Auf einer Strecke von über 500 Metern zwischen dem Einlauf des Mühlbachs in die Nidda Richtung Norden bis zur alten Renaturierung, auf der Seite von Klein-Karben/Rendel wird der Nidda und somit der Natur mehr Raum geschenkt. Das teilte Landrat und Umweltdezernent Joachim Arnold in einer Presseerklärung mit. Seit Jahren schon wird in Bad Vilbel und in Karben fleißig renaturiert. Langsam fügen sich die Teile zusammen und es entsteht ein großes Ganzes. Die Gerty-Strohm-Stiftung finanziert das Projekt, die planerische Leitung hat der Gewässerökologe Gottfried Lehr.
Um mit den Baggern an das Ufer zu kommen, müssen einige Sträucher entfernt werden. Dies geschieht jedoch in dem kleinstmöglichen Umfang. Der Mehrwert des Gebiets nach der Renaturierung wird dies mehr als ausgleichen. „Natürlich ist das zunächst einmal kein schöner Anblick, wenn Sträucher oder sogar Bäume bei solchen Vorhaben entfernt werden, dies ist jedoch logistisch unabdingbar. Zudem gibt es viele Arten die auf offene Landschaften angewiesen sind. Das sind unter anderem Feldlerche, Schafstelze und Kiebitz“, nennt Landrat und Umweltdezernent Arnold beispielhaft.
Wildsaatgut gegen Insektensterben
Das Gebiet rund um die Gewässerparzelle wird mit artenreichem Wildsaatgut eingesät. Dies wird für eine Vielzahl von Tieren ein Paradies. Erst vor ein paar Tagen wurden Studien veröffentlicht, die ein dramatisches Insektensterben belegen. „Mit der Errichtung solcher Wildsaatflächen kann man einen Beitrag gegen das Insektensterben leisten, so Arnold.
Aber auch innerhalb der Gewässer sind wieder Kies- und Sandbänke zu finden. Diese sind wichtige Laichgebiete für selten gewordene Fische, wie Nase und Barbe. „Es hat sich einiges in der Nidda getan“, sagt Lehr, „Stück für Stück fügt sich das Gesamtbild zusammen. Wir sind guter Dinge den Abschnitt in diesem Winter fertig stellen zu können.“
Foto: Ein gelungenes Beispiel für die Renaturierung der Nidda findet sich am Gronauer Hof.



