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Keiler Bier

Weitere Maßnahmen gegen clanähnlichen Familienverband

Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main - Eingreifreserve -, die hessische Steuerfahndung (Ermittlungsgruppe AVALON) und das Polizeipräsidium Frankfurt am Main haben am 10.12.2025 zwei Wohnobjekte in Frankfurt am Main durchsucht.

Dabei wurden Beweismittel, insbesondere Fahrzeugunterlagen und Mobiltelefone, sowie Bargeld in mittlerer vierstelliger Höhe und Goldmünzen sichergestellt. An den Einsatzmaßnahmen waren über 30 Beamtinnen und Beamte der hessischen Steuerfahndung und des Polizeipräsidiums Frankfurt am Main, mehrere Polizeihunde und drei Vertreter der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main beteiligt.

Die Maßnahmen richteten sich gegen vier rumänische Staatsangehörige im Alter von 17, 20 und 44 Jahren, die Angehörige eines clanähnlichen Familienverbands aus dem Rhein-Main-Gebiet sind. Dem 44-jährigen Beschuldigten wird Hinterziehung von Umsatzsteuer in Höhe von knapp 28.000,- Euro vorgeworfen. Dieser soll im Jahr 2025 insgesamt 8 teils hochpreisige, gebrauchte Luxusfahrzeuge verkauft haben, ohne dem Finanzamt die erzielten Umsätze mitzuteilen oder die fällige Umsatzsteuer zu zahlen. Den weiteren drei Beschuldigten im Alter von 17 bis 44 Jahren wird vorgeworfen, Sozialleistungen beantragt zu haben, obwohl hierauf kein Anspruch bestand. Vielmehr soll aufgrund der Einnahmen aus dem Verkauf von Gebrauchtwagen in der in einem Haushalt lebenden sogenannten Bedarfsgemeinschaft ein ausreichendes Einkommen vorhanden gewesen sein. Hierdurch sollen die drei Beschuldigten seit dem Jahr 2022 Sozialleistungen in Höhe von mehr als 34.000,- Euro zu Unrecht erhalten haben.

Die Einsatzmaßnahmen sind Teil eines Gesamtkomplexes, der seit Juni 2018 von der Eingreifreserve der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main mit der Ermittlungsgruppe AVALON der hessischen Steuerfahndung, in enger Zusammenarbeit mit den Polizeipräsidien Frankfurt am Main und Südosthessen sowie örtlich zuständigen Polizeidienststellen bearbeitet wird. Gegenstand des umfangreichen Gesamtkomplexes sind Ermittlungs- und Strafverfahren gegen über 60 Angehörige mehrerer miteinander verbundener, clanähnlich strukturierter Großfamilien wegen des Verdachts von Betrugsdelikten und Steuerhinterziehungen im Zusammenhang mit dem An- und Verkauf hochpreisiger Luxusfahrzeuge, Urkundenfälschungen sowie Sozialleistungsbetrug und Geldwäsche.

Eines der wesentlichen Ziele der Ermittlungsarbeit in dem Gesamtkomplex ist die schnelle und konsequente Abschöpfung von Gewinnen aus Straftaten. In dem Gesamtkomplex wurden bislang über 3,4 Millionen Euro an Vermögenswerten sichergestellt, darunter Immobilien im Wert von knapp 1,6 Millionen Euro, Fahrzeuge im Wert von über 1,1 Millionen Euro sowie Bargeld und Schmuck im Wert von über 650.000,- Euro. Gegen bislang 52 Personen wurde in dem umfangreichen Verfahrenskomplex bereits Anklage erhoben bzw. Strafbefehle beantragt. 45 Personen wurden - teilweise bereits rechtskräftig - zu Geld- und Freiheitsstrafen bis zu fünf Jahren und neun Monaten verurteilt. In der Summe verhängten hessische Gerichte in dem Verfahrenskomplex bislang Freiheitsstrafen von 57 Jahren. Zudem ordneten hessische Gerichte in dem Verfahrenskomplex - teilweise rechtskräftig - bereits Einziehungen von Gewinnen aus Straftaten in Höhe von über 1,9 Millionen Euro an.

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