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Offener Brief an CDU: Menschenrechte nicht zur Disposition stellen

Offener Brief an CDU: Menschenrechte nicht zur Disposition stellen

Die Vorsitzende des Behindertenrates im Main-Kinzig-Kreises, Susanne Zellmer, wendet sich mit diesem Offenen Brief an die CDU Main-Kinzig.

"Sehr geehrte Damen und Herren, mit großer Sorge und deutlicher Irritation nehmen wir als Behindertenrat des Main-Kinzig-Kreis den in der Zeitung DIE WELT veröffentlichten Artikel von Frau Kristina Schröder (CDU) mit dem Titel 'Was wir uns künftig nicht mehr leisten können' zur Kenntnis. Der Beitrag stellt aus unserer Sicht nicht nur eine problematische politische Position dar, sondern enthält Aussagen und Schlussfolgerungen, die die Rechte von Menschen mit Behinderungen fundamental in Frage stellen und in zentralen Punkten im Widerspruch zu geltendem nationalem und internationalem Recht stehen. Der Artikel erweckt den Eindruck, als seien die rechtlich garantierten Ansprüche von Menschen mit Behinderungen vor allem eine finanzielle Belastung, deren Umfang politisch neu verhandelbar sei. Diese Sichtweise ist aus unserer Perspektive nicht akzeptabel. Menschen mit Behinderungen erhalten keine 'Sonderrechte'. Die im Artikel kritisch dargestellten Leistungen sind Nachteilsausgleiche, die erst ermöglichen, dass Menschen mit Behinderungen ihre Grundrechte tatsächlich wahrnehmen können. Ohne diese Leistungen wären zentrale Rechte wie Teilhabe, Selbstbestimmung, Bildung, Arbeit, Mobilität und ein Leben außerhalb von Einrichtungen faktisch nicht möglich.

Besonders irritierend ist der Artikel auch im Hinblick auf das Selbstverständnis der CDU als christliche Partei. Das 'C' im Parteinamen steht historisch für eine Politik, die sich an christlichen Werten orientiert – insbesondere an der unantastbaren Würde jedes Menschen, an Solidarität, Nächstenliebe und dem Schutz der Schwächeren. Eine Argumentation, die die Rechte von Menschen mit Behinderungen primär unter Kostenaspekten betrachtet und ihre Teilhabe zur Disposition stellt, ist mit diesen Werten nicht vereinbar. Aus Sicht des Behindertenrates entfernt sich der Artikel deutlich von einer christlich geprägten Haltung, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt – unabhängig von Leistungsfähigkeit oder wirtschaftlichem Nutzen. Besonders schwer wiegt zudem, dass der Artikel in seiner Argumentationslinie den Kern der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) verkennt oder relativiert. Deutschland hat die UN-BRK im Jahr 2009 ratifiziert. Sie ist geltendes Bundesrecht und für alle staatlichen Ebenen verbindlich. Die Konvention verpflichtet Bund, Länder und Kommunen ausdrücklich dazu, bestehende Rechte nicht zurückzubauen, sondern schrittweise auszubauen (Non-Regression-Prinzip).

Ein politischer Diskurs, der offen oder implizit eine Einschränkung von Teilhaberechten aus fiskalischen Gründen legitimieren will, stellt einen klaren Verstoß gegen Geist und Inhalt der UN-BRK dar – insbesondere gegen Artikel 1, 5, 19 und 28 der Konvention. Darüber hinaus stehen entsprechende Forderungen auch im Widerspruch zu Artikel 3 Absatz 3 Satz 2 des Grundgesetzes, der eindeutig festlegt: 'Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.' Die Reduzierung oder Infragestellung von Unterstützungsleistungen würde genau eine solche Benachteiligung darstellen. Wir stellen unmissverständlich klar: Die Verpflichtung zur Inklusion und gleichberechtigten Teilhabe ist keine Frage der Haushaltslage, sondern eine Frage von Menschenwürde, Rechtsstaatlichkeit und demokratischer Verantwortung. Kostenargumente dürfen niemals dazu führen, dass Menschenrechte relativiert oder gegeneinander aufgerechnet werden. Besonders problematisch sehen wir zudem die Signalwirkung des Artikels. Er befeuert eine gesellschaftliche Debatte, in der Menschen mit Behinderungen erneut als Kostenfaktor wahrgenommen werden – eine Sichtweise, die wir aus historischen Gründen mit besonderer Wachsamkeit zurückweisen. Eine solche Rhetorik gefährdet den gesellschaftlichen Zusammenhalt und untergräbt das Vertrauen von Menschen mit Behinderungen in Politik und Institutionen.

