Ihm assistierten Pfarrerin Kornelia Schauf, Referentin für Mission und Ökumene in der Lippischen Landeskirche, und Pfarrer Helmut Törner-Roos, im Dezernat zuständig für den Aufgabenbereich Kirchlicher Entwicklungsdienst.
In seiner Ansprache bezog sich Bischof Dr. Martin Hein auf Joh 20,21, wo Jesus die Jünger aussende, wie ihn der Vater gesandt habe. Die Kirche Jesu Christi sei darum eine „Gemeinschaft von Gesendeten“. Sich senden zu lassen, heiße aber auch, aufzubrechen und loszulassen, anstatt zu beharren. In der der weltweiten Ökumene mit seien Kirchen auch unter schwierigsten Bedingungen oft sehr lebendig, weil sie „nicht auf sich selbst schauen, sondern auf den, der sie gesandt hat.“ So könnten sie Kirche „für andere“ sein, die nicht im Ringen um Statussicherung und Anerkennung zu erstarren drohe. Darum sei Ökumene auch „kein Luxus, auf den man in Zeiten des Rotstiftes verzichten könnte, sondern die Bestimmung der Kirche Jesu Christi!“. Um nicht zu ermüden, brauche die Kirche „kräftige Anstöße“ für den konziliaren Prozess für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung. Diese weltweite Perspektive in ihrer Kirche wachzuhalten sei Ruth Gütter berufen worden, und dafür bringe sie auch die besten Voraussetzungen mit. Für diese große Herausforderung, „zu deren Bewältigung wir unseren Anteil beitragen“, sprach ihr der Bischof abschließend Gottes Segen zu.
Landeskirchenrätin Dr. Ruth Gütter begann ihre Predigt über Mt 5, 13-16 mit der Feststellung: "Das Wort Gottes, das uns anspricht, macht uns zu etwas Besonderem". Gott traue uns zu, Salz der Erde und Licht der Welt zu sein. Darum gelte es im Sinne Dietrich Bonhoeffers, "als Kirche frömmer und politischer" zu werden. Christus befreie uns, "für andere da zu sein", und da könnten die Kirchen weltweit voneinander lernen. Mission könne in diesem Sinne nur bedeuten zu zeigen, was uns trage und halte und dafür leidenschaftlich einzutreten. Darum sei ihr auch die „Ökumene der Gaben“ ein besonderes Anliegen. Durch den Fall der Mauer 1989 und bei der Freilassung von Nelson Mandela 1990 habe sie erlebt, wie Christen Salz der Erde und Licht der Welt sein konnten. So freue sie sich, ihr bisheriges Engagement für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung nun auch in einem Leitungsamt in ihrer Heimatkirche fortsetzen zu können. Die Themen seien in Politik und Gesellschaft angekommen. Sie sehe die zentrale Aufgabe der Kirche, für die anstehenden gesellschaftlichen Veränderungen "aus unserem Glauben heraus Hoffnung und Mut zu machen". Das traue Gott uns zu, und "viele Menschen auch außerhalb der Kirchen erwarten es von uns".
Zur Person
Ruth Gütter wurde 1959 in Kassel geboren. Von 1978 bis 1984 studierte sie evangelische Theologie an der Universität in Göttingen. Nach dem 1. Kirchlichen Examen leistete sie ihr Vikariat in Lippoldsberg (Kirchenkreis Hofgeismar). 1986 wurde sie durch Bischof Jung in Schlüchtern ordiniert. Von 1986 bis 1996 war sie Gemeindepfarrerin, zunächst in Willershausen (Kirchenkreis Eschwege), ab 1991 in der Zionskirchengemeinde in Kassel. Von 1996 bis 2006 war Ruth Gütter als Beauftragte für den kirchlichen Entwicklungsdienst in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck tätig. Im Jahr 2000 promovierte sie bei Bischof Prof. Wolfgang Huber in Heidelberg. Seit 2007 arbeitet Oberkirchenrätin Dr. Gütter als Referentin für Afrika und Entwicklungspolitik am Kirchenamt der EKD in Hannover.
Die Themen Entwicklungspolitik, weltweite Ökumene und Partnerschaftsfragen sind Schwerpunkte ihres haupt-und ehrenamtlichen Engagements in verschiedenen Gremien und Publikationen. Teilgenommen hat sie auch an zahlreichen ökumenischen Delegationsreisen und Konsultationen. Genannt seien: Partnerschaftsausschuss Kassel-Kimberly (Südafrika) von 1994 bis 2005 (Vorsitz), Inlandsbeirat des Evangelischen Entwicklungsdienstes (Vorsitz), Teilnahme an ÖRK-Konsultationen zum Thema Globalisierung im Zeitraum 1996 bis 2006, Koordinationskreis des Ökumenischen Netzes in Nordhessen von 1986 bis 2002, Vorstand des Vereins „Gewaltfrei Handeln-Ökumenisch Frieden lernen“ (ehemals Ökumenischer Dienst / Schalomdiakonat) von 2005 bis 2006 (Vorstand).

