Mit einer Rekordsumme von 105 Millionen Euro an geplanten Investitionen in die Infrastruktur zwischen Maintal und Sinntal „ist der Finanzplan richtungsweisend“, wie der Landrat hervorhebt. Ein klarer Schwerpunkt bleibe zudem der Bereich Bildung und Schule: Hier stünden 2026 und in den darauffolgenden Jahren sogar 363 Millionen Euro an Finanzmitteln zur Verfügung – so viel wie noch nie in der Geschichte des Main-Kinzig-Kreises.
"Dabei geht es vorrangig um Sanierungen, den Ganztagsausbau sowie Neu- und Erweiterungsbauten im Schulbereich. Der Neubau einer Oberstufe an der Bertha-von-Suttner-Schule in Nidderau, die Stärkung des gesamten Schulstandortes Maintal, der Bau einer neuen Grundschule in Erlensee, der Ersatzneubau der Brückenschule in Bruchköbel oder der Erweiterungsbau für die Brüder-Grimm-Schule in Steinau sind nur einige Beispiele für die laufenden Großprojekte. Fortgesetzt werden auch die millionenschweren Investitionen in den Glasfaserausbau. Circa 270 Millionen Euro werden wir hier bis Ende 2028 investieren und in insgesamt 19 Städten und Gemeinden den Glasfaserausbau eigenverantwortlich voranbringen“, rechnet der Landrat vor. Damit werde der Wohn- und Wirtschaftsstandort fit gemacht für die Zukunft. Und insbesondere die Städte und Gemeinden in den ländlichen Regionen des Landkreises, im Spessart, im Vogelsberg und im Bergwinkel, würden hiervon profitieren . „Es gibt in ganz Hessen kein vergleichbares Projekt und das zeigt, dass Politik im Main-Kinzig-Kreis von Gestaltungskraft und Verantwortungsbereitschaft geprägt ist“, betont Stolz.
Verantwortung übernehme die Kreispolitik mit dem neuen Haushaltsplan auch für die Sicherstellung einer guten medizinischen und pflegerischen Versorgung der Menschen, was an drei Handlungsfeldern deutlich werde: "Der Main-Kinzig-Kreis betreibt eigene Alten- und Pflegezentren mit 14 Standorten, bekennt sich zu den Krankenhausstandorten der Main-Kinzig-Kliniken in Gelnhausen und Schlüchtern und hat mit der Gründung der Akademie für Gesundheit und Pflege die Grundlage dafür geschaffen, um den notwendigen Nachwuchs im medizinischen und pflegerischen Bereich verstärkt auszubilden. Für die gemeinnützige GmbH geht es nach der erfolgreichen Eröffnung des neuen Physio-Campus und dem Erwerb eines Nachbargrundstücks nun um die Arbeiten für den Erweiterungsbau am Bildungshaus in Gelnhausen." In der neuen Akademie erweitere der Main-Kinzig-Kreis die Ausbildungsplätze für bis zu 800 Nachwuchskräfte im Bereich der Pflege, aber auch in weiteren Gesundheitsberufen.
„Ein weiteres Beispiel unserer Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung ist auch die Rettung des insolventen Medizinischen Versorgungszentrums in der Gemeinde Großkrotzenburg durch unsere Main-Kinzig-Kliniken. Dadurch leisten wir einen Beitrag zur langfristigen Sicherung der hausärztlichen Versorgung und dem Ausbau der fachärztlichen Versorgung in der Gemeinde“, macht der Landrat deutlich. Mit dem neuen Haushalt stünden Finanzmittel in Höhe von sechs Millionen Euro zur Verfügung, um Investitionen in die Main-Kinzig-Kliniken unmittelbar zu unterstützen: "Diese Investitionen stehen für den Ausbau der zentralen Notaufnahme einschließlich Neustrukturierung der Anästhesie in Gelnhausen, den Umbau der Inneren Medizin in Schlüchtern sowie den Aufbau einer geriatrischen Tagesklinik in der Bergwinkel-Stadt bereit."
Wie der Landrat weiter ausführt, setze der Main-Kinzig-Kreis mit dem Bau des zentralen Azubi-Campus in der Gemeinde Linsengericht neue Impulse für Arbeit, Ausbildung und Fachkräftesicherung. „Mit diesem Wohnbauprojekt schaffen wir ein überzeugendes Argument, dass sich Auszubildende für eine Stelle im Kreisgebiet entscheiden. Wir erleichtern auf der anderen Seite den jungen Menschen den Weg in die Eigenständigkeit und die Suche nach bezahlbarem Wohnraum“, fasst er das Konzept zusammen. Nach der Fertigstellung im Frühjahr 2027 habe das Gebäude Platz für circa 150 Auszubildende und Blockschüler.
„Alleine diese herausragenden Projekte zeigen, dass wir Verantwortung für die Region übernehmen und das oft über das gesetzliche Maß hinaus, denn es geht darum, den Main-Kinzig-Kreis zukunftsfähig aufzustellen und die Infrastruktur kontinuierlich zu verbessen“, so Landrat Thorsten Stolz. Hervorzuheben sei dabei, dass diese Anstrengungen möglich gemacht wurden, ohne die Kreisumlage zu erhöhen, was ein wichtiges Signal an die 28 kreisangehörigen Städte und Gemeinden und die hier lebenden Bürgerinnen und Bürger bedeute.
Für den Landrat ist es zudem „eine gute Entwicklung, dass die Fortführung des beliebten Radlersonntags Kinzigtal Total nun wieder möglich erscheint“. Die aus seiner Sicht konstruktiven Beratungen im Haupt- und Finanzausschuss sowie die gute Vorarbeit aus dem Amt für Kultur, Sport, Ehrenamt und Regionalgeschichte haben dafür die Grundlage geschaffen. „Es ist mehrheitlich anerkannt, dass dies eine generationsübergreifende Veranstaltung ist, auch durch ehrenamtliches Engagement getragen wird und einen Beitrag zum Zusammenhalt im Main-Kinzig-Kreis leistet“, so Landrat Thorsten Stolz. Darüber hinaus müsse erörtert werden, wie der Radlersonntag künftig noch attraktiver und zeitgemäßer organisiert werden kann. Dabei seien auch die beteiligten Städte und Gemeinden intensiv einzubeziehen.
Trotz der insgesamt positiven Grundstimmung anlässlich der Beschlussfassungen des Haushaltes 2026 blickt der Landrat mit Sorge insbesondere auf die steigenden Kosten im Jugendhilfe und Sozialbereich. „Seit 2019 steigt der Anteil der ungedeckten Sozial- und Jugendhilfe immer weiter an. Ursache hierfür sind die Leistungsausweitungen in beiden Bereichen durch den Bund“, erläutert er. Der Anteil der ungedeckten Sozial- und Jugendhilfe inklusive Asyl sei seit 2019 von 219 Millionen Euro auf zuletzt 307 Millionen Euro gestiegen. Daraus ergibt sich für den Main-Kinzig-Kreis die klare Forderung an Bund und Land, dass Standards überdacht, gesenkt werden müssten und das Konnexitätsprinzip konsequent eingehalten werden müsse.
„Die Kommunen brauchen wieder finanzielle Luft, um in angemessener Weise und im Rahmen der Selbstverwaltung auch politisch gestalten zu können“, sagt Thorsten Stolz. Nur so sei es in dieser herausfordernden Zeit ansatzweise realistisch, die notwendige Verlässlichkeit zu bieten sowie die erforderliche Zukunftsentwicklung zwischen Maintal und Sinntal im Sinne der Bürgerinnen und Bürger voranzubringen.


