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Hessen: Klimakleber besetzen Büro von Hessen Mobil

Hessen: Klimakleber besetzen Büro von Hessen Mobil
Foto-Quelle: www.wald-statt-asphalt.net

Am Freitagmorgen haben Aktivist*innen der Gruppe “Krokodil gegen Hessen Mobil” die Büros der Straßenverkehrsbehörde in in der Vogelsbergstraße in Schotten besetzt. Kurz nach 10 Uhr erhielt die Polizei Osthessen den Hinweis eines Mitarbeiters, dass sich mehrere Personen unberechtigt in dortigen Büroräumen aufhalten würden. Daraufhin wurden mehrere Einsatzkräfte entsandt. Vor Ort konnten laut Polizei vier Personen festgestellt werden, die sich unbefugt in einem Büro aufhielten und sich nach eigenen Angaben einer Aktivistengruppe zuordnen.

Aus einem Fenster des Büros im zweiten Obergeschoss war ein Banner herausgehängt worden. Dieses wurde durch die Polizei entfernt und zunächst sichergestellt. Eine männliche Person konnte zeitnah aus dem Gebäude begleitet werden. Die Beamten stellten die Personalien fest und sprachen einen Platzverweis aus. Drei weitere weibliche Personen hatten sich in dem Büro mit Sekundenkleber an einem Fensterbrett fixiert.

In der Folge stand die Polizei in engem Austausch mit der Feuerwehr, um die Lösung der Klebestellen sowie alle erforderlichen Maßnahmen zur Sicherung der Personen vorzubereiten. Deren Schutz und die Sicherheit hatten dabei oberste Priorität. Entsprechend gingen die Einsatzkräfte äußerst behutsam und professionell vor, um Verletzungen zu vermeiden. Die Feuerwehr installierte vorsorglich ein Sprungkissen unter dem betroffenen Fenster.

Erst im Anschluss traten die Einsatzkräfte an die Personen heran, sicherten diese und begannen mit der vorsichtigen Lösung der Klebestellen. Die Maßnahmen dauerten bis etwa 14.25 Uhr an. Die drei weiblichen Personen wurden im Anschluss unverletzt vorübergehend festgenommen und zur Durchführung weiterer polizeilicher Maßnahmen zum Polizeiposten in Schotten gebracht. Die Polizei hat Ermittlungen unter anderem wegen des Verdachts des Hausfriedensbruchs aufgenommen. Zudem wird geprüft, ob weitere strafrechtlich relevante Tatbestände vorliegen.

Mit der Aktion protestierte die Gruppe “Krokodil gegen Hessen Mobil” gegen die Planung und Umsetzung der B49 zwischen Lindenstruth und Reiskirchen. Die Aktivistinnen kritisieren dieses Projekt als überflüssig. Parallel zur A5 sei keine weitere Straße notwendig, schon gar nicht auf Kosten von Ackerflächen und Eidechsen-Biotopen. Mit der Aktion solidarisieren sich die Aktiven mit der Baumbesetzung auf der geplanten B49-Trasse in Reiskirchen.

“Wir haben heute diese Außenstelle von Hessen Mobil besetzt, weil wir nicht einfach den zerstörerischen Plänen zuschauen wollen. Wir können nicht weiter den Glauben verbreiten, dass mit der richtigen kapitalistischen Taktik alles gut wird. Neue Straßen erzeugen mehr Verkehr und wenn Projekte wie die B49 in diesen Zeiten noch umgesetzt werden sollen, dann ist der einzige Leitfaden, der gilt: Macht kaputt, was euch kaputt macht!”, wird Tara Novac (20) auf der Homepage "Wald statt Asphalt" zitiert.

Auf einem Banner, das aus den Fenstern Hessen Mobils hängt, fordern die Aktivist*innen zudem den Wiederaufbau alter Bahnstrecken, wie beispielsweise die Bahnstrecke zwischen Nidda und Schotten, die Überwindung des sogenannten Autozwangs und einen kostenlosen ÖPNV. “Gerade wir in Schotten verstehen es, keine wirkliche Alternative zum Auto zu haben. Anstatt Geld in den Ausbau des ÖPNV zu stecken, soll Alles für neue Straßen verwendet werden. Dabei wird aber völlig ignoriert, dass es auch Menschen gibt, die viel lieber komplett auf den ÖPNV umsteigen wollen. Hessen Mobil asphaltiert uns im wahrsten Sinne des Wortes fest auf eine zerstörerische Mobilität”, erklärt Maxim Preis (21). Die Aktivist*innen laden alle Menschen ein, selbst Aktionen und Proteste gegen Straßenbau und die B49 zu organisieren.

