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Museum Ober-Ramstadt als „Museum des Monats“ ausgezeichnet

Das Museum Ober-Ramstadt hat sich neu erfunden: Nach dreijähriger Schließung präsentiert es seit seiner Wiedereröffnung im Mai Stadtgeschichte zum Miterleben.

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An Medienstationen schlüpfen die Besucherinnen und Besucher in die Rollen von historischen Persönlichkeiten, digitale Angebote und Exponate zu Industrie und Alltag wechseln sich ab. Der Verein für Heimatgeschichte Ober-Ramstadt e.V. betreibt das Museum; sein Einsatz wird nun gewürdigt: Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn (Grüne) hat das Haus als „Museum des Monats“ ausgezeichnet und 1.000 Euro Preisgeld überreicht.

„Geschichte wird von Menschen geschrieben – und gerade Heimathistorie vermittelt sich am besten über persönliche Schicksale und Werdegänge“, so Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn. „Mit seinem neuen Konzept zeigt das Museum Ober-Ramstadt, dass Digitalisierung auch für kleine Museen wunderbare Möglichkeiten bietet, Geschichte spannend und anschaulich zu erzählen: Die Besucherinnen und Besucher gehen einkaufen, zum Friseur oder bestaunen Autos, die in Ober-Ramstadt vom Band liefen. Das, was die Ehrenamtlichen des Vereins hier zusammen mit einer auf digitale Museumstechnik spezialisierte Firma entwickelt haben, ist in dieser Form einzigartig für ein Museum dieser Größe und dieses Zuschnitts in Deutschland. Ich danke den engagierten Mitgliedern des Vereins für Heimatgeschichte herzlich für ihre Arbeit und gratuliere zur Auszeichnung.“

Das Museum befindet sich im Alten Rathaus in der Ober-Ramstädter Innenstadt. Gleich am Eingang wählen die Besucherinnen und Besucher aus, als welche Persönlichkeit sie in die Zeit der 1920er und 1930er Jahre zurückreisen wollen. Zur Auswahl stehen zum Beispiel die Ehefrau eines Möbelfabrikanten oder die Schülerin Anna, die sich keinen neuen Haarschnitt im Frisörsalon oder Schokolade im Gemischtwarenladen leisten kann. Als diese Personen spaziert man dann durch das Museum, nimmt zum Beispiel auf einem historischen Frisörstuhl Platz oder erledigt Einkäufe. Derzeit wartet zudem eine große archäologische Sammlung auf dem Dachboden des Museums auf die bevorstehende Aufarbeitung.

Hintergrund: Die Auszeichnung „Museum des Monats“

Die Auszeichnung „Museum des Monats“ ist mit 1.000 Euro dotiert und wird seit Juni 2018 vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst verliehen. Der Museumsverband Hessen trifft eine Vorauswahl aus den vom Land Hessen geförderten privatrechtlichen Museen und unterstützt sie auch in ihrer Arbeit, durch umfassende Beratung etwa zu Aufbau und Digitalisierung der Ausstellung. Zudem leitet er die Projektfördermittel des Landes für die privatrechtlichen Museen in dessen Auftrag weiter. Für die Auszeichnungen müssen die Mindestanforderungen an ein Museum erfüllt sein, weiterhin geht es um qualitätsvolle Museumsarbeit, die sich durch besondere Vermittlung, Forschung oder Ausstellungen auszeichnet. Bevorzugt werden Museen im ländlichen Raum. Neben dem „Museum des Monats“ wird auch die Auszeichnung „Denkmal des Monats“ vergeben. Alle ausgezeichneten Objekte kann man auf kunst.hessen.de auf einer interaktiven Karte erkunden.

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