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Altenheimseelsorge in ökumenischer Verbundenheit

Altenheimseelsorge in ökumenischer Verbundenheit
Pfarrerin Beatrice Weimann-Schmeller, Inhaberin der Kirchenkreisstelle Altenheimseelsorge in Hanau, mit Dechant Andreas Weber von der Katholischen Kirche, beide engagiert in der Seelsorge im Wohnstift Hanau, Lortzingstraße 5.

Es ist Advent, ein Nachmittag mitten in der Woche. Es wird früh dunkel, und auf einem fahrbaren Altar (ein einfacher Holzschrank auf vier großen Rollen mit passendem Stoffkleid und Parament) liegt ein großer Adventskranz mit vier dicken roten Kerzen.

Die Pfarrerin  geht los. Vor der Zimmertür im ersten Stock des Altenpflegeheimes zündet sie  die ersten zwei Kerzen an. Sie klopft an und tritt ein. Der Bewohner liegt im Bett, das Zimmerlicht ist nicht angeschaltet. Wie lange er schon im Dunklen und in dieser Stille liegt, weiß sie nicht. Doch da steht sie plötzlich neben ihm. Den Adventskranz mit seinem Kerzenlicht sieht er unmittelbar vor sich. Sie singt ein Adventslied. Er schaut sie und die brennenden Kerzen an und sagt sichtlich bewegt: „Ach…“  und fängt an zu weinen.

Viele Menschen, die in ein Alten - und Pflegeheim einziehen, sind in unterschiedlichen Graden dementiell erkrankt, in ihrer Beweglichkeit stark beeinträchtigt und leiden aufgrund ihres hohen Alters an verschiedensten Einschränkungen und Erkrankungen. Das eigene Zimmer, der eigene Wohnbereich, das Heim selbst, ist in den meisten Fällen ihre einzige Welt, ihr einziger Lebensraum, auf den sie zurückgeworfen sind. Sie sind davon abhängig, dass Menschen auf sie zukommen, sie wahrnehmen, trösten, helfen, begleiten und unterstützen.

Die Kirche hat in den Alten - und Pflegeheimen einen wichtigen Platz, denn sie trägt für ihre schwerkranken, pflegebedürftigen Gemeindemitglieder eine besondere Verantwortung. So sind Altenheimseelsorgerinnen und Altenheimseelsorger der Evangelischen und Katholischen Kirche an diesen Orten in vielfältigster Weise unterwegs und tätig: Sie gehen in die Zimmer der Bewohnerinnen und Bewohner, schenken ihnen Zeit und Aufmerksamkeit, hören ihre Geschichten, die wenige zu interessieren scheinen, und bieten an, mit ihnen zu beten und sie zu segnen. Sie feiern mit den Bewohnerinnen und Bewohnern Gottesdienste, Eucharistiefeiern und das Abendmahl, sie rechnen mit Gottes Gegenwart hier und jetzt und geben allen Mitfeiernden Raum für die Worte: „… Herr, du erforschest mich und kennest mich. Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es; du verstehst meine Gedanken von ferne. …“

Sie hören den Angehörigen zu, die mit der demenziellen Erkrankung ihres Familienangehörigen schwer zu kämpfen haben und Schuld empfinden, weil sie die Pflege und Betreuung nicht mehr zu Hause leisten können. Sie begegnen den Pflegekräften, haben Tür- und Angelgespräche über das, was gerade auf dem Wohnbereich los ist, was sie belastet oder was gut läuft. Das Bedürfnis nach Seelsorge ist bei den Bewohnerinnen und Bewohnern groß.

Sie haben viele Jahrzehnte Leben hinter sich gebracht und bringen sie nun im Alter vor sich: Sie wollen Lebensbilanz ziehen, sie suchen Verständnis für die Auseinandersetzungen mit dem letzten Lebensabschnitt, sie hoffen auf Aussöhnung mit dem gelebten Leben und mit den Angehörigen, sie fragen nach dem Sinn ihrer absoluten Hilfsbedürftigkeit und danach, was sie nach dem Tod erwartet. Sie brauchen Trost und die Erfahrung der Geborgenheit. Die Altenheimseelsorgerinnen und Altenheimseelsorger gehen an diesen Ort, zu diesen Menschen, und sichern mit ihrer Präsenz und Tätigkeit Gott einen Ort, an dem Gott erfahren werden kann. In Hanau tun sie dies ökumenischer Verbundenheit der Evangelischen und Katholischen Kirche -  und das schon seit vielen Jahren, auch gemeinsam mit ehrenamtlichen Helfern in den Besuchsdienstkreisen.

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Pfarrerin Beatrice Weimann-Schmeller, Inhaberin der Kirchenkreisstelle Altenheimseelsorge in Hanau, mit Dechant Andreas Weber von der Katholischen Kirche, beide engagiert  in der Seelsorge im Wohnstift Hanau, Lortzingstraße 5.

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