“Es gibt verschiedene Möglichkeiten sich gegen Hessen Mobil zur Wehr zu setzten. Menschen können Versammlungen anmelden und legal protestieren, Orte und Büros besetzen oder Baustellen sabotieren. Protest ist Bunt und Vielfältig und genau so wirksam.”

kleberklimhemo az

Foto-Quelle: www.wald-statt-asphalt.net 

Kommentare

8
Paulchen
3 monate vor
Warum loslösen, spätestens wenn Hunger, Durst oder andere menschliche Bedürfnisse eintreten werden diese Deppen sich melden.
Lasst sie doch einfach ein paar Tage auf den Fensterbrettern sitzen.
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7
Uk
3 monate vor
Nicht arbeiten, aber durch Steuergeld finanziert, von NGO Organisationen ( wieder Steuergelder) indoktriniert. Warum eigentlich? Sollen diese Hohlbirnen den gesamten Einsatz zahlen, wetten, und zwar aus ihrem eigenen Portmonaie oder als Sozialdienst, damit die mal lernen, was arbeiten bedeutet. Die deutsche Justitz ist anscheinend nicht gewillt, härter durchzugreifen. Deshalb hören diese Träumer auch nicht auf damit. Keine Konsequenzen, also weiter so!
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7
Old white man
3 monate vor
Sollte ich in meinem Büro irgendwelche Klebefachkräfte auffinden, würde ich alle Fenster öffnen, die Sicherungen ziehen und dann von aussen zusperren.

Und den Resturlaub nehmen.
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Hätteesgernschönhier
3 monate vor
Ich dachte auch ... am Fensterbrett festgeklebt ist ja ziemlich hohl. Sehr unbequeme Haltung. Ich hätte mir überlegt, was jetzt schneller geht. Befreien oder dass Sie sich einnässen?
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Bürger
3 monate vor
Unglaublich, wie manche Menschen glauben, sie müssten ihren Willen den anderen aufzwingen! Ich möchte frei entscheiden, ob ich die Bahn nehme oder mit dem Auto fahre und dafür braucht es beides. Man kann über einzelne Strecken oder deren Verlauf immer diskutieren. Solche Aktionen sind aber kein legitimes Mittel. In Frankreich reißen sie die Kleber einfach mit Gewalt weg. Hier wird noch ein Sprungkissen vorher aufgebaut … die Verhältnismäßigkeit der Mittel ist dabei kaum noch gewahrt. Sollte der zitiere AufrufZitat:
Orte und Büros besetzen oder Baustellen sabotieren. Protest ist Bunt und Vielfältig und genau so wirksam
, dann wird ganz klar zu Straftaten aufgerufen und das sollte verfolgt werden. Wer zahlt denn den Lohn für den Arbeitsausfall der Mitarbeiter, wir alle!
Ich kann nicht mehr hören, dass sich alles links von der Mitte für einen guten Zweck einsetzt und deshalb mit Sympathie betrachtet wird, jedenfalls nur vorsichtig kritisiert wird! Ich halte mich für recht „mittig“ und es mir inzwischen egal, ob die Störfeuer von rechts oder links kommen, ich fühle mich als das Schlachtfeld, auf die Extremen ihren Kampf gegeneinander führen. Es reicht langsam. Rechte und Linke Extremisten müssen endlich konsequent verfolgt und zur Verantwortung gezogen werden.
Monetär wie strafrechtlich!
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8
ra
3 monate vor
Schneidet einfach das heraus wo sie sich festgeklebt haben und schickt sie ohne Medizinische Versorgung nach Hause, solche Subjekte belasten einfach nur noch mehr unsere marodes Krankenkasse System. Anschließend die gesamten kosten des Einsatzes der Hilfsorganisationen in Rechnung stellen und wenn sie nicht bezahlen können ab in den Knast!!!
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