Kürzlich fand ein Treffen der Steuerungsgruppe mit Vertretern der „D IL Konzept gGmbH i.G.“ statt, die im Wetteraukreis die Projektleitung übernehmen wird. Gegenstand war dort auch die konkrete Ausgestaltung des Projekts. „Geplant ist, in drei ausgewählten Kommunen Modellprojekte zu realisieren. Diese sollen dann als Anregung beziehungsweise als Blaupause für die anderen Kommunen des Kreises dienen. Die Verwaltung des Wetteraukreises übernimmt dabei als Projektträger die Steuerung der einzelnen Teilprojekte, wacht über die Einhaltung der mit dem Land Hessen vereinbarte Regelung und kommuniziert in allen weiteren Belangen mit dem Land. Die D IL Konzept gGmbH ist mit der Umsetzung der konkreten Projekte betraut“, fasste Erster Kreisbeigeordneter Helmut Betschel die Aufgabenverteilung im Projekt zusammen.
Schwerpunkt des Projektes sind die Themen „Mobilität, Kommunikation und Wohnen als Schüsselfaktoren für einen inklusiven, ländlichen Raum“. Auf dieser Basis werden in den Kommunen Bad Nauheim, Nidda und Limeshain ausgewählte Teilprojekte realisiert. Diese drei Städte stehen stellvertretend für drei Typen von Kommunen im Wetteraukreis. Bad Nauheim gehört mit seinen rund 31.000 Einwohnern zu den größten Städten in der Wetterau. Die Siedlungsstruktur ist sehr dicht, die meisten Menschen leben in der Kernstadt. Nidda hingegen weist eine sehr lockere, sehr weiträumige Struktur auf, die Bevölkerung verteilt sich auf achtzehn Stadtteile. Nur rund ein Drittel der rund 19.000 Einwohner wohnt in der Kernstadt. Die dritte Gemeinde im Bunde, Limeshain, steht für die eher kleinen Gemeinden im Wetteraukreis. Die drei Stadtteile liegen dicht bei einander, sind in ihrer Eigenständigkeit jedoch noch zu erkennen. Die rund 5000 Einwohner verteilen sich recht gleichmäßig über die Stadtteile.
Die D IL Konzept gGmbH als private Projektleitung
Die D IL Konzept gGmbH (kurz DIL) verfügt über eine über fünfzehnjährige Erfahrung in der Beratung, Konzeption und Durchführung von Projekten in den Bereichen gesellschaftliche Vielfalt, Inklusion und Freiwilligen Management. In Bad Nauheim arbeitet sie eng mit der städtischen Wohnungsbaugesellschaft zusammen. Ziel ist es für alle Menschen, ob alt, ob jung, mit oder ohne Einschränkung, allein oder als Familie mit oder ohne Migrationshintergrund ein teilhalbeorientiertes und barrierefreies Wohnangebot und -umfeld vorzuhalten. In einem ersten Schritt werden die Mitarbeiter der städtischen Wohnungsbaugesellschaft geschult. Sie sollen dann nicht nur einen offenen Blick für einen barrierefreien Bau beziehungsweise Umbau von Wohneinheiten haben, sondern sollen die Bewohnerinnen und Bewohner über Versorgungs- und niederschwellige Unterstützungsangebote informieren. Dort wo diese noch nicht vorhanden sind, soll diese mit Hilfe eines Netzwerks aus ehrenamtlichen und hauptamtlichen Kräften sowie der örtlichen Organisationen geschaffen werden.
In Limeshain schult D IL ehrenamtliche Wohnraum- und Mobilitätsberater. Diese sollen dann auf ehrenamtlicher Basis bei Umbau- und Neubaumaßnahmen von Bürgerinnen und Bürgern eine kostenlose Grundberatung durchführen. In einem zweiten Schritt soll ein Netzwerk aus den ehrenamtlichen Beratern, der Bauverwaltung, Architekten und örtlichem Handwerk geknüpft werden, welches die Entscheidungsträger künftig in allen Belangen der Inklusion bei der Bauleitplanung berät.
In Nidda schließlich soll ein „Inklusiver digitaler Stadtplan“ entstehen. Dazu werden zunächst alle kommerziellen und nicht-kommerziellen Dienstleistungsangebote, vorhandene Kommunikationsmöglichkeiten sowie private und öffentliche Infrastruktur auch hinsichtlich von kulturellen Angeboten erfasst und auf ihre Barrierefreiheit überprüft. Fehlende Angebote (wie Einkaufsmöglichkeiten, fehlender Zugang zu elektronischer Kommunikation, Transportmitteln und so weiter) sollen dann auf niedrigschwelliger Ebene ergänzt werden. So sollen beispielsweise Einkaufs- und Mitfahrdienste, Begleitungen bei Veranstaltungen und Behördenbesuchen, Einrichtungen von WLAN-Hotspots und ähnlichen entstehen. Die Angebote sollen schließlich als digitaler Stadtplan graphisch aufbereitet werden.
„Mit Abschluss des Projektes Ende März 2017 erhoffen wir uns dann zahlreiche Teilprojekte, die nicht nur in den Modellkommunen umgesetzt wurden, sondern auch Beispiel geben für den restlichen Wetteraukreis“, so Betschel abschließen.
Foto: Sozialdezernent Helmut Betschel (rechts) mit den Mitgliedern der Steuerungsgruppe v.l. Bürgermeister Hans-Peter Seum, Stadt Nidda; Mark Kannieß, Fachdienstleiter Soziale Hilfen im Wetteraukreis; Ralf Antonowitsch, Gemeinde Limeshain; Christina Heckmann, Projektbeauftragte der Stadt Nidda; Peter Krank, Stadt Bad Nauheim; Ute Latzel und Cihad Taskin, D IL gGmbH, Projektleitung; Edgar Stürz, Wetteraukreis; Cornelia Wenk, Wetteraukreis; Prof. Manfred Thrun, Vertreter der Steuerungsgruppe Inklusion im Wetteraukreis.



