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Nach elf Jahren als Pfarrerin in der Urberacher Petrusgemeinde, sieben Jahren als stellvertretende Rodgauer Dekanin und über einem Jahr kommissarischer Leitung begleitet die 44-Jährige ab sofort Theologie-Studierende und Vikar*innen durch die herausfordernde Ausbildungszeit. Mit dem Wechsel des langjährigen Rodgauer Dekans Carsten Tag in den Vorstand der Diakonie Hessen hatte Sonja Mattes als seine Stellvertreterin im Februar 2020 „Leitungsverantwortung in der ersten Reihe und Personalverantwortung für über 50 Mitarbeitende übernommen“. Schon kurz darauf nahm das Pandemiegeschehen seinen Lauf: Die Inzidenzen stiegen täglich, wöchentlich kamen neue Regelungen aus dem Corona-Krisenstab der Landeskirche. Keine schönen Bedingungen für einen Stellenantritt voller Herausforderungen schon allein durch die anstehende Fusion der beiden Nachbardekanate Dreieich und Rodgau.

„Durch Corona Arbeiten im Krisenmodus gelernt“

„Es ist schon ein bisschen traurig, dass mit den Begegnungen und dem Miteinander vor Ort all das Schöne an der kirchlichen Arbeit auf unterschiedlichen Ebenen mit einem Mal weggefallen ist und prompt der Notbetrieb begonnen hat. Eine meiner ersten Entscheidungen im Dekane-Amt war die pandemiebedingte vorübergehende Schließung der Evangelischen Familienbildung“, erinnert sich die Theologin: Sich selbst und das Dekanat neu aufstellen, nötige Entscheidungen treffen, Kirchengemeinden begleiten, Mut zusprechen und Rat geben, Entscheidungen kommunizieren – „alles in allem haben wir das gut hinbekommen und Arbeiten im Krisenmodus gelernt. Wir können stolz auf uns sein“, ist Sonja Mattes auch mit Blick auf das Dekanatsteam und die Kolleginnen und Kollegen im Pfarrdienst überzeugt.

Kreativität und digitale Ersatzorte

Gerade die Digitalisierung – zuvor nicht eben Thema Nummer eins in den meisten kirchlichen Einrichtungen – „hat uns dabei geholfen, den Zusammenhalt nicht ganz zu verlieren und Ersatzorte zu schaffen: für pandemiegerechte Gottesdienste, für aktuelle Informationen über kirchliche Angebote, für Besprechungen und Konferenzen“. Nicht zu vergessen die Inzidenz-Verschnaufpause im Sommer, in der sie etwa den monatlichen Pfarrkonvent kurzfristig und kreativ zum theologischen Spaziergang an die Rödermärker Weidenkirche umfunktioniert hat. Stütze war ihr dabei auch ihr Glaube, der „mich getragen und mir die Kraft gegeben hat, die ich gebraucht habe“: Vor allem ist er ihr in dieser Zeit noch einmal neu und unerwartet in den „Tageslosungen“ nähergekommen, einer jährlich erscheinenden Sammlung von Bibelversen, die jedem der 365 Tage zugelost werden „und deren Worte mich oft durch den Tag begleitet haben.“ Als absoluter Glücksfall und weise Voraussicht habe sich gerade in Pandemiezeiten die Übernahme der Rechtsträgerschaft für die evangelischen Kindertagesstätten in der Region durch das Dekanat erwiesen: Ohne die Übernahme von Verantwortung für Personal, Finanzen und Verwaltung durch den Kirchenkreis und eine „Top-Geschäftsführung wäre es für die Kirchengemeinden sehr schwierig geworden, durch diese Zeit zu kommen“.

Mit Gottes Begleitung neue Wege gehen als Referentin für theologische Ausbildung

Rückblickend hätte sie „gerne auch ohne Corona den weiteren Weg des fusionierten Evangelischen Dekanats Dreieich-Rodgau mitgestaltet“. Um das Amt der Dekanin hatte sie sich beworben; die Wahl Mitte Januar war denkbar knapp für den Langener Pfarrer Steffen Held ausgefallen. „Gott hat anderes mit mir vor, deswegen kann ich mich gut auf den nun anstehenden neuen Weg einlassen“: Mit dem Mai beginnt nun ihre neue Tätigkeit in der Kirchenverwaltung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau am Darmstädter Paulusplatz als Referentin für theologische Ausbildung. Sonja Mattes ist dann zuständig für alle Ausbildungsangelegenheiten ab dem Moment, in dem sich jemand entscheidet, in den Pfarrdienst zu gehen: Das reicht von den beiden theologischen Examina und Prüfungsvorbereitungen bis hin zur drängenden Frage: Wo und wie bekommen wir eigentlich Menschen für diesen Beruf her? „Dazu werden wir uns in Zukunft viel einfallen lassen müssen“, freut sie sich auf die neue Herausforderung: „Wie stellen wir uns als Kirche auf, damit der Beruf von Pfarrerin und Pfarrer attraktiv bleibt? Und welche Kompetenzen und Fähigkeiten brauchen Menschen, die sich für das Pfarramt entscheiden?“ Neben der neuen Herausforderung freut sich die Pfarrerin darauf, die Kirchenverwaltung der EKHN von innen kennen zu lernen, junge Menschen auf ihren ersten beruflichen Wegen zu unterstützen und tragfähige Netzwerke für die Zukunft der Verkündigung von Gottes Wort zu schaffen. Hilfreich dabei ist, dass Familie Mattes in Urberach bleibt und sich so der Fahrtaufwand zur neuen Arbeitsstätte in Grenzen hält: Ihr Mann Oliver hat nun die Pfarrstelle in der dortigen Petrusgemeinde komplett übernommen und sich aus der Nachbargemeinde Ober-Roden verabschiedet.

Große Herausforderungen in sich verändernder Kirche

Mit Blick auf die Herausforderungen für die Kirche in der Region wünscht sie dem Dekanat und allen, die dort nun Verantwortung übernommen haben, „gutes Geschick und Gottes Segen bei den großen Herausforderungen, die eine sich verändernde Kirche mit sich bringt“: beim Zusammenwachsen im fusionierten Dekanat ebenso wie etwa in den Bereichen Gebäudeentwicklung, Pfarrstellenbemessungen und dem groß angelegten Zukunftsprozess „ekhn2030“.
Sonja Mattes blickt dankbar zurück auf viele Begegnungen und eine Menge Unterstützung: durch die Kolleginnen und Kollegen im Rodgauer Dekanatssynodalvorstand, die Mitarbeitenden des Dekanats und der Geschäftsstelle Kindertagesstätten, die im Dietzenbacher Haus der Kirche „auch in der Pandemie die Stellung gehalten haben“, aber auch den haupt- und ehrenamtlich Aktiven der Urberacher Petrusgemeinde, die vieles ermöglicht, ermutigt und vorangetrieben hätten. Auch das Evangelische Dekanat Dreieich-Rodgau dankt Pfarrerin Sonja Mattes für ihr außergewöhnliches Engagement und wünscht ihr für den neuen Lebensabschnitt alles Gute und Gottes Segen. 

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