„Was die Fans heute zum Saisonausklang noch einmal abgeliefert haben war einfach unglaublich“, traute Coach Beer seinen Ohren und Augen nicht. Beim Einlauf des HSG-Teams machte der Blaue Block seinem Namen alle Ehre, hielt unzählige blaue Papierblätter in die Höhe, trommelte nach Leibeskräften und sorgte auch auswärts einmal mehr für Gänsehaut-Atmosphäre.
Umso mehr ärgerte sich Beer darüber, dass sein Team am Ende kein Sieg einfahren konnte, auch wenn dieser letztlich auf die Tabelle keinen Einfluss gehabt hätte. „Heute war mehr drin. Wir haben in der ersten Hälfte ein ganz starkes Spiel gemacht“, sagte der HSG-Coach. „Aber Lahme hat uns den Zahn gezogen.“
In der Tat. Der Keeper des TV Gelnhausen lieferte eine Gala-Vorstellung ab und parierte im ersten Abschnitt gleich neun hundertprozentige Chancen. „Wenn wir die reinmachen, dann bekommt das Spiel eine ganz andere Dynamik“, sagte Beer, der seiner Mannschaft dennoch keinerlei Vorwurf machen wollte. Zumal sie ohne den verletzten Philipp Reuter, Jan-Eric Ritter und auch ohne Tilman Werner, der sich bei der ersten Aktion den Finger ausgekugelt hatte, auskommen musste.
Obendrein war der TV Gelnhausen bis in die Haarspitzen motiviert, brauchte er doch noch einen Punkt, um ganz sicher nicht mehr auf einem Abstiegsrang zu landen. Nicht einmal konnte die HSG Hanau in Führung gehen. Nach 40 Minuten führte der Gastgeber bereits mit 17:11. Doch angetrieben vom frenetisch mitgehenden Blauen Block der Hanauer Fangemeinde kämpfte sich die HSG zurück.
Mit einem 5:1-Lauf innerhalb von sieben Minuten stand die Partie beim 16:18 plötzlich noch einmal auf Messers Schneide. Doch am Ende hatte der Gastgeber nach 60 leidenschaftlich geführten Spielminuten die Nase vorn. „Wir waren von der Motivation und vom Kampf her da, haben aber am Ende verdient verloren“, bilanzierte Beer. Maximilian Bergold (5) und Björn Christoffel (4) waren die erfolgreichsten Hanauer Schützen.
„Wir haben eine überragende Saison gespielt und können stolz sein auf die Jungs“, sagte Beer. „Jetzt freuen wir uns auf die Sommerpause, um den Kopf freizubekommen. Die Saison war schließlich brutal anstrengend und viele Spieler mussten an ihr Limit gehen.“
Foto: HSG Hanau



