"Sehr geehrter Herr Kontos, als Sprecher der Bürgerinitiative Fähre ‚Maintal-Mühlheim‘ wende ich mich mit einem Offenen Brief an Sie, als Verantwortlichen für das Thema ‚Neue Mainquerung‘ des Regionalverbands FrankfurtRheinMain. Für die vielen Maintaler Bürgerinnen und Bürger, die wieder eine Personen- und Autofähre über den Main wollen, ist es wichtig, aus erster Hand zu erfahren, warum die Fertigstellung Ihrer Machbarkeitsstudie zur Radbrückenquerung ständig verzögert und verschoben wird.
Für uns ist nicht nachvollziehbar, warum sich die laufenden Untersuchungen Ihres Verbands zur Machbarkeit einer Mainquerung so in die Länge ziehen und immer noch kein endgültiges Ergebnis vorliegt. Wenn man bedenkt, dass die beteiligten Kommunen und Kreise bereits im April 2019 die Notwendigkeit gesehen haben und die dann gebildete Projektgruppe erste Ergebnisse im ersten Halbjahr 2020 präsentieren wollte, erscheint es unglaubwürdig, dass das Thema wirklich ernsthaft ausgearbeitet wird.
Nach nunmehr 5 Jahren wurde dann von Ihnen im Frühjahr dieses Jahres in einer Pressemitteilung bekanntgegeben, dass die Planung einer Autobrücke im Korridor zwischen der Carl-Ulrich-Brücke und Hanau-Steinheim aufgrund der großen Umweltbelastungen vom Tisch ist. Stattdessen würde der zuständige Lenkungskreis die Studie fortan zugunsten einer reinen Rad- und Fußgängerbrücke fortführen und es könne im 3. Quartal mit Ergebnissen gerechnet werden.
Nun müssen wir aus der Presse erfahren, dass diese Ergebnisse wohl erst im 2.Quartal 2026 vorliegen. Wie kann das sein, dass allein nur für eine Machbarkeitsstudie einer solchen Brücke, die sicherlich auf die jahrelang ausgearbeiteten Ergebnisse einer Autobrücke zurückgreifen kann, solch eine lange Zeit benötigt wird? Wie Ihnen sicherlich bekannt ist, wollen viele Menschen auf beiden Seiten des Mains schnell wieder eine umweltfreundliche und zeitsparende Mainquerung und deshalb die Fährverbindung zurück. Die politisch Verantwortlichen in den Stadtparlamenten warten jedoch auf Ihre Resultate, um weitere Entscheidungen zu treffen, denn es ist ja gerade eine Hauptaufgabe des Regionalverbandes mit seinen 120 Mitarbeitern, kommunenübergreifend eine Mobilitätsstrategie für die Region zu entwickeln. Nun scheint es, dass das Thema wiederum verschleppt wird und damit Entscheidungen zum weiteren Vorgehen abermals verzögert werden. Damit tut man den Menschen hier nichts Gutes. Sie fühlen sich nicht ernst genommen und Beteuerungen zu Unterstützung von Nahmobilität und Klimaschutz erscheinen hohl und inhaltslos.
Für uns liegt die Vermutung nahe, dass die Veröffentlichung der Ergebnisse zur Fahrradquerung durchaus früher erfolgen könnte, die Verantwortlichen damit aber lieber erst nach den Kommunalwahlen im März 2026 in die Öffentlichkeit gehen wollen. Dabei wird wohl auf die Hoffnung gesetzt, bessere Chancen für eine Brückenlösung bei neu zusammengesetzten Stadtparlamenten in Maintal und Mühlheim zu haben.
Wir würden es sehr begrüßen, wenn Sie uns erklären können, warum erst in einem halben Jahr Ergebnisse vorliegen. Dazu möchten wir auch gern wissen, wo wir Zwischenergebnisse oder die Studie zum Bau einer Autobrücke nachlesen können."
Hartmut König
Maintal
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