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Olympia: Kritik an Ausschluss von ukrainischem Skeleton-Athleten

Der Landessportbund Hessen (lsb h) kritisiert den Ausschluss des ukrainischen Skeleton-Athleten Wladyslaw Heraskewytsch von den Olympischen Winterspielen scharf.

Lsb h-Präsidentin Juliane Kuhlmann bezeichnet die Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) und des Internationalen Bob- und Skeletonverbandes (IBSF) als falsches Signal. „Diese Entscheidung ist unverständlich, inkonsequent und politisch unsensibel“, sagt Kuhlmann. „Gerade weil politische Botschaften im Sport sensibel sind, braucht es klare und konsequent angewandte Regeln. Daran fehlt es hier.“

Hintergrund ist, dass Heraskewytsch mit einem Helm antreten wollte, der an 20 ukrainische Sportlerinnen und Sportler erinnert, die infolge des russischen Angriffskriegs ums Leben kamen. Das IOC wertete dies als unzulässige politische Botschaft und schloss den Athleten aus, nachdem er es abgelehnt hatte, stattdessen einen Trauerflor zu tragen. „Auf welche konkreten Regeln sich diese Entscheidung stützt, bleibt unklar“, kritisiert Kuhlmann. „Das IOC handelt widersprüchlich: Mal wird ein Trauerflor untersagt, mal angeboten. Politisch oder religiös konnotierte Symbole werden geduldet, persönliches Gedenken hingegen sanktioniert.“ Auch die Entscheidung, bei der Bewertung des Helms zwischen Training und Wettkampf zu unterscheiden, sei sachlich kaum nachvollziehbar. „Dieser Schlingerkurs eröffnet Spielräume, die IOC und Verband hätten nutzen müssen – im Sinne von Menschlichkeit und Augenmaß“, so Kuhlmann.

Der Fall hat international eine Debatte darüber ausgelöst, wie politische Neutralität im Sport auszulegen ist und wo die Grenze zwischen politischer Meinungsäußerung und persönlichem Gedenken verläuft. „Der Sport steht für Fairness, Respekt und Völkerverständigung. Gerade in Zeiten von Krieg und Leid muss er Raum für würdiges Gedenken und Mitgefühl lassen“, betont Kuhlmann. Dass IOC-Vertreter die eigene Regelanwendung selbst als „unvollkommen“ bezeichneten und zwischenzeitlich ausgesprochene Sanktionen wieder zurückgenommen wurden, verstärke den Eindruck von Orientierungslosigkeit. „Das wirkt nicht souverän – und wird der Verantwortung des IOC nicht gerecht“, sagt Kuhlmann.

Der lsb h warnt davor, den Eindruck zu erwecken, dass individuelle Betroffenheit im Sport keinen Platz habe. „Der Sport lebt von seiner verbindenden Kraft – und diese zeigt sich gerade dann, wenn Anteilnahme zugelassen wird“, so Kuhlmann. „Wenn das IOC die zunehmende Politisierung des internationalen Sports wirklich hätte begrenzen wollen, hätte es den Helm zulassen müssen.“ Mit Blick auf die internationale Dimension fügt sie hinzu: „Dass diese Entscheidung im Kreml offen gelobt wird, spricht eine deutliche Sprache.“

Kommentare

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D.A.
3 monate vor
Die Entscheidung war die einzig richtige!
Und sie ist gut!Ich will Sport sehen ohne irgend eine politische Botschaft. Wenn dem jungen Mann so viel daran liegt das seine jungen Kameraden sterben sollte er vielleicht nicht mit einem Schlitten durch die Welt tingeln sondern seine Kameraden zu Hause unterstützen
Wie auch immer!!! Alles andere ist verlogen!
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