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Neues Wolfs-Territorium mit Status Rudel entdeckt

Am 08.10.2025 erhielt das Wolfszentrum Hessen ein Fotofallenvideo aus der Gemeinde Knüllwald, auf dem ein Wolfsrudel mit zwei ausgewachsenen Tieren sowie sieben Welpen dokumentiert ist.

Bislang galt in diesem Gebiet kein Wolf als sesshaft. Als sesshaft gelten – laut bundesweit einheitlicher Definition – Wölfe, deren Präsenz mindestens sechs Monae, mehrfach genetisch oder eindeutig durch Fotos nachgewiesen wurde. Vor diesem Hintergrund wird für das Gebiet nun ein neues Territorium ausgewiesen, das als Knüllwald (KNW) benannt wird.Das Wolfszentrum Hessen intensiviert derzeit die Suche nach Losung und weiteren Indizien in diesem Gebiet, um zusätzliche Erkenntnisse über das Rudel zu gewinnen. Gemäß den bundeseinheitlichen Monitoringstandards werden die Elterntiere nach ihrer Identifikation als sesshaft eingestuft.

Monitoring-Ergebnisse im Schwalm-Eder-Kreis im aktuellen Monitoringjahr

Ein Monitoringjahr orientiert sich am Lebenszyklus des Wolfes und erstreckt sich jeweils vom 1. Mai des Vorjahres bis zum 30. April des Folgejahres. Im aktuell laufenden Monitoringjahr 2025/26 hat das Wolfszentrum Hessen im Landkreis Schwalm-Eder bereits vier gesicherte Wolfsnachweise (SCALP C1 – sicherer Nachweis) sowie acht weitere Hinweise (SCALP C3 – Wolf kann nicht ausgeschlossen werden) dokumentiert. Dabei wurden genetisch zwei verschiedene Individuen nachgewiesen. Im September wurde im Bereich des Truppenübungsplatzes Schwarzenborn der Rüde GW4774m nachgewiesen. Dieses Militärgelände liegt westlich der Autobahn A7, während der Nachweis des Rudels östlich der A7 liegt. In Deutschland sind Wolfsterritorien häufig durch große und stark befahrene Straßen begrenzt. Derzeit wird geprüft, ob der Rüde dennoch Teil desselben Rudels sein könnte. Im betreffenden Gebiet existieren mehrere wenig frequentierte, kleine Waldbrücken, die die Autobahn überspannen und somit eine Verbindung zwischen den beiden Gebieten ermöglichen könnten. Dem Wolfszentrum Hessen liegen derzeit drei weitere Meldungen mit Genetik-Proben aus diesem Gebiet vor. Die Ergebnisse stehen noch aus.

Ferner wurde Ende Mai die Fähe GW4807f in der Gemeinde Knüllwald genetisch identifiziert. Die Fähe wurde am 06.08.2025 in Thüringen nachgewiesen. Daher ist die Wahrscheinlichkeit, dass es sich bei einem der auf dem Video zu sehenden Wölfen um diese Fähe handelt, als äußerst gering einzuschätzen.

Was ist ein Wolfsterritorium?

Ein Wolfsterritorium ist ein klar abgegrenztes Gebiet, das von einem oder mehreren Wölfen über einen längeren Zeitraum genutzt wird. In Hessen wird regelmäßig überprüft, in welchen Regionen Wölfe für eine Mindestdauer nachweisbar sind. Dabei helfen genetische Nachweise oder aussagekräftige Fotos. Im Falle eines Rudels ist zudem die Fortpflanzung ein entscheidendes Kriterium.

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