5,7 Prozent weniger Bibliotheken in Deutschland
Die Publikation geht beispielsweise auf den Rückgang traditioneller Kultureinrichtungen in Deutschland ein. Besonders betroffen sind unter anderem die Bibliotheken: Im Jahr 2024 gab es insgesamt 8 769 öffentliche und wissenschaftliche Bibliotheken in Deutschland und damit 5,7 Prozent weniger als fünf Jahre zuvor (2019: 9 297). Auch im Theaterbereich wurde ein Rückgang verzeichnet: In der Spielzeit 2022/2023 gab es in Deutschland 788 Spielstätten in öffentlichen Theatern und damit 2,4 Prozent weniger als in der Spielzeit 2017/2018 mit 807 Spielstätten. Die Zahl der Kinospielstätten reduzierte sich von 1 734 im Jahr 2019 auf 1 722 im Jahr 2024, was einem Rückgang um 0,7 Prozent entspricht. Auch die Museumslandschaft nahm leicht ab: Hatten im Jahr 2019 noch 6 834 Museen existiert, waren es 2023 noch 6 781 und damit 0,8 Prozent weniger.
Digitale Kulturangebote im Aufschwung
Während sich traditionelle Kulturorte rückläufig entwickelten, nutzt die Bevölkerung zunehmend kulturelle Angebote im digitalen Raum. Der Anteil der 16- bis 74-jährigen Bevölkerung in Deutschland, der Musik über Internetradio, Streaming-Dienste oder per Download hörte, stieg von 44,0 Prozent im Jahr 2022 auf 61,2 Prozent im Jahr 2024. Vor allem junge Menschen konsumierten diese digitalen Angebote: In der Altersgruppe der 16- bis 24-Jährigen lag der Anteil 2024 bei 85,3 Prozent, während in der Gruppe der 65- bis 74-Jährigen 26,9 Prozent digitale Musikformate nutzten.
Eine ähnliche Entwicklung zeigte sich beim Konsum von Onlinevideos. Die Nutzung von Videos kommerzieller Anbieter und Video-Sharing-Diensten nahm innerhalb von zwei Jahren von 45,8 Prozent im Jahr 2022 auf 68,3 Prozent im Jahr 2024 zu. Auch hier war in der jüngeren Altersgruppe der 16- bis 24-Jährigen der Anteil der Nutzenden mit 85,1 Prozent besonders hoch, während in der Gruppe der 65- bis 74-Jährigen nur 37,5 Prozent digitale Videoinhalte konsumierten.
Kunststudiengänge international geprägt
Ein weiteres Thema der „Kulturindikatoren | kompakt 2025“ ist die Hochschullandschaft. So geht daraus hervor, dass der Anteil der sogenannten Bildungsausländerinnen und -ausländer – also jener ausländischen Studierenden, die ihre Hochschulzugangsberechtigung im Ausland bzw. an einem Studienkolleg erworben haben – in der Fächergruppe „Kunst, Kunstwissenschaft“ besonders hoch war. Im Jahr 2024 gehörten 34,5 Prozent der Erstsemester dieser Gruppe an und damit deutlich mehr als im Durchschnitt aller Fächergruppen, der bei 26,5 Prozent lag.


