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Zivildienst oder Wehrdienst für junge Männer richtig

Zivildienst oder Wehrdienst für junge Männer richtig

Unsere Bundeswehr feierte die Tage ihren 70. Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch meinerseits. Sie ist integraler Bestandteil unserer Gesellschaft und ist zur Verteidigung unserer Gesellschaft und unseres Lebensraumes da. Sie ist eingebunden in die Nato. Wir verteidigen mit unseren Verbündeten gemeinsam unsere Staatsgebiete vor Angriffen von Feinden.

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Dabei war feind anfangs klar definiert: Das waren die Russen. Alle Augen waren in den Osten gerichtet. Dort saß der Feind. Mit dem Zerfall der Sowjetunion und des Warschauer Paktes ging unser Feindbild baden. Für manche schien es so, als käme endlich der langersehnte Frieden. Die Bundeswehr schien überflüssig zu werden und so wurde sie auch von etlichen behandelt, so mein Eindruck. Dazu kam und kommt, dass nicht jeder ein ungestörtes Verhältnis zur Bundeswehr hatte und hat. „Experten“ haben uns in gediente und ungediente eingeteilt. Also Pro und Kontra. Eine Verallgemeinerung, die niemanden hilft. Zu meiner Zeit wurde darüber gestritten und Freundschaften gingen in die Brüche.

Dem Grundwehrdienst und dem Wehrdienst auf Zeit standen die Verweigerung und der anschließende Zivildienst entgegen. Ein System, dass sich mit den Jahren gut weiterentwickelte und mit der Aussetzung des Wehrdienstes im Jahre 2011 endete: Für mich war schon damals diese Entscheidung falsch, weil dadurch auch der Zivildienst geschwächt wurde. Ich fand und finde immer noch die Verpflichtung junger Männer ab 18 Jahren, entweder Zivildienst oder Wehrdienst zu absolvieren, für richtig. Frauen können, wenn sie es den unbedingt wollen, sich freiwillig melden. Mag sein, dass ich altmodisch bin, aber noch bekommen die Frauen die Kinder und haben dadurch große Herausforderungen zu tragen und Nachteile zu erleiden. Die Gleichstellung von Mann und Frau ist noch lange nicht fertig. An der Gerechtigkeit dieses Systems kann man noch arbeiten.

Aber Wehr- und Zivildienst dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Die einen sind keine Mörder und die anderen keine Drückeberger. Beide dienen unserem Staat. Und so sollten sie auch behandelt und geachtet werden. Beide erfüllen wichtige Aufgaben in unserem Staat. In der momentanen Weltlage benötigen wir eine stabile handlungsfähige Bundeswehr zur Verteidigung unseres Staates und unserer Werte und im Pflegebereich fehlen viele fleißige Hände. Bei der jetzigen Diskussion um die Wiedereinführung des Wehrdienstes wurden die Betroffenen viel zu wenig gehört. Es darf nicht sein, dass wir über die Köpfe der jungen Menschen beschließen, was sie zu tun oder zu lassen haben. Wir sollten immer gemeinsam nach Lösungen suchen.

Ich setze bei der Bundeswehr auf eine stabile Abschreckung. Vielleicht bekommen wir ja bald wieder eine Bundeswehrkaserne im Main-Kinzig-Kreis. Herzlichen Glückwunsch Bundeswehr und danke, dass ihr für uns da seid. Auch im Gedenken an all die bereits gefallenen Soldatinnen und Soldaten. Ei Gude, wie!

Zum Autor

Er sei ein waschechter Neuenhaßlauer, sagt er von sich selbst. Helmut Müller (73) ist in Neuenhaßlau als 4. von 7 Kindern geboren und ein typisches Nachkriegskind dazu. Seine Mutter Hessin und evangelisch, sein Vater Sudetendeutscher und katholisch, aber kein Flüchtling, sondern Kriegsgefangener, der nicht in seine angestammte Heimat zurückkonnte. Er wächst in einem 4 Generationen Haus mit den Eltern, sechs Geschwistern, Oma und Opa sowie Onkel und der Ur-Großmutter auf. Der Spielplatz war die Straße. In der Volksschule, die er mit dem Hauptschulabschluss beendete, war deutsch seine erste Fremdsprache, die er lernen musste. In späteren Jahren hat er seine mittlere Reife und das Fachabitur für Wirtschaft und Verwaltung nachgeholt und das Ganze als Diplom Verwaltungswirt (FH) abgeschlossen. Er war in etlichen Vereinen aktiv. Man könnte ihn getrost als „Vereinsmeier“ bezeichnen. Er hat dabei fast alle Positionen, die ein Vorstand hat, begleitet. Kontakt: helmut.mueller@vorsprung-online.de

