ski: 1.596 Sportler
Kegeln: 1.080 Sportler
Tabelle: Lieblingssportarten der Sportler im Sportkreis Main-Kinzig
Bei den größten Sportvereinen haben sich die Mitgliederzahlen nicht groß verändert, mitgliedsstärkster Verein ist nach wie vor die TG 1837 Hanau a. V. mit 3.671 Mitgliedern vor der Sektion Hanau des Deutschen Alpenvereins mit 3.441 Mitgliedern. Insgesamt haben im Main-Kinzig-Kreis inzwischen 23 Sportvereine mehr als 1.000 Mitglieder. „Der Trend geht zu weiteren Fusionen und damit größeren Sportvereinen,“ so Sportkreisvorsitzender Stefan Bahn, „dies ist auch den immer größeren Herausforderungen an die meist ehrenamtliche Führung eines Vereins zu sehen.“ Ab einer gewissen Mitgliederzahl ist die Beschäftigung von Mitarbeitern für das Vereinsmanagement möglich, die die ehrenamtlichen Vorstände entlasten, so der Sportkreis Main-Kinzig. Nur so kann sich der organisierte Sport den Herausforderungen der Zukunft stellen.
1. (1) Turngemeinde 1837 Hanau a.V 3.671 (- 100)
2. (2) Deutscher Alpenverein Sektion Hanau e.V. 3.441 (+ 160)
3. (4) SG Bruchköbel 1868 e.V. 1.869 (+ 60)
4. (3) TV "Grundstein zur Einigkeit" Windecken e.V. 1.866 (- 80)
5. (5) Turnverein 1886 Langenselbold e.V. 1.719 (- 36)
6. (6) Turngemeinde 1882 Dörnigheim e.V. 1.620 (- 47)
7. (8) Turn- und Sportgemeinde Erlensee 1874 e.V. 1.616 (+ 31)
8. (7) Turnverein 1969 Roßdorf e.V. 1.557 (- 40)
9. (9) Turnverein 1868 Bad Orb e.V. 1.517 (- 36)
10. (10) Turnverein 1861 Gelnhausen e.V. 1.429 (- 27)
11. (11) Turnverein 1903 Salmünster e.V. 1.417 (+ 45)
12. (13) Turnverein 1892 Hailer e.V. 1.317 (+ 48)
13. (12) Turnverein 1906 Wächtersbach e.V. 1.330 (- 37)
14. (14) Turngesellschaft 1891 Niederrodenbach e.V. 1.220 (- 12)
15. (17) Turnverein 1861 Schlüchtern e.V. 1.199 (+ 15)
16. (15) Turnverein 1893 Lieblos e.V. 1.197 (- 23)
17. (21) 1. Hanauer Tennis- und Hockeyclub e.V. 1.186 (+ 70)
18. (20) Turnverein 1887 Oberrodenbach e.V. 1.111 (- 20)
19. (16) Turnverein 1897 Steinau 1.109 (- 89)
20. (19) Turnerschaft 1886 Bischofsheim e.V. 1.103 (- 45)
21. (18) Turnverein 1884 Großkrotzenburg e.V. 1.076 (- 96)
22. (neu)Turn- und Sportverein 1872 Klein-Auheim e.V. 1.041 (+ 61)
23. (22) Turn- und Sportverein Rodenbach e.V. 1.037 (- 25)
Tabelle: Sportvereine im Sportkreis Main-Kinzig größer 1.000 Mitgliedern (mit den Veränderungen gegenüber Vorjahr)
Auch interessant ist Ausübung von verschiedenen Sportarten in einem Sportverein: so sind 439 der 575 Sportvereine sogenannte Einsparten Vereine, zwei Sportarten werden in 71 Vereinen, drei Sportarten in 24 Vereinen und 4 Sportarten in 19 Vereinen betrieben. Acht oder mehr Sportarten werden lediglich in fünf Sportvereinen angeboten, wie die Statistik aufzeigt.
Der Sportkreis betont, dass die Sportvereine im Sportkreis Main-Kinzig mit dem Breitensport eine Plattform schaffen, um die Gesellschaft zusammenzuhalten und Menschen unterschiedlichster Herkunft und aller gesellschaftlichen Schichten zusammenbringen. „Die hohen Mitgliederzahlen in den Sportvereinen des Sportkreises zeigen sehr deutlich, wie umfassend sich die Vereine mit aktuellen gesellschaftlichen Situation und Veränderungen auseinandersetzen. In keiner anderen Bürgerbewegung begegnet man beispielsweise Fragen der Demografie, der Integration und Inklusion so umfassend, wie das im Sport geschieht. Ich bin stolz auf die Sportvereine, stolz auf die vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern in den Vereinen, ohne die all dies nicht möglich wäre,“ erklärte Sportkreisvorsitzender Stefan Bahn.
Abschließend betont der Sportkreis, dass die Leistungen der Sportvereine in vielen gesellschaftlichen Feldern nicht in den Hintergrund gedrängt werden dürfen. Politik, Sport und Wirtschaft tun gut daran, gemeinsam dafür zu werben, dass sich die Menschen unserer Region noch mehr für den Sport und die Sportvereine begeistern: Sei es die Integrationsleistung des Sports für Migrant/innen, die Integration und Betreuung Kinder und Jugendlicher und inzwischen auch älterer Mitbürger und nicht zuletzt die Gesundheitsprävention, der ehrenamtlich organisierte Sport ist ein unverzichtbarer Baustein in unserer Gesellschaft und ein Leuchtturm innerhalb der insbesondere von der Politik immer wieder hervorgehobenen Bürgergesellschaft.



