„Das geplante Praxissemester ist eine Mogelpackung, die wieder einmal vor allem auf eines abzielt: Kürzen, kürzen, kürzen. Die Ausbildung der angehenden Lehrkräfte wird hierdurch keinesfalls verbessert oder praxisnäher. Das Gegenteil ist der Fall: Da das geplante Praxissemester alle bisherigen und aufeinander aufbauenden Praxisphasen (Orientierungspraktikum, Betriebspraktikum, schulpraktische Studien), die einen spezifischen Beitrag zur Entwicklung von Lehrerprofessionalität leisten, ersetzt, stellt es faktisch eine Verschlechterung der Ausbildung dar. Auch eine wirkungsvolle Unterstützung und Betreuung der Studierenden ist in keiner Weise angedacht. Zu beachten ist überdies, dass die Praktikantinnen und Praktikanten in einem sehr frühen Stadium ihres Studiums an den Schulen unterrichten sollen. Zu diesem Zeitpunkt haben sie weder eine hinreichende fachliche oder fachdidaktische Ausbildung noch können sie bereits die professionelle Reflexionsfähigkeit ausgebildet haben, um Schülerinnen und Schülern wirklich gerecht zu werden. Erneut werden diese also zu Versuchsobjekten bildungspolitisch unausgegorener Reformen gemacht“, so Nagel.
Anlässlich der morgigen Debatte im Kulturpolitischen Ausschuss des Landtages um das geplante „Praxissemester“ äußert sich Jochen Nagel, Vorsitzender der GEW Hessen.
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