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Bevölkerungszahl in Hessen ab 2057 unter 6 Millionen

Bevölkerungszahl in Hessen ab 2057 unter 6 Millionen

Aktuellen Ergebnissen der Bevölkerungsvorausberechnung des Hessischen Statistischen Landesamts zufolge werden im Jahr 2070 rund 5,82 Millionen Menschen in Hessen leben. Das sind 7,3 Prozent weniger als zum Stichtag 31. Dezember 2024, als noch 6,28 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner in Hessen gezählt worden waren.

Zunächst wird sich die hessische Bevölkerung ab dem Jahr 2025 bis zum Jahr 2040 auf 6,19 Millionen Personen verringern. Danach beschleunigt sich der Rückgang, weil die zunehmenden Geburtendefizite – bedingt durch die Altersstruktur der Bevölkerung – nicht mehr durch die Wanderungsgewinne ausgeglichen werden können. Die Marke von 6 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern unterschreitet Hessen erstmals voraussichtlich im Jahr 2057.

Die Vorausberechnung beruht auf den aktuellen Ergebnissen der Bevölkerungsfortschreibung auf Basis des Zensus 2022 sowie der Fortschreibung der Bevölkerungsentwicklung der jüngeren Vergangenheit und den aktuellen Trends. Dabei wird im Vergleich zur letzten Vorausberechnung von deutlich niedrigeren Zuwanderungsquoten, aber auch einer niedrigeren Lebenserwartung der Bevölkerung als bislang ausgegangen. Zuletzt hat sich der Anstieg der Lebenserwartung verlangsamt – im Zuge der Coronapandemie kam es hier zu einem leichten Rückgang.

20 von 26 hessischen Kreisen und Städten verzeichnen Rückgänge bis 2050

Für die hessischen Landkreise und kreisfreien Städte zeigen die Bevölkerungsvorausberechnungen bis zum Jahr 2050 deutliche regionale Unterschiede innerhalb Hessens: In 20 von 26 hessischen Landkreisen und kreisfreien Städten ist bis 2050 mit einem Rückgang der Bevölkerungszahl gegenüber dem Bevölkerungsstand von 2024 zu rechnen. Demgegenüber verzeichnen 5 Landkreise und die Stadt Offenbach am Main ein Wachstum. Zuwächse ergeben sich vor allem in Südhessen für den Wetteraukreis (plus 11,1 Prozent), die Stadt Offenbach am Main (plus 9,6 Prozent), den Landkreis Offenbach (plus 3,3 Prozent), den Main-Kinzig-Kreis (plus 2,5 Prozent) und den Main-Taunus-Kreis (plus 2,0 Prozent). In Mittelhessen ist der Landkreis Gießen (plus 2,6 Prozent) der einzige Landkreis mit einem errechneten Bevölkerungszuwachs bis 2050.

Die größten Rückgänge im Jahr 2050 gegenüber 2024 wurden für den Kreis Marburg-Biedenkopf (minus 20,3 Prozent), den Odenwaldkreis (minus 12,3 Prozent), die Stadt Darmstadt (minus 10,5 Prozent), den Vogelsbergkreis (minus 10,3 Prozent) und den Kreis Darmstadt-Dieburg (minus 10,0 Prozent) errechnet. Vergleichsweise stabil mit nur leichten Rückgängen entwickeln sich die Bevölkerungszahlen in den Städten Kassel (minus 0,7 Prozent) und Frankfurt am Main (minus 0,9 Prozent).

Auf Ebene der Regierungsbezirke fällt die Bevölkerungsabnahme im Jahr 2050 im Vergleich zum Jahr 2024 im Regierungsbezirk Gießen (minus 8,0 Prozent) und im Regierungsbezirk Kassel (minus 3,7 Prozent) stärker aus als im Regierungsbezirk Darmstadt (minus 1,4 Prozent).

Mehr als jede vierte Person im Jahr 2050 in Hessen älter als 64 Jahre

Neben Veränderungen der Bevölkerungszahl zeigt die Vorausberechnung auch eine Verschiebung in der Altersstruktur: Im Jahr 2050 ist mit einem Anteil der hessischen Bevölkerung im Alter von 65 Jahren und älter von 27,3 Prozent zu rechnen, im Jahr 2024 betrug er noch 21,7 Prozent. Gleichzeitig sinkt der Anteil der unter 20-Jährigen von 19,0 Prozent im Jahr 2024 auf 17,0 Prozent im Jahr 2050. Das Durchschnittsalter steigt im gleichen Zeitraum von 44,3 Jahren auf 47,3 Jahre.

