Fast 700 Teilnehmende besuchten am vergangenen Wochenende die größte Fortbildungsveranstaltung im organisierten Sport, die zum zweiten Mal in der Sportschule des Landessportbundes Hessen (LSBH) und den Hallen des Hessischen Turnverbandes (HTV) im Frankfurter Stadtwald stattfand. Geboten wurden erneut rund 200 Vorträge und Workshops aus unterschiedlichen Bereichen – etwa Fitness und Gesundheit, Gerät- und Trampolinturnen, Kinderturnen oder Tanz. Erstmals richteten die Dachorganisation und der HTV die dreitägige Veranstaltung im Sommer aus.
„Mit der Verlegung in den Sommer haben wir versucht, neue Impulse in Richtung Outdoor-Angebote zu setzen. Wenngleich die Nachfrage der Outdoor-Workshops unsere Erwartungen nicht erfüllt hat, sehen wir in diesem Segment eine Chance für die Entwicklung der Turn- und Sportvereine“, erläuterte HTV-Präsident Ulrich Müller und fügte hinzu: „Positiv waren die Gespräche und der Austausch der Teilnehmenden, der besonders beim Sommerfest im Mittelpunkt stand. So wurde neben der inhaltlichen Arbeit auch das Miteinander gestärkt.“ Auf Interesse stieß auch der Kongressmarkt im LSBH-Foyer in der Otto-Fleck-Schneise. Dort herrschte an allen drei Tagen reger Betrieb. Der Großteil der Teilnehmenden – darunter wieder viele Übungsleiter*innen und Trainer*innen – nutzte die Möglichkeit, sich über neue Sportgeräte, Fachliteratur und vieles mehr zu informieren – und vor Ort einiges auszuprobieren.
„Die Atmosphäre war sehr angenehm – und das war die Grundlage dafür, dass viele Teilnehmende wertvolle Impulse für die Arbeit in ihren Vereinen mitnehmen konnten“, bilanzierte Katja Köhler-Nachtnebel, LSBH-Vizepräsidentin Schule, Bildung und Personalentwicklung. Erfreut zeigte sie sich auch darüber, dass man das Workshopangebot weiter ausdifferenzieren und verbessern konnte. „Obwohl der vorherige Kongress im Jahr 2022 sehr erfolgreich verlief, haben wir uns intensiv damit auseinandergesetzt, in welchen Bereichen wir noch zulegen können – ganz im Sinne der Verantwortlichen an unserer Basis.“ Genutzt wurde auch diesmal ein Großteil der Räumlichkeiten der Sportschule – die altehrwürdige Heinz-Lindner-Halle, aber auch die moderne doppelstöckige Halle, das Schwimmbad, das Athletikzentrum sowie zahlreiche Schulungsräume. Die Hallen des Landesleistungszentrums des HTV, in denen besonders die beliebten Gerät- und Trampolin-Workshops stattfanden, trugen ebenfalls zum Gelingen der Veranstaltung bei.
Es war wieder ein Event der kurzen Wege, dem auch Hessens Sportministerin Diana Stolz als Schirmherrin einen Besuch abstattete. „Der Turn- und Sportkongress zeigt das herausragende Engagement innerhalb der hessischen Sportfamilie“, betonte Stolz. Sie lobte das Engagement der vielen Übungsleiterinnen und Übungsleiter, die sich mit Herzblut und Fachwissen für ihren Verein und die Menschen vor Ort einsetzen. „Sie sind das Fundament von Bewegung und Sport in Hessen und die Basis für Gemeinschaft und Zusammenhalt“, sagte Stolz, die eine Landesförderung in Höhe von 20.000 Euro zur Durchführung des Kongresses überreichte. „Als Landesregierung stehen wir fest an der Seite des Sports“, unterstrich Stolz, die den Nutzen des Formats hervorhob. Der Turn- und Sportkongress habe sich zu einem „Dialog- und Innovationsforum rund um die Themen Sport, Bewegung und Gesundheit“ entwickelt, so die Sportministerin.
Nach der ersten Auflage im Jahr 2010 entwickelte sich die Veranstaltung am Standort Darmstadt zu einer zentralen Plattform für Aus- und Fortbildung im hessischen Sport. Im November 2022 fand der Turn- und Sportkongress schließlich erstmals in Frankfurt statt. Er lebt nicht nur von seinem umfangreichen Programm, sondern auch vom Engagement zahlreicher freiwilliger Helferinnen und Helfer. „Ohne sie wäre der Turn- und Sportkongress in seiner jetzigen Form undenkbar“, betonte HTV-Präsident Müller. Und LSBH-Vizepräsidentin Köhler-Nachtnebel hielt fest: „Der Turn- und Sportkongress zeigt exemplarisch, welch großes Potenzial im organisierten Sport in Hessen steckt.“



