Im Beratungsangebot „Zu Tisch – Kantine wird nachhaltig!“ erhalten hessische Einrichtungen mit Gemeinschaftsverpflegung passgenaue Unterstützung. Das Land Hessen fördert das Angebot jährlich mit 200.000 Euro. Ab sofort können sich interessierte Einrichtungen für die neue Beratungsrunde 2026 bewerben. „Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit sind kein Widerspruch, sondern können sich gegenseitig befeuern. Regionale Wertschöpfung bringt qualitativ hochwertige Lebensmittel auf den Teller, verkürzt Transportwege und reduziert Ressourcen und Kosten. Die Lösungen, die die Kantinenberatung mit den Programmteilnehmern entwickeln, sind dabei sehr kreativ“, sagt Hessens Landwirtschaftsminister Ingmar Jung.
Mengenplanung optimiert, regional produzierte Nudeln geplant
So zum Beispiel bei der Lebenshilfe Wetzlar-Weilburg e.V. Hier wird nicht nur vor Ort frisch gekocht, sondern auch Kitas, Werkstätten und Wohnheime mit Essen beliefert. An gleich zwei Standorten hat sich der Verein mit dem Ausbau regionaler Lieferstrukturen, der Energieeffizienz seiner Küchengeräte und dem aufkommenden Lebensmittelabfall befasst. „In der Beratung konnten wir durch eine Abfallmessung identifizieren, welche Gerichte oder Speisekomponenten besonders häufig übrig bleiben“, sagt Theresa Schön, Projektleiterin bei der FiBL Projekte GmbH. „Anschließend konnte die Mengenplanung optimiert und kalkuliert werden, wie Überhänge am Folgetag eingesetzt werden können“, so Schön. Was durch diese Maßnahmen an Geld eingespart wird, kann in qualitätsvolle Produkte aus der Region direkt reinvestiert werden.
Zukünftig plant die Einrichtung auch, Nudeln aus eigener Produktion anzubieten. „Die Idee kam uns im Rahmen des Beratungsprozesses. Wir möchten durch die Eigenproduktion nicht nur Transportwege reduzieren, sondern auch die Qualität und die Herkunft der Produkte besser kennen“, sagt Gianni Piana, Werkstattleitung am Standort Florentine der Lebenshilfe Wetzlar. „Außerdem steigern wir so das Bewusstsein für Regionalität und Nachhaltigkeit im Team und sensibilisieren unsere kleinen und großen Gäste“, freut sich Sebastian Ziegler, Vorstand für den Bereich Arbeit und Wohnen der Lebenshilfe Wetzlar.
Neue Beratungsrunde 2026 startet
Auch im neuen Jahr können Kantinen und Großküchen wieder Beratungen rund um regionale Lebensmittel, Abfallvermeidung, CO2-Reduzierung, Kundenkommunikation und Energieeffizienz nutzen. Das Hessische Landwirtschaftsministerium ruft dafür jetzt zu Bewerbungen für die Beratungsrunde 2026 auf. Der Beratungsprozess umfasst eine Bestandsaufnahme vor Ort, das Festsetzen gemeinsamer Ziele und einen Fahrplan für die Umsetzung. Die Beraterinnen und Berater begleiten die Einführung neuer Abläufe und stehen den Küchen mit ihrer Expertise zur Seite, beantworten Fragen und unterstützen bei Herausforderungen.
Ergänzt werden die Beratungen durch ein umfangreiches Veranstaltungsangebot, das sich an alle Kantinen und Großküchen in Hessen richtet. Es ermöglicht Besuche bei regionalen Betrieben, Praxiseinblicke in regionale Wertschöpfungsketten und liefert Kompaktwissen rund um zentrale Anliegen in der Gemeinschaftsverpflegung, zum Beispiel zum regionalen Bezug von Hülsenfrüchten in Hessen.
Hintergrund
Das Hessische Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat hat das Beratungsprogramm „Zu Tisch: Kantine wird nachhaltig!“ beauftragt, umgesetzt wird es durch die FiBL Projekte GmbH. Für das Projekt stehen rund 200.000 Euro Mittel aus dem Klimaplan Hessen zur Verfügung.



Kommentare
Über Jahre hinweg hat sich die Notwendigkeit von Kantinen breit gemacht. Mit einem nachteiligen Nebeneffekt eines gewissen Luxusdenkens.
Sicherlich ist eine ausgewogene Ernährung an disponierter Stelle angemessen. Was nicht unbedingt angemessen ist ist der einhergehende Aufwand. Besonders in Sachen logistischer Umsetzung.
Um diverse Kantinen angemessen und wirtschaftlich zu betreiben hat man sich der zusätzlichen Nahrungsmittelverteilung auf Rädern angenommen.
Das daraus resultierend, sich der klimatische Fingerabdruck, ins negative zu bewegen scheint, ist nur logisch.
So manche Kantine hat mittlerweile andere Probleme, die personelle Besetzung, die nachteilige Gegebenheiten mit sich bringt. Wie wo anders auch ist der personelle Notstand auch ein Problem.
An diversen Standorte hat man mittlerweile das Nahrungsangebot drastisch reduziert um ansatzweise, wenn überhaupt noch, wirtschaftlich agieren zu können.
Sich der Nachhaltigkeit und dem Regionalbewusstsein zusätzlich verschreiben zu müssen, hat den traurigen Nachteil, das Betriebskosten steigen.
Wie man sieht hat alles seine Nachteile auch wenn man es gut zu meinen scheint.
Aber der anhaltende Wandel der Zeit wird dahingehend so manches mal im Wege stehen.
Dem Klima geholfen wäre, wenn jeder sein Essen mitbringen würde.
Die gute alte Stulle hatte auch über einen langen Zeitraum hinweg seine Berechtigung, mit einem nachhaltigen Fingerabdruck, gehabt.
Wäre mal zu überdenken.