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Amtsgericht Gelnhausen: Afghane wegen Kindesentziehung angeklagt

Amtsgericht Gelnhausen: Afghane wegen Kindesentziehung angeklagt

Die Stimmung im Gerichtssaal war emotional aufgeladen. Schließlich ging es um das Wohlergehen von Kindern. Vor dem Schöffengericht Gelnhausen musste sich ein 39-jähriger Vater wegen „Entziehung Minderjähriger“ verantworten. Der Afghane hat mehrere Kinder mit verschiedenen Frauen. Im aktuellen Fall ging es um zwei Söhne, die er zusammen mit einer ehemaligen Ehefrau im Altkreis Gelnhausen großzog.

Im Sommer 2024 flog er mit den acht und neun Jahre alten Buben gemäß Absprache in sein Heimatland. Geplant war, zum Ende der Sommerferien nach Deutschland zurückzukehren. Schließlich besuchte das eine Kind seinerzeit hier eine Schule, das andere den Kindergarten.

Offenbar waren die Flugtickets zurück auch gebucht, doch die Jungen traten die Reise nicht an. „Die Kinder wollten länger dortbleiben“, erklärte der Vater jetzt als Zeuge vor Gericht zur Begründung. Dorthin wurde er aus der Untersuchungshaft in Frankfurt vorgeführt. Da er gemeinsam mit seiner hier in Deutschland lebenden Ex-Frau das Sorgerecht hat, hat er sich damit möglicherweise der Kindesentziehung schuldig gemacht. Die hatte ihn deswegen angezeigt. Irgendwann wurde ein Haftbefehl gegen ihn verhängt, der vor wenigen Wochen bei seiner erneuten Einreise in das Bundesgebiet vollstreckt wurde.

Der Angeklagte versteht nicht, warum er jetzt in Haft sitzt, bekundete er im Gerichtssaal. Er sei freiwillig nach Deutschland eingereist in dem Bewusstsein, hier festgenommen zu werden. Grundgedanke sei gewesen, den Sachverhalt mit seinen Kindern zu klären. Seiner Aussage nach habe die Frau angeblich zugestimmt, dass die beiden Jungen, die die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen, drei bis vier Jahre in dem arabischen Land bleiben, um dort das Leben kennenzulernen. Die Ex-Partnerin bestritt diese Vereinbarung im Zeugenstand. Sie lebt derzeit im Altkreis Gelnhausen an einem geheimen Ort, weil sie Angst vor dem Angeklagten hat. Zeitweise hat sie daher auch schon im Frauenhaus Schutz gesucht.

Der 39-Jährige wurde vor Gericht von gleich zwei Anwälten verteidigt, die engagiert seine Freilassung forderten. Einer davon warf dem Staatsanwalt „staatliche Diskriminierung“ vor, weil dieser eine ordentliche Betreuung der Kinder in Afghanistan anzweifelte. Diese Äußerung solle er zurücknehmen, forderte der Advokat, was der Staatsanwalt ablehnte.

Richter Andreas Weiß lehnte eine sofortige Freilassung des Mannes ab, da er diesem keine günstige Sozialprognose bescheinigen könne. Wenn dieser heute freikäme, begehe er morgen schon wieder eine Straftat, weil er weiterhin die Kinder ihrer Mutter vorenthalte. Außerdem drohe dem 39-Jährigen wegen der Entziehung vor Gericht eine mehrjährige Freiheitsstrafe.

Letztendlich einigten sich alle Beteiligten auf einen Kompromiss. Die Verhandlung wurde zunächst bis Ende Februar unterbrochen. Der Angeklagte bleibt im Gefängnis, soll aber über Familie und Bekannte bis zu diesem Zeitpunkt den Rücktransport der Kinder nach Deutschland organisieren. Gelingt dies bis zu dem Fortsetzungstermin, kann der bislang nicht vorbestrafte Angeklagte möglicherweise mit einer Bewährungsstrafe rechnen. / hd

Kommentare

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Proximo
2 monate vor
Man kann es nicht oft genug wiederholen: Man kann nur begrenzt Menschen in Deutschland aufnehmen, die Wert- und Moralvorstellungen haben, die nicht mit unseren kompatibel sind. Früher oder später führt dies zu massiven Problem. Oben genannter Fall ist nur ein Beispiel von unzähligen.

