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Koalitionsstreit im MKK: Landrat Stolz soll seine Hausaufgaben machen

Koalitionsstreit im MKK: Landrat Stolz soll seine Hausaufgaben machen

Eine bessere finanzielle Ausstattung der Städte, Gemeinden und Landkreise hatte die SPD Main-Kinzig jüngst gefordert und dabei insbesondere die heimischen CDU-Landtagsabgeordneten in der Pflicht gesehen (wir berichteten). Dazu beziehen Max Schad, Landtagsabgeordneter und Kreisvorsitzender der CDU Main-Kinzig, sowie sein Landtagskollege Heiko Kasseckert, zugleich Fraktionsvorsitzender der Christdemokraten im Kreistag, Stellung.

VORSPRUNG - Anruf genuegt

„Eine starke Demokratie braucht starke und handlungsfähige Kommunen – dieser Aussage der SPD können wir uns grundsätzlich nur anschließen. In der Analyse allerdings, woran es hier aktuell hakt, gehen unsere Auffassungen auseinander. Die SPD hat offenbar vergessen, dass vornehmlich die Fehlentscheidungen der gescheiterten Ampelregierung unter der Führung von Kanzler Scholz (SPD) die Belastungen der Kommunen an entscheidender Stelle erhöht haben."

Schad und Kasseckert weiter: „Ja, die Kommunen stehen unter Druck. Und ja, Aufgaben wie Kita-Ausbau, Jugendhilfe oder Flüchtlingsunterbringung sind kostenintensiv. Aber die Ursachen dafür liegen überwiegend nicht in Wiesbaden, sondern in Berlin. Von dort kommen zahlreiche Vorgaben und Entscheidungen, die auf kommunaler Ebene umzusetzen sind." Gerade die hohen Flüchtlingszahlen, steigende Sozialausgaben und Energiepreise seien direkte Folge bundespolitischer Entscheidungen, die nicht ausreichend durchdacht oder gegenfinanziert worden seien. Nicht ohne Grund habe die neue schwarz-rote Bundesregierung darum im Koalitionsvertrag vereinbart, dass das Prinzip „Wer bestellt, bezahlt“ künftig wieder konsequent angewendet werden soll. Schad: „Eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Dass dies nun explizit festgehalten werden musste, spricht Bände. Die einzige Antwort der SPD ist der Ruf nach mehr Schulden.“ Sie suggeriere, dass mit der Lockerung der Schuldenbremse in Hessen nun automatisch Milliarden „zu verteilen“ seien. Das sei eine Vereinfachung. „Die 1,35 Milliarden Euro Kreditermächtigung dienen Investitionen in Infrastruktur und Zukunftsthemen, nicht zur Deckung laufender konsumtiver Ausgaben“, stellt Heiko Kasseckert klar. Genau vor diesem Reflex, der bei der SPD schon lange zu beobachten sei, habe die CDU früh gewarnt, so Kasseckert weiter.

Auch die plakative Forderung nach einer Erhöhung des Kommunalen Finanzausgleichs (KFA) um 750 Millionen Euro ab dem Jahr 2026 sei nicht redlich, da dabei verschwiegen werde, dass der KFA in den letzten Jahren kontinuierlich auf heute über 7 Milliarden Euro angewachsen sei. Kasseckert: „Die Aussage, dass es 2025 Kürzungen gebe, ist schlicht falsch und wird nicht richtig, wenn man sie nur oft genug wiederholt. Es gibt lediglich ein um 200 Mio. Euro geringeres Wachstum infolge der schwächeren Wirtschaftslage, wodurch Deutschland nun bereits im dritten Jahr eine Rezession erlebt.“ Eine umfassende Novellierung des KFA, wie sie gefordert werde, stoße zudem auf breiten Widerstand bei den Kommunalen Spitzenverbänden.

Besonders irritierend sei die SPD-Kritik am Land bezüglich der Weiterleitung der Bundesmittel zur Deckung der Asylkosten. „Im Streit über die Frage, ob das Land seine eigenen Aufwendungen abziehen kann und auch den Verteilungsschlüssel neu regeln muss, ist der Landrat jedenfalls vor Gericht gescheitert. Und er trifft auch nicht die Ursache – diese liegt nämlich im hohen Zugang von Asylbewerbern, den die Ampelregierung weder konsequent gesteuert noch begrenzt hat." Auch jetzt stehe die SPD bei entsprechenden Vorstößen auf Bundesebene eher noch auf Seiten der Bremser, wenn es darum geht, Migrationsbewegungen deutlich zu reduzieren.

Statt mit dem Finger auf andere zu zeigen, müsse die SPD ihre Hausaufgaben vor Ort machen. Kasseckert: „Seit Jahren steigen die Personalkosten im Main-Kinzig-Kreis – ohne erkennbare Strukturreformen. Wenn Hanau künftig als kreisfreie Stadt viele Aufgaben übernimmt, erwarten wir, dass der Kreis auch Personal reduziert. Alles andere wäre gegenüber den Steuerzahlern nicht vertretbar. Wir sehen uns als Koalitionspartner dabei selbst in der Pflicht und haben diesen Punkt auch in den Koalitionsgesprächen bereits mehrfach adressiert.“ Die CDU werde Landrat Thorsten Stolz daher nicht aus der Verantwortung entlassen, einen klaren Abbaupfad vorzulegen. Schad und Kasseckert: „Haushaltskonsolidierung bedeutet eben auch, vor der eigenen Tür zu kehren und auch unangenehme Entscheidungen zu treffen.“

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Ihnen ist etwas Interessantes aufgefallen im Main-Kinzig-Kreis? Schreiben Sie uns an info@vorsprung-online.de

Kommentare

1
Bürger
1 jahr vor
Die Verteilungskämpfe gehen schon los!
Immer mehr Schulden sind einfach keine Option für die Zukunft, die trägt. Wir brauchen dringend den Abbau der Bürokratie, echte Strukturreformen und ein breites Verständnis davon, dass der Wohlstand nicht selbstverständlich ist. Solange sich Menschen mit einem Lebenslauf aus dem Jahr 1995 in der Hand vorstellen und nur um eine Unterschrift für das Arbeitsamt bitten, als Beleg für ihr Bemühen… Solange die Jobcenter mehr als 1/3 der Kosten für sich selbst verbrauchen statt sie in die Vermittlung zu stecken… Solange aus dem Cum-Ex-Geschäften keine richtigen Konsequenzen gezogen werden und auch Geld zurückfließt… Solange nicht sauber zwischen Flüchtlingen, die aus ganz unterschiedlich Gründen zu uns wollen, und Arbeitskräften, die für unseren Arbeitsmarkt benötigt werden, unterschieden wird und beide Gruppen eine funktionierende Regelung bekommen…
Es gibt so viele Beispiele.
Wir verwalten uns zu Tode und nicht nur die Staatsanwältin der Cum-Ex-Anklage hat inzwischen resigniert. Es geht vielen Bürgern so. Diese Stimmung muss sich ändern! Mit geänderter Einstellung und dem breiten Willen, wieder „loszulegen“ und Werte zu schaffen (für das Land und für sich selbst), kann auch mit Schulden investiert werden! Nicht nach Geld fragen, sondern erstmal das Klima schaffen, damit aus den Investitionen ein Grundstein für mehr werden kann und bessere Grundlagen der Verwaltung schaffen.
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14
RaKl
1 jahr vor
Ich bin sehr froh das die CDU verstanden hat, dass diese Schuldverschiebungen ( Ohh was hab ich da für ein geiles Synonym für UNFÄHIGKEIT entworfen ) zu einem Verdruss der Wähler/innen/außen führt. Nun bleibt es den Deutschen/innen bei der nächsten Wahl belassen, ob sich in unserem Heimatland etwas ändert.
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14
Augen auf
1 jahr vor
Wenn man sieht und liest, wie in den Kommunen mit Geld umgegangen wird, braucht man sich nicht zu wundern. Ein Hauptproblem ist die Migrationspolitik. Milliarden werden für Sozialleistungen, Miet- und Baukosten ausgegeben, für die wir aufzukommen haben. Wenn pauschale Quadratmetermieten von 40 Euro gezahlt werden, die sich kein Mieter je leisten kann, muss man sich da noch wundern? Wer will denn, dass weiterhin Flüchtlinge bei uns einquartiert werden und zu Sozialschmarotzer werden? Allen voran die SPD. Herrn Heil haben wir es zu verdanken, dass deren Ausgaben uns überfordern. Wenn es nach ihm ginge, ist das noch nicht genug. Da sollte der Landrat mal hinschreiben und seine Forderungen geltend machen. Ich bin ohnehin dafür, dass all diejenigen, die weiterhin offene Grenzen fordern, die Flüchtlinge in Ihren Häusern und Wohnungen aufnehmen sollen. Allen voran, die SPD Bundespolitiker, die immer noch nicht der Knall gehört haben. Zum Schluss: Ich bin kein AFDler.
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14
Milly Willowitsch
1 jahr vor
Im März 2026 sind Kommunalwahlen. Das Wahlkampfgeplänkel fängt so langsam an.

Wikipedia sagt dazu:"Unter Spiegelfechterei versteht man ein oft übertriebenes Verhalten zur Täuschung anderer. Ein Spiegelfechter ist demnach ein Blender, jemand, der etwas vorgibt oder vortäuscht."
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16
A.S.
1 jahr vor
Politisch!

Dieses Zugeschiebe von Schuld, Unfähigkeit, Versäumnisse .....
hat zu dem Ergebnis geführt das alles besser geworden ist. Oder?

Es fällt schwer all diesem noch etwas alltagstaugliches abzugewinnen.

Dieses "Schuld sind immer die Anderen" langweilt und hat aus dem politischen Lager so langsam aber sicher auch auf den Otto Normalverbrauchen abgefärbt.

Und da wundert man sich über den moralischen Verfall!
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16
Ein Kritiker
1 jahr vor
Nicht unerwähnt bleiben sollte, das zuvor die CDU 16 Jahre lang regiert hat und die Kreis und Kommunen ebenfalls mit mehr Aufgaben ohne ausreichend Mittel zur Verfügung zu stellen.

Und das Land überträgt auch immer mehr Aufgaben am die Kreise und Kommunen. Hier regiert die CDU bereits seit 24 Jahren ununterbrochen!
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Proximo
1 jahr vor
Zitat:
"Und er trifft auch nicht die Ursache – diese liegt nämlich im hohen Zugang von Asylbewerbern, den die Ampelregierung weder konsequent gesteuert noch begrenzt hat."
Das ist korrekt, liebe CDU. Aber nicht unerwähnt sollte in diesem Zusammenhang die Mutter der Probleme der ungeregelten Einwanderung in Deutschland bleiben: Altkanzlerin Angela Merkel. Wenn mich nicht alles täuscht ist die Dame Mitglied der CDU.

*** Wunsch an den Vergeber der "Wütend-Smileys: ***
Ich finde diese Wortmeldung ist über 25 Emojis wert.
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4
W̷i̸n̵s̷t̵o̴n̸
1 jahr vor
Der Troll entscheidet selbst, wer wie viele Emojis verdient.
Mal schauen, wann die ersten Beiträge mit den üblichen Ablenkungen auftauchen.
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