Als Behindertenrat fordern wir daher:
1. eine klare öffentliche Distanzierung der CDU von Positionen, die einen Rückbau von Teilhaberechten nahelegen,
2. ein eindeutiges Bekenntnis zur UN-Behindertenrechtskonvention und ihrer uneingeschränkten Umsetzung,
3. die aktive Einbindung von Behindertenvertretungen bei allen politischen Debatten, die Leistungen und Teilhabe betreffen,
4. eine politische Kommunikation, die Menschen mit Behinderungen nicht problematisiert, sondern ihre gleichberechtigte Stellung in unserer Gesellschaft anerkennt.

Wir erwarten, dass die CDU als christlich-demokratische Partei ihrer besonderen Verantwortung gerecht wird und sich klar gegen Narrative stellt, die Menschenrechte zur Disposition stellen. Als Behindertenrat werden wir diese Debatte aufmerksam begleiten."

Susanne Zellmer
Vorsitzende des Behindertenrates MKK

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Kommentare

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W̷i̸n̵s̷t̵o̴n̸
4 monate vor
Werden nun schon Behinderte und Menschen mit Handikap nach hinten geschoben, um die Gelder anderweitig zu verteilen?

Erbärmlich!
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Behindertenvertreter
4 monate vor
Was heißt "nun"? Das geschieht die ganze Zeit. Während andere Sozialbereiche mit Geld zugestopft werden, wird bei der Pflege, bei der Krankenversorgung, bei Behinderten auf den Cent geschaut.

Die eindeutige Stellungnahme eines CDU-Bewerbers können Sie auf der facebook-Seite des Vorsprung lesen.

Bei einem Jugendlichen würde ich sagen, dem Jungen ist der Silvestersekt nicht bekommen.

Wenn das Konto nicht gehackt wurde, muß man dem CDU-Mitglied für die Offenheit dankbar sein. Wer das liest, weiß woran er/sie ist.
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Ex-CDU-Waehler
4 monate vor
Die aufschlußreiche Antwort eines CDU-Bewerbers kann man bei facebook lesen. Verständnis für die Situation von Behinderten = 0,0.
Interesse an einer sachlichen Diskussion: noch geringer
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Dr. Gerhard Stehlik
4 monate vor
Einsatz für Behinderte, Kranke und Pflegebedürftige ist ehrenwert. Danke dafür!

Für die Lage der Benachteiligten ist es aber eher kontraproduktiv, nur eine "Regierungspartei" quasi als alleinschuldig zu kritisieren. Bekanntlich üben fast alle Parteien irgendwo irgendwie exekutive Macht aus und die sind damit auch alle am sozialen Abstieg beteiligt, der um so schmerzlicher ist, weil es im Rest der Welt sozial eher aufwärts geht.

Weil fast alle Gegner der CDU mehr Wähler verlieren, sollte der Behindertenrat die politische Lage doch etwas vielfältiger, nachhaltiger und vor allem ganzheitlicher analysieren und, ja , sehr gerne zum Vorteil der Benachteiligten.
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Susanne Zellmer
4 monate vor
Die aktuellen Aussagen zu Kürzungen von Leistungen sind von Frau Schröder und Herrn Merz. Daran gibt es nichts zu rütteln!
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1
Dr. Gerhard Stehlik
4 monate vor
Zwei vielfältige, nachhaltige und ganzheitliche Arbeitsfelder für Behindertenräte etc. könnten sein:

Müssen öffentlich-rechtliche Spitzenkräfte Jahresgehälter von 300 000 Euro oder sogar bis zu 700 000 Euro bekommen?

Muss Mehrwertsteuer gedeckelt sein und sollte nicht für ausgesprochene Luxusgüter wie Gold, Diamanten, Jachten, Flieger und sehr vieles mehr ein weitaus höherer Satz gelten. Ich wäre für bis 50 % bis sagen wir mal im extremsten Fall bis maximal 100 %.
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Peter P.
4 monate vor
Der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Christos Pantazis, sieht Einsparpotenzial bei einer Reform des Rettungs- und Notfalldienstes.

SPD-Politiker Pantazis sagte der Zeitung, „alleine die Reform des Rettungsdiensts würde Patientenströme effektiv steuern und könnte bis zu sechs Milliarden Euro pro Jahr einsparen“.

Der Rettungsdienst ist nach meinen Erfahrungen der letzten Jahre das Einzige was noch richtig funktioniert.

Die einseitige Schuldzuweisung zu Parteien greift zu kurz. Krankheit, Behinderung kennt keine Parteien.
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6
W̷i̸n̵s̷t̵o̴n̸
4 monate vor
Wir haben in Deutschland Millionenfache unkontrollierte Flutung in unser Sozialsystem mit Menschen, die nie einbezahlt haben, und nie einbezahlt werden.
Zum Großteil absolut ohne Anspruch.

Diejenigen, die jahrelang einbezahlt haben oder aktuell noch machen, werden immer weiter geschröpft.
Das ist einfach Fakt und jeder weiß es auch, aber das Thema anzusprechen ist Tabu.

Es kann doch nicht sein, dass immer mehr Deutsche sich einschränken müssen, damit Menschen ohