"Kann das weg oder ist es wichtig? Es ist weg, aber es wäre sehr wichtig gewesen ,es beibehalten zu haben. Die Rede ist vom letzten Kontrollabkommen zur Begrenzung von Atomwaffen zwischen den USA und Russland, das am 5.2.26 ausgelaufen ist. Damit endet eine lange Ära in den Beziehungen der atomaren Großmächte zur Reduzierung von Atomwaffen und Trägerraketen, die einen mehrfachen Weltuntergang verhindern sollten. US- Wissenschaftler haben deshalb die symbolische 'Weltuntergangssuhr auf 85 Sekunden vor der Katastrophe gestellt. Eine Zeit, in der die Gesprächspartner gerade die letzten Grüße hätten ausrichten können.
Zum letzten Mal wurde der Vertrag in der Amtszeit von Joe Biden verlängert. Trump hatte bereits den wichtigen INF-Vertrag zur Verminderung von Kurz- und Mittelstreckenraketen gekündigt. Die Schuld an der Nichtverlängerung des New-Start-Vertrags wird jedenfalls hin- und hergeschoben. Trump plant inzwischen den 'Golden Dome', so nennt er ein Raketensystem, das einen nicht erwiderbaren Erstschlag ermöglichen soll. Einigermaße grotesk ist es nunmehr, dass die Doktrin 'Wer als erster losschlägt, stirbt als zweiter', also das Gleichgewicht des Schreckens, tatsächlich bisher die Katastrophe verhindert hat.
Natürlich wären weitere Abrüstungsschritte bis zur Vernichtung aller Atomwaffen die einzig vernünftige Regelung. Dazu müsste es der Uno gelingen, auch alle weiteren Atommächte zur Beilegung ihrer Konflikte und zur Sicherung ihrer Existenz gegenüber den Großmächten auf den Verhandlungsweg zu bringen. Eine Herkulessaufgabe, aber unumgänglich, wenn unser Planet und die Menschheit überleben sollen. Um aber wieder auf den Boden des derzeit Machbaren zurückzukommen: Was sagt eigentlich unsere Regierung zur Abschaffung des letzten Kontrollabkommens? Sie schweigt weitgehend. Außer, dass der Kanzler über eine mögliche Beteiligung an einem europäischen atomaren Schirm schwadroniert. Zum Schrecken aller Beteiligten."
Jörg Sternberg
Hanau
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