Die beschauliche Residenz beherbergt einen Schatz, von dessen Größe sich wohl nur wenige Besucher des ruhigen Landstädtchens eine genaue Vorstellung machen. Im Schloss ist nämlich eine gewaltige Bibliothek mit etwa 90.000 Büchern untergebracht, die sich noch heute alle im Besitz der gräflichen Familie befinden. Grund genug für das Bibliotheks-Team des Grimmelshausen-Gymnasiums um den Leiter der LMF-Bücherei Thomas Kleer, dieser einmaligen Sehenswürdigkeit einen Besuch abzustatten.
Bei der fachkundigen Führung durch die Bibliothek erfuhren die Teilnehmer der Exkursion, dass die Grafen von Solms-Laubach schon immer bibliophil gewesen seien, also eifrige Leser und Liebhaber von Büchern. Aus diesem Grunde gründeten sie in der Mitte des 16. Jahrhunderts zunächst eine Schulbibliothek; diese war bis 1806 vorrangig den Schülern zugänglich. Nachdem die Herren von Solms-Laubach im Zuge von Mediatisierung und Säkularisation zu Grafen nobilitiert, also in den Adelsstand erhoben und mit dem nahegelegenen Kloster Arnsburg vereinigt worden waren, erhielt die Schlossbibliothek zusätzlich auch den kostbaren Buchbestand des Klosters zugeschlagen.
Heute ist die Laubacher Bibliothek eine Präsenzbibliothek, was bedeutet, dass die Bücher nicht ausgeliehen, sondern nur vor Ort nach vorheriger Anmeldung studiert werden dürfen. Hierbei handelt es sich um eine Maßnahme zum Schutze vor allem der zahlreichen wertvollen Folianten und Handschriften. Das Grimmels-Bibliotheks-Team erfuhr bei der Führung auch, dass bis in die Neuzeit hinein leider immer wieder Bücher „geschändet“ wurden. So gab es vor einiger Zeit einen „Sammler“, der in einem unbeobachteten Moment einige kunstvoll von Hand ausgeschmückte Initialen aus einem kostbaren Druck herausschnitt und diesen damit unwiederbringlich zerstörte.
Trotz dieser unerfreulichen Information überwog bei allen Teilnehmern der Exkursion ins Laubacher Schloss das Interesse und das Staunen über die dortigen Kleinodien, so dass man schließlich voller neuer Eindrücke die Rückreise nach Gelnhausen antrat.
Foto: Das Bibliotheks-Team mit Thomas Kleer (rechts).