Ein Anstieg des Durchschnittsalters zeigt sich in unterschiedlich starkem Ausmaß in nahezu allen hessischen Landkreisen und kreisfreien Städten. Das Durchschnittsalter in den Landkreisen Nordhessens nimmt im Vergleich zu 2024 um 1,7 Jahre zu, in Südhessen sind es 2,1 Jahre und in Mittelhessen ist von einem Anstieg um 3,3 Jahre auszugehen. Besonders deutlich fällt die Zunahme im Landkreis Marburg-Biedenkopf aus: Hier steigt das Durchschnittsalter von 43,7 Jahren im Jahr 2024 auf 50,8 Jahre im Jahr 2050. Bisher wies der Werra-Meißner-Kreis mit 47,4 Jahren das höchste Durchschnittsalter auf, das bis 2050 weiter auf 49,7 Jahre zunehmen wird. Das geringste Durchschnittsalter im Jahr 2050 werden die kreisfreien Städte Darmstadt (43,2 Jahre), Offenbach am Main (43,6 Jahre) und Frankfurt am Main (43,9 Jahre) aufweisen. Im Jahr 2024 waren dies für die kreisfreien Städte Darmstadt und Offenbach am Main noch jeweils 41,0 Jahre und für Frankfurt am Main noch 41,1 Jahre gewesen.

Kommentare

6
A.S.
2 wochen vor
Handeln schon jetzt angesagt!

Nun schenken wir einmal den Prognosen Glauben.
Dann wäre es an der Zeit in Sachen Investitionen so langsam das Tempo herauszunehmen.
Demnach wären die zuvor in anderer Richtung prognostizierten Werte hinfällig.
Energie, Wohnungsbau, Infrastruktur, u.s.w. .

Wird auf der einen Seite weiter forciert bestünde die Möglichkeit das man auf der anderen Seite (für die Zukunft) Überkapazitäten generiert hätte.
Leerstandprobleme würden sich ergeben, Lost Places, wie schon jetzt vorhanden kämen dazu. Finanzielle Mittel gar überzogen verbraucht.

Die Alten!
Diejenigen, die zu Zeiten ihrer Berufstätigkeit den Laden am Leben gehalten haben, werden laut Statistik in Richtung Zukunft gefühlt zum Problem hochstilisiert.

Und das alles basierend auf Eventualitäten.
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6
W̷i̸n̵s̷t̵o̴n̸
2 wochen vor
Was für eine völlig Sinnfreie "Schätzung" der Bevölkerungszahl.

Anfangs bin ich noch davon ausgegangen, das Qualifizierte Menschen das Land verlassen, weil sie einfach kein Bock mehr aufs Abzocken haben.
Sicher werden einige gehen, aber das entspricht nicht dem Geschätzten werden.

Auch die aussage...

Zitat:
Dabei wird im Vergleich zur letzten Vorausberechnung von deutlich niedrigeren Zuwanderungsquoten
Ist völliger Quatsch.
Es kommen weiterhin täglich mehrere Tausend Menschen nach Deutschland.

Die Besucher glänzen dann auch noch mit einer explosionsartigen Geburtenrate.
Der Großteil der Familien haben 3 und mehr Kinder, die dann auch wieder entsprechend viele Kinder bekommen.

Man nennt das Exponentiell.
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7
Stefan
2 wochen vor
Wie wird sich der Anteil der Deutschen und der Ausländeranteil an der Gesamteinwohnerzahl in Hessen verändern?
Gibt es dazu auch statistische Vorhersagen?

Ich erwarte von einem Statistischen Landesamt Hessen, dass es solche Fragen qualifiziert beantworten kann.

Die Politik muss dann auf Fragen der Bevölkerungszusammensetzung klare Antworten erarbeiten, beschliessen und umsetzen.
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1
Hätteesgernschönhier
2 wochen vor
Prognosen über eine solche Zeitspanne sind unseriös.
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1
It
2 wochen vor
Hauptsache mal etwas losgelassen. Die letzte Bevölkerungsschätzung lag auch komplett daneben Keiner kann Vorhersagen wie sich etwas in 30 Jahren entwickelt. Am besten einfach nichts von sich und allen ist geholfen.
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