"Der augenblicklich weltweit erörterte Friedensplan Washingtons zum Ukrainekrieg, wie es scheint nicht nur strittig in seiner Ernsthaftigkeit und Endgültigkeit zwischen Trump und seinem Außenminister Rubio, sondern auch in den meisten medialen Kommentaren, ist nicht Thema dieses Leserbriefs, sondern die völkerrechtlichen Aspekte von Kriegen vor allem aus Sicht der UN-Charta.
Am Volkstrauertag erklärte der Generalinspekteur der Bundeswehr, Breuer, Krieg und Gewalt müssen mit allen Mitteln verhindert werden. Mit allen Mitteln, also auch denen der Aufrüstung zur Abschreckung? So rigoros hat er das wohl nicht gemeint, das beweisen seine Anforderungen zum Aufwuchs der Bundeswehr. Schon im 4. Jahrhundert forderte der römische Militärhistoriker Renatus: si vis pacem, para bellum. Diese glorreiche Entdeckung hat die Jahrhunderte überlebt und ist noch heute die Devise der Militärs und ihrer politischen Fürsprecher wie auch der Rüstungskonzerne. Dahinter verbirgt sich das menschenverachtende Weltbild: Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf. Auch das hat sich bis heute gehalten, was auch immer beispielsweise die Päpste Franziskus und Leo dagegenhalten.
Am deutlichsten allerdings die Charta der Vereinten Nationen und ihrer 193 Mitglieder: Sie verurteilt jedweden Krieg, sogenannte gerechte wie ungerechte, es macht keinen Unterschied, da beide Seiten erklären, der ihre sei ein gerechter. Daher gibt es auch keine Erörterung der Kriegsschuldfrage. Es geht auch nicht um Moral, die ebenfalls von beiden Seiten reklamiert wird, sondern um Interessen und deren Ausgleich ausschließlich durch Verhandlungen.
Versuchen wir einmal dieses Erklärung- und Lösungsmodell auf den Ukrainekonflikt anzuwenden, wir werden völlig andere Kommentare erhalten. Derzeit, also in einer Zeit, in der vor allem die Investitionen in Rüstungsgüter noch Zuwächse an den Börsen generieren, bezahlen wir dies mit Kürzungen in allen sozialen Bereichen, genannt 'Reformen'. Wobei, was weniger bekannt ist, die militärischen Zuwächse volkswirtschaftlich nur 50 Cent, die zivilen einen Euro erwirtschaften, wenn man mehr Kitaplätze anbietet, so dass beide Elternteile arbeiten gehen können, und zwei Euro, wenn man die Kinderarmut bekämpft, so dass berufliche Qualifikationen später damit gewonnen werden. Das Eurobeispiel ist nur ein relatves Modell. All diese Daten und Resultate erfordern Transformation der Wirtschaft und Gesellschaft durch militärische Abrüstung und soziale Aufrüstung. Fangen wir damit an, was die Vernunft so dringlich fordert."
Jörg Sternberg
Hanau
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Kommentare
Sicher sollte man versuchen als guter Mensch zu leben. Leider gibt es aber auch andere Menschen, die die Gutmütigkeit anderer Menschen und Länder auszunutzen versuchen. Diese Realität nicht anerkennen zu wollen oder zu können, offenbart erneut die weltfremde Einstellung vieler Leute.
Gute Schäfchen mögen gerne in ihrer Naivität vor sich hin grasen. Der Wolf hat all das einkalkuliert und wird kommen und das tun, was Wölfe tun. Dann wird sein Heulen und Zähneklappern.
Aber nur eine bestehende Kriegsangst (kein Frieden) lässt die Bürger weiterhin an den Rüstungswahn glauben.
Wir leben in sehr spannenden Zeiten, mal gucken was die Arbeiterklasse noch alles ertragen und mit sich machen lässt.
Wie haben schon einige Deutsche Politiker gesagt. "Es kann nicht sein, dass Donald Trump den Krieg beendet"
Ein Herr Trautmansdorf fand exakt jenen Mittelweg, der das endlose Sterben im deutschen Reich zumindest stoppte. Er übergab das Elsass an Frankreich, um dessen Einfluss zu beschränken. Und jetzt ist es Krim und Donbass. Und? Die Mensxhen dort werdenl sicher ihr Auslkommen haben.
Die Ukraine ist daher imho auch nur Opferaltar für geopolitische Interessen. Und daher muss man das auch ebenso lösen.
Das altrömische Zitat "Willst du den Frieden, bereite dich auf den Krieg vor" basierte auf den nicht immer guten Erfahrungen der Römer mit ihren altitalischen und etruskischen Nachbarn. Noch um 390 vor Christus wurde Rom durch Kelten geplündert und von deren Anführer ist auch ein berühmtes Zitat überliefert:
"Wehe dem Besiegten."
Vorbereitet zu sein, hat nichts mit Menschenverachtung zu tun. Sondern mit Blick für die Wahrheit. Wenn wir es uns leisten können den halben Orient bei uns zu alimentieren, dann können wir uns auch eine starke Streitmacht leisten. Ansonsten können wir die Bundesflagge gleich durch eine weiße ersetzen. Das wäre Herrn Sternberg vielleicht sowieso lieber.