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Keiler Bier

Inflationsrate in Hessen im Juni 2026 bei 2,3 Prozent

Inflationsrate in Hessen im Juni 2026 bei 2,3 Prozent

Wie das Hessische Statistische Landesamt mitteilt, hat die Inflationsrate im Juni 2026 – gemessen als Veränderung des Verbraucherpreisindex zum Vorjahresmonat – in Hessen 2,3 Prozent betragen. Die Inflationsrate ging damit weiter zurück, nachdem sie im März 2026 mit 2,9 Prozent den höchsten Stand seit Dezember 2023 erreicht hatte (damals: plus 3,5 Prozent). Im April 2026 hatte sie bei 2,8 Prozent und im Mai 2026 bei 2,6 Prozent gelegen.

Morgenpost
Gilde der Marktschreier

Die Preisentwicklung gegenüber dem Vorjahresmonat wurde im Juni 2026 weiterhin durch überdurchschnittliche Verteuerungen bei Kraftstoffen und Heizöl infolge des Kriegs im Iran beeinflusst. Der Preisanstieg schwächte sich im Juni jedoch weiter ab. Diese Entwicklung ging mit den seit Anfang Mai 2026 reduzierten Energiesteuersätzen für Kraftstoffe einher – einer Entlastungsmaßnahme des Bundesgesetzgebers.

Im Vergleich zum Vormonat sanken die Verbraucherpreise im Juni 2026 um 0,2 Prozent.

Preise für Energie

Energie kostete im Juni 2026 durchschnittlich 2,8 Prozent weniger als im Mai 2026. Günstiger als im Vormonat waren insbesondere Heizöl (minus 9,6 Prozent) und Kraftstoffe (minus 5,3 Prozent). Bei Dieselkraftstoff fiel der Preisrückgang mit minus 6,8 Prozent deutlicher aus als bei Superbenzin (minus 4,9 Prozent).

Im Vorjahresvergleich nahmen die Preise für Energie im Juni 2026 durchschnittlich um 3,1 Prozent zu. Inflationstreibend wirkten in Folge des Kriegs im Iran starke Preisanstiege gegenüber dem Vorjahresmonat für Heizöl (plus 29,8 Prozent) und Kraftstoffe (plus 12,4 Prozent), wobei die Preise für Dieselkraftstoff um 16,0 Prozent und die für Superbenzin um 11,4 Prozent zunahmen. Ebenfalls überdurchschnittlich teurer waren Brennholz und Holzpellets, für die Verbraucherinnen und Verbraucher 9,4 Prozent mehr bezahlen mussten. Wie in den Monaten zuvor wirkten Erdgas (minus 7,6 Prozent) und Strom (minus 6,7 Prozent) inflationsdämpfend. Die Preise für Fernwärme blieben nahezu unverändert (plus 0,1 Prozent).

Ohne Berücksichtigung der gesamten Energie erhöhten sich die Verbraucherpreise im Juni 2026 in Hessen um 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.

Preise für Nahrungsmittel

Die Nahrungsmittelpreise sanken im Juni 2026 gegenüber Mai 2026 um 0,7 Prozent. Günstiger als im Vormonat waren unter anderem Obst (minus 3,4 Prozent) und Gemüse (minus 2,8 Prozent).

Gegenüber Juni 2025 erhöhten sich die Preise für Nahrungsmittel im Juni 2026 um 0,9 Prozent. Dies war die niedrigste Zunahme seit Juni 2024 (damals: plus 0,5 Prozent). Die Nahrungsmittelpreise stiegen im Vergleich zu den Verbraucherpreisen insgesamt unterdurchschnittlich und wirkten somit inflationsdämpfend. Merklich günstiger als im Vorjahresmonat waren Speisefette und -öle (minus 12,8 Prozent), darunter sanken die Preise für Butter um 24,0 Prozent. Auch Molkereiprodukte (minus 5,7 Prozent) kosteten deutlich weniger. Zucker, Marmelade, Honig und andere Süßwaren (plus 5,9 Prozent) verteuerten sich indes überdurchschnittlich. Die Preise für Obst nahmen um 3,2 Prozent zu, die für Fleisch und Fleischwaren um 2,7 Prozent. Gemüse war um 2,4 Prozent und Brot und Getreideerzeugnisse waren um 0,8 Prozent teurer.

Die Kerninflationsrate (Verbraucherpreisindex ohne Nahrungsmittel und Energie) lag im Juni 2026 unverändert bei 2,5 Prozent.

Preise für Waren

Die Preise für Waren verringerten sich im Juni 2026 im Vergleich zum Vormonat um 0,8 Prozent. Gegenüber Juni 2025 war eine Zunahme von 1,6 Prozent zu verzeichnen. Darunter stiegen die Preise für Verbrauchsgüter im Vergleich zum Vorjahresmonat durchschnittlich um 2,0 Prozent.

Die Preise für Gebrauchsgüter lagen im Juni 2026 um 0,9 Prozent über dem Vorjahresniveau. Damit stiegen sie deutlich schwächer als die Verbraucherpreise insgesamt und wirkten wie in den Monaten zuvor inflationsdämpfend. Günstiger als im Juni 2025 waren unter anderem Fernsehgeräte (minus 14,3 Prozent), Gartengeräte, Handwerkzeuge und andere Gebrauchsgüter (minus 3,4 Prozent) sowie elektrische Kleingeräte für den Haushalt (minus 2,4 Prozent). Teurer waren Computer (plus 9,1 Prozent) sowie Mobiltelefone (plus 6,7 Prozent) und Bekleidungsartikel (plus 0,5 Prozent).

Preise für Dienstleistungen

Die Preise für Dienstleistungen (ohne Wohnungsmieten) stiegen im Juni 2026 gegenüber dem Vormonat im Durchschnitt um 0,3 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat erhöhten sich die Preise für Dienstleistungen um 3,7 Prozent und wirkten somit inflationstreibend.

Deutlich mehr als im Vorjahresmonat mussten Verbraucherinnen und Verbraucher für Flugtickets (plus 13,7 Prozent) sowie Dienstleistungen sozialer Einrichtungen (plus 8,3 Prozent) bezahlen. Die Wartung und Reparatur von Fahrzeugen kostete 4,9 Prozent mehr. Auch für Pauschalreisen (plus 3,9 Prozent), Übernachtungen (plus 3,5 Prozent) und Gaststättendienstleistungen (plus 2,9 Prozent) waren höhere Preise als im Juni 2025 fällig.

Das Preisniveau der Wohnungsmieten (Nettokaltmieten) stieg im Juni 2026 gegenüber dem Vormonat um 0,1 Prozent. Im Vergleich zu Juni 2025 stiegen die Preise um 1,8 Prozent an.

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