Zwei Täter seien daraufhin festgenommen worden, bei denen auch ein Zettel mit ihrem Namen gefunden wurde, wonach bei ihr ebenfalls eingebrochen werden solle. Ein dritter Einbrecher sei in einem schwarzen Auto flüchtig.
Zu ihrer Sicherheit empfahl der Anrufer, einem gewissen Polizeibeamten „Markus Schulz“ ihre Wertsachen zu übergeben. Die 81-Jährige hatte noch 5.000 Euro Bargeld zuhause. Außerdem ging sie zu einem örtlichen Geldhaus und holte dort weitere 10.000 Euro von Konto und Sparbuch ab. In der Nähe eines Einkaufsmarktes in der Grimm-Stadt traf die betagte Dame dann auch den „Herrn Schulz“, es war der junge Langenselbolder. Als dieser das vereinbarte Kennwort „Blume“ nannte, sollte sie das Geld übergeben. Die Steinauerin wurde jedoch misstrauisch und wollte die Übergabe erst in Gegenwart eines Polizeibeamten tätigen.
Um dieses Misstrauen zu überwinden, rief der 24-Jährige einen angeblichen „Vorgesetzten“ an, der die betagte Dame weiter unter Druck setzte. Schließlich übergab diese 10000 Euro. Den Restbetrag hielt sie zurück. Der 24-Jährige nahm die hohe Summe und verschwand unter dem Vorwand, die Scheine zunächst auf Echtheit überprüfen zu wollen, in Richtung Brüder-Grimm-Straße. Tatsächlich kam er nicht mehr wieder. Die Rentnerin rief dann ihrerseits die richtige Polizei um Hilfe.
Der Langenselbolder ließ über seinen Verteidiger den Vorwurf einräumen. Er sei Anfang März über eine dritte Person, deren Namen er nicht nennen wolle, für diese Aktion angeworben worden. Er müsse „so gut wie nix machen“ wurde ihm erklärt und bekomme dafür 20 Prozent Provision. Da er damals seine Tätigkeit als Pizzalieferant verloren hatte, aber täglich rund 50 Euro für den Kauf von Drogen benötigte, sei er „finanziell am Abgrund“ gewesen. So willigte er für den Job als „Abholer“ ein. Mittlerweile bereue er seine Tat und wolle sich auch bei der alten Frau entschuldigen.
Die Staatsanwältin wirft dem 24-Jährigen zudem noch eine weitere schwerwiegendere Tat vor. Zusammen mit einem 25-Jährigen, ebenfalls aus Langenselbold, soll er sich Mitte vergangenen Jahres verabredet haben, Munition für eine dem Älteren gehörende, zur funktionsfähigen Schusswaffe umgebaute Schreckschusspistole zu besorgen. Damit wollten sie sich mit einem bis heute unbekannten Dritten und dessen Begleiter treffen, um letzteren zu töten. Hintergrund soll gewesen sein, dass die beiden Angeklagten Schulden bei der unbekannten dritten Person hatten. Zur Durchführung der Tat kam es nicht, da das Duo zuvor in Langenselbold auf dem Parkplatz eines Supermarktes von der Polizei festgenommen wurde. Seitdem sitzen beide in Untersuchungshaft. Zu diesem Vorwurf wollten sie sich zunächst nicht äußern.
Am ersten Verhandlungstag beleuchtete ein 31-Jähriger Polizist einer Sondereinheit als Zeuge die Hintergründe des Betrugs. Die kriminelle Bande sei professionell hierarchisch organisiert gewesen. Der Callcenter, von dem aus die arglosen Opfer angerufen wurden, war im Haus der Oma eines weiteren Mittäters in der Türkei untergebracht. Mit Hilfe spezieller Apps würden dort die deutschen Telefonverzeichnisse systematisch nach vierstelligen Telefonnummern sowie älter klingenden Vornamen durchsucht. Zu dem gesamten System gehörten beispielsweise Manager, Logistiker und Abholer. Das betrügerisch erlangte Geld werde stets in die Türkei überwiesen oder von Mittätern dort hingebracht.
Der Prozess wird fortgesetzt. / hd



Kommentare
Wird von den Richterinnen das volle Strafmaß ausgeschöpft?
Meisten heulen diese verachtenswerten Typen vor Gericht herum, vergießen türkisch-arabische Tränen und schleimen sich ein, indem sie Märchen aus 1001 Nacht erzählen.
Hoffentlich fallen die Richter und Schöffen nicht auf dieses orientalische Schauspiel herein und verurteilen diese Typen zu einer hohen Haftstrafe.
Denkt auch jemand an die traumatisierten Opfer? Diese werden immer vergessen. Es ist einfach nur zum Fremdschämen.