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Mit Zwölf im KZ: Eva Szepesi hat Auschwitz überlebt

Mit Zwölf im KZ: Eva Szepesi hat Auschwitz überlebt

Am 27. Januar 1945 wurde das Konzentrationslager Auschwitz von der Roten Armee befreit.

szepesiszepesi1Eine der Befreiten war die damals zwölf Jahre alte Eva Szepesi, genau 70 Jahre später hat sie vor 100 Schülerinnen und Schülern von ihren Erlebnissen in Auschwitz berichtet. Eva Szepesis Kindheit endete schon einige Jahre früher, spätestens mit dem Eintritt Ungarns an der Seite Nazi-Deutschlands in den Krieg gegen Russland, hatte sich die Stimmung verändert. „Meine Schulfreunde haben mich als Jüdin beschimpft, der Druck auf die Familie wurde immer größer.“

1944 schließlich entschloss sich die Familie zunächst einmal Tochter Eva in die vermeintlich sichere Tschechoslowakei zu schicken. Ende August 1944 marschierten deutsche Truppen mit Einverständnis der slowakischen Regierung in das Land ein, die anti-jüdischen Maßnahmen wurden verschärft. Eva Szepesi wurde mit ihren Gasteltern zunächst in einem Altenheim interniert und später im Viehwagon nach Auschwitz deportiert.

Dann war ich nur noch eine Nummer

In Auschwitz angekommen, behauptete Eva Szepesi schon16 Jahre alt zu sein und rettete damit vermutlich ihr Leben. Anschließend wurde ihr die Häftlingsnummer A-26877 eintätowiert. „Von da an war ich nur noch eine Nummer.“ Zweieinhalb Monate überlebte Eva Szepesi Auschwitz und wurde dabei immer schwächer, so schwach, dass sie zwischen den Toten auf den Pritschen einfach liegen blieb als die letzten Gefangenen von der SS zum Todesmarsch aufgefordert wurden. Am 27. Januar wurde sie krank und völlig entkräftet befreit.

„Als ich das nächste Mal das Bewusstsein wiedererlangte, leuchtete ein feuerroter Stern über mir. Als mein Blick langsam klarer wurde, erkannte ich einen russischen Soldaten mit einer wunderschönen runden Pelzmütze auf dem Kopf, der sich aufmunternd lächelnd über mich beugte. Ich war überrascht und erfreut über die menschliche Wärme in seinem Blick. Zaghaft versuchte ich zurückzulächeln“, schreibt Eva Szepesi in ihren Erinnerungen „Ein Mädchen allein auf der Flucht“, erschienen im Metropol-Verlag.

In der anschließenden Diskussion berichteten Schülerinnen und Schüler der Johann-Philipp-Reis-Schule Friedberg, der Beruflichen Schule Nidda und der Gesamtschule Konradsdorf von ihren Eindrücken von Studienfahrten in Gedenkstätten des nationalsozialistischen Terrors. „Der Ort verändert einen und macht sensibel gegen Diskriminierung und Fremdenfeindlichkeit. Die Eindrücke, die man in der Gedenkstätte eines Konzentrationslagers erhält, können durch Filme oder Schulunterricht nicht ersetzt werden“, so die Schilderungen der Schülerinnen und Schüler.

Landrat Joachim Arnold, der zu der Veranstaltung eingeladen hatte, erklärte, dass der Wetteraukreis auch weiterhin Zuschüsse für solche Studienfahrten gewährt. „Ich halte es für wichtig, dass jeder Schüler und jede Schülerin einmal in ihrer Schullaufbahn eine solche Gedenkstätte besucht haben muss.“

Foto: Eva Szepesi liest aus ihrem Buch „Ein Mädchen allein auf der Flucht“.

Foto: Rund 100 Schülerinnen und Schüler besuchten die Lesung mit Eva Szepesi am Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus.

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