Aber hey, wir haben Platz *facepalm*
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10
Hätteesgernschönhier
2 monate vor
Dieser Bericht zeigt eigentlich im Wesentlichen, dass bei uns einiges falsch läuft.
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15
Stefan
2 monate vor
Genau solche widerlichen Ausländer - wie dieser Afghane - sind der Grund für die anhaltend hohen Wahlergebnisse der AfD.

Die anständigen, arbeitenden Bürger - sowohl Deutsche als auch Ausländer - haben die Nase gestrichen voll von solchen Eskapaden, die sich Typen, wie dieser Afghane vor Gericht, leisten können.

Inzwischen haben sich Advokaten mit afghanischem Migrationshintergrund auch in der deutschen Justiz eingenistet. Ich finde das extrem schlimm, was uns in der Zukunft da noch erwarten wird.
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15
W̷i̸n̵s̷t̵o̴n̸
2 monate vor
Viele Menschen mit Migrationshintergrund, die längst ihren Platz in der Gesellschaft gefunden haben, wenden sich inzwischen der AfD zu.
Offenbar, weil sie vom politischen Dauerrauschen endgültig genug haben.

Gleichzeitig hält die Politik unbeirrt an der Erzählung vom „dringenden Bedarf an Fachkräften“ fest. Ein Blick in die täglichen Nachrichten zeigt allerdings, dass nur ein Bruchteil der Neuankömmlinge tatsächlich in diese Kategorie fällt.
Aber gut, warum sollte man sich von Fakten irritieren lassen, wenn man eine schöne Erzählung hat.

Die Polizeiliche Kriminalstatistik und andere nüchterne Datensammlungen liefern zusätzliche Hinweise, doch auch das scheint niemanden zu stören.

Trotzdem sorgen Politikerinnen und Politiker gemeinsam mit diversen NGOs dafür, dass weiterhin neue Menschen in das ohnehin überlastete Sozialsystem einwandern.
Und als wäre das nicht genug, kommentieren professionelle Empörte und selbsternannte Aktivisten (ggf. gegen Bezahlung) das Ganze mit einer Leidenschaft, die dem Thema den Rest gibt.
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17
W̷i̸n̵s̷t̵o̴n̸
2 monate vor
Wäre tatsächlich mal Interessent zu wissen, ob der Aufenthalt in Deutschland aufgrund Asyl aufgrund Verfolgung erfolgte.
Wie kann man einen "Urlaub" rechtfertigen?

Tatsächlich läuft in Deutschland mehr als nur eine kleinigkeit Verkehert!
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16
Heck
2 monate vor
Es wäre mal für die Leser ein wirklich investigativer Jounalismus, wenn sie nur die Kosten für die Verfahren erfahren würden, die man den Steuerzahlern nur in diesem einen Fall aufbürdet.
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Karlheinz
2 monate vor
Dieser Fall zeigt das Problem ganz deutlich, wie kann es sein das ilegalle Bigamie bereits bei der Einreise oft bekannt, auch noch stattlich gefördert wird.
Das traurige an der ganzen Sache ist, daß Kinder von solchen Eltern keine Chance auf ein erfolgreiche Zukunft haben werden.

Woher stammt das Geld für 2 Verteidiger, vom Deutschen Steuerzahler.

Gleichzeitig laufen Deutsche Rentner von Mülleimer zu Mülleimer, um Pfandflaschen zu sammeln.

Solche Zustände gibt es in keinem anderen Land der Erde.
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16
D.A.
2 monate vor
Der 39-Jährige wurde vor Gericht von gleich zwei Anwälten verteidigt, die engagiert seine Freilassung forderten. Einer davon warf dem Staatsanwalt „staatliche Diskriminierung“ vor, weil dieser eine ordentliche Betreuung der Kinder in Afghanistan anzweifelte.
Wo sind wir hingekommen? Von was kann er 2 Anwälte bezahlen?
Ich könnte das nicht!Aber ich gehe auch Arbeiten!
Willkommen in Absurdistan!
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