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„Hessen checkt Strom!“: Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit verbinden

Mit dem Projekt „Hessen checkt Strom!“ erhalten ab Juli Hessinnen und Hessen mit geringem Einkommen und Menschen, die staatliche Unterstützungsleistungen oder eine kleine Rente beziehen eine kostenlose Energieeinsparberatung und die Möglichkeit, ihren alten Kühlschrank kostenfrei gegen ein neues, energieeffizientes Gerät zu tauschen.

„Wir machen Hessen klimaneutral. Das ist unsere größte Aufgabe der kommenden Jahre. Dabei wollen wir die Menschen unterstützen, die wenig Geld haben und durch hohe Energiepreise besonders betroffen sind. Dafür ist das Projekt ‚Hessen checkt Strom!‘ geeignet. Wir stellen dafür 3,2 Millionen Euro zur Verfügung und verbinden Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit“, erklärte Umwelt- und Verbraucherschutzministerin Priska Hinz (Grüne).

Umgesetzt wird das Projekt „Hessen checkt Strom!“ von der Hessen-Caritas und ihren Verbundpartnern. Mit dabei sind auch die hessischen Tafeln. Die flächendeckend angebotene Hilfe ist Teil des Landesprogramms „Hessen steht zusammen“ und ergänzt das bereits bestehende Bundesprogramm „Stromspar-Check“.

Bis zu 1.500 ineffiziente Kühlschränke können ausgetauscht werden

„Mit der Landesförderung ist es möglich, bis zu 1.500 alte und ineffiziente Kühlschränke auszutauschen. Die Einsparung ist enorm: Auf zehn Jahre gesehen sind das 4,2 Millionen Kilowattstunden. Also der Jahresverbrauch von 1.000 Vier-Personen-Haushalten“, erklärte die Ministerin. Die Kosten dafür werden bei „Hessen checkt Strom!“ komplett übernommen. Beim Bundesprogramm gab es zuvor einen 100 Euro Zuschuss. Daher wurden in Hessen bisher erst 40 Geräte ausgetauscht

„Als Caritas in Hessen setzen wir gerne und gemeinsam mit dem Land das Projekt ‚Hessen checkt Strom!‘ um. Menschen, die Transferleistungen erhalten, helfen wir damit doppelt: Einerseits federn wir die Belastungen durch hohe Energiepreise ab, andererseits schonen wir durch Einsparungen auch das Klima“, betonte Jörg Klärner, Direktor des Caritasverbandes für die Diözese Limburg. Interessierten Bürgerinnen und Bürgern stehe auch die ehrenamtliche Energiesparberatung offen.

Was beinhaltet das Projekt „Hessen checkt Strom!“?

  1. Kostenfreier Kühlgerätetausch: Ein groß angelegtes Tauschprogramm für Menschen, die Bürgergeld, Sozialhilfe, Grundsicherung oder Wohngeld beziehen. Auch Menschen mit geringer Rente oder Leistungsempfänger nach dem Asylbewerberleistungsgesetz können die Hilfe erhalten. Bis zu 1.500 Haushalte, deren Kühlschrank, Kühl-/Gefrierkombination oder Gefrierschrank älter als zehn Jahre ist, bekommen ein neues Gerät geschenkt. Neben einer Ersparnis von 200 kWh pro Jahr muss das Gerät innerhalb der neuen Energieeffizienzklasse A – D liegen und darf ein bestimmtes Volumen nicht übersteigen. Gleichzeitig erhalten Haushalte, die Wasser bisher in der Mikrowelle oder auf dem Herd erhitzen, einen Wasserkocher.
  1. Ausweitung der Stromspar-Checks in Hessen: Die durch das Bundesprojekt bereits bestehenden zwölf Stromspar-Check-Standorte in Hessen werden personell aufgestockt, vor allem, um den Kühlgerätetausch gut und effizient umzusetzen. Zusätzlich werden drei neue Standorte aufgebaut. Dort, wo es weiterhin weiße Flecken gibt, soll Personal vor Ort weiterhelfen. Über das Bundesprojekt werden jährlich 2.000 Checks pro Jahr in Hessen durchgeführt. Bei den Checks kommen Stromspar-Teams in die Wohnung und überprüfen den Stromverbrauch. Das dauert ungefähr eine gute Stunde. Die Haushalte bekommen dabei erste Tipps, wie sie Strom und damit Geld sparen können. Bei einem zweiten Besuch des Stromspar-Teams gibt es kostenlose Soforthilfen wie LED-Lampen, schaltbare Steckdosenleisten, TV-Standby-Abschalter, Zeitschaltuhren und Strahlregler für Wasserhähne, die nach Bedarf auch sofort montiert werden.
  1. Ehrenamtliche Beratung vor Ort: Parallel wird in Hessen eine ehrenamtliche Energiesparbegleitung aufgebaut, die vor allem bei den Tafeln angedockt wird. Ehrenamtliche erhalten eine Weiterbildung und beraten dann direkt in Stadtteilzentren, Senioren- und Jugendtreffs sowie an Tafelstandorten. So werden auch Menschen erreicht, die normalerweise keine Beratungsstelle aufsuchen.

„Tafeln sind Orte des sozialen Miteinanders und so sehen wir hier das aktive Zusammenwirken mit Tafel-Kunden, die ihre Energiekosten noch sorgfältiger prüfen müssen. Bei vielen Ortstafeln gehen bereits Anfragen von Tafel-Kunden ein, die um Beratung bitten. Nun gelingt dies direkt und umfassend mit Hessen checkt Strom!“, so Uwe Seibel, Vorstandsmitglied der Tafel Hessen.

Hintergrund: Der bundesweite Stromspar-Check

Der bundesweite Stromspar-Check ist ein gemeinsames Angebot des Deutschen Caritasverbandes und des Bundesverbandes der Energie- und Klimaschutzagenturen Deutschlands und wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz gefördert. Das Angebot verfolgt parallel mehrere Ziele. Zum einen wird der Verbrauch von Strom und von Heizenergie einkommensschwacher Menschen verringert und damit deren Kostenbelastung signifikant reduziert. Gleichzeitig erhalten ehemalige langzeitarbeitslose Menschen über ihre Projekttätigkeit als Stromsparhelferinnen und -helfer die Chance auf einen Wiedereinstieg ins Berufsleben.

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Kommentare

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Wilfried Prof. ad. W
2 jahre vor
1.500 Kühlschränke für "ganz Hessen" bei wieviel Berechtigten?

Hört sich irgendwie nach "heißer PR-Luft" an.
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Herrmann
2 jahre vor
Mir ist gar nicht bekannt, dass die Mitarbeitenden im Bereich "Stromspar-Check" ehrenamtlich arbeiten. Dort gibt es meines Wissen eine normale Betriebsstruktur mit einer Ausnahme. Neben den Festangestellten arbeiten dort, ich meine sogar mehrheitlich, über das SGB II geförderte Mitarbeitende. Das können Menschen sein die SGB II Leistungen + Mehraufwandsentschädigung oder ergänzend Leistungen nach dem SGB II bekommen.

Hessen hat ca. 6,4 Mio Einwohner, davon sind ca. 3,5 Mio erwerbstätig. Bedeutet, dass ca. 2,9 Mio Menschen in Hessen keine Leistungsträger sind und davon sind 654763 Tausend Menschen Berechtigt auf einen der zu vergebenden 1500 Kühlschränke.

Find ich total gut das Angebot. Macht weiter so! Vielleicht bekommt ihr ja irgendwie, nur um gerecht zu sein, die fehlenden 653263 Kühlschränke gespendet.

Ich finde, die letzte Generation könnte doch von den Spenden die sie erhalten die, fehlenden Kühlschränke sponsern.
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