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Kommentare

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Butterblume
7 monate vor
Wollt Ihr wirklich, dass Eure eigenen Kinder und Enkel in einem Krieg verheizt werden? Weiß denn niemand mehr, wie grausam der 2. Weltkrieg war? Welche Traumata unsere Väter und Mütter hatten? Die Kriegsverletzungen, die der Nachbar davontrug? Ich finde, wir sollten uns alle für Frieden einsetzen - ohne Waffen.
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3
W̷i̸n̵s̷t̵o̴n̸
7 monate vor
zitiere Butterblume:
wir sollten uns alle für Frieden einsetzen - ohne Waffen.


Sag das den kriegstreibern, die der Meinung sind, wir müssen Kriegstüchtig werden und noch viel mehr Waffen Liefern.

Man denke noch an die Panik, die sie hatten, als Trump fast einen Frieden ausgehandelt hat.
Frieden passt nicht ins Konzept der EU Politik.
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2
W̷i̸n̵s̷t̵o̴n̸
7 monate vor
Grundsätzlich hätte ich nichts gegen eine Wehrpflicht oder einen Zivildienst einzuwenden – unter einer klitzekleinen Bedingung:
Unsere Kinder sollten nicht als Exportware für irgendwelche fremden Konflikte herhalten müssen.

Die Bundeswehr soll gefälligst Deutschland dienen – und nicht jedem internationalen Abenteuer, das gerade „strategisch sinnvoll“ klingt.

Und schon gar nicht für Politiker, die sowieso nichts mit Deutschland anfangen können.
Die sollen gefälligst selber in ihren Krieg ziehen.
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GERTRUD
7 monate vor
Die Wehrpflicht wurde am 1.7.2011 ausgesetzt. In vielen Köpfen gilt sie als abgeschafft, was aber nicht stimmt, denn sie ist nach wie vor im Grundgesetz verankert. Mit einfacher Mehrheit kann der Bundestag die Aussetzung beenden. Ich begrüße die Gedanken des Autors. Es wäre schön, wenn wir in Deutschland wieder einen sinnstiftenden Dienst hätten, den jeder junge Mensch zu leisten hat, ob in der Bundeswehr oder im zivilen Dienst. Leider wurde die gesellschaftliche Atmosphäre immer weiter vergiftet. Durch Politikschaffende, die "Vaterlandsliebe schon immer zum Kotzen" fanden, mit Deutschland noch nie etwas anzufangen wussten. Die Polizei und Soldaten als Schweine und Mörder bezeichnen und Steinwürfe gegen sie als legitime Mittel einstufen. Uns wird seit vielen Jahren die Identifikation mit unserem Heimatland ausgetrieben, als rechts diffamiert. Die Deutschlandfahne wurde von Frau Merkel auf offener Bühne in die Ecke geworfen. In ihrer Endphase zeigte sie bei der Nationalhymne Zittelanfällen. Statt oder neben der
Deutschlandflagge werden Regenbogenfahnen gehisst oder sogar die Prideflagge. Der Bundestagsvizepräsident stellt Nationalflagge und Hymne zur Disposition. Das naturgegebene Geschlecht von Mann und Frau wird zur Wahl gestellt, Familie und Ehe zum uferlosen Gebilde erweitert. Polizisten erklären sich zur Frau, um Beförderungsvorteile zu erlangen. Frauen werden im Boxsport von genetischen Männern verprügelt. Jeder kommt ohne Pass ins Land, aber keiner mehr ohne heraus. Ich frage mich, wer in diesen Zeiten der Verdrehung und Verwirrung, der Entwurzelung und Orientierungslosigkeit UNSER Land verteidigen soll? Ich scheitere schon an UNSER. So wie bei WIR SCHAFFEN DAS.
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D.A.
7 monate vor
Ich stimme voll und ganz zu!
Wehr/ Ersatzdienst ist dringen notwendig und für alle beteiligten ein guter Schritt ins Leben und hilft erwachsen zu werden.
Außerdem profitiert die Allgemeinheit ungemein zumindest beim Ersatzdienst. Hätte unser politisches Spitzenpersonal mal alles gelassen ( entl mit der ein oder anderen Reform ) wie es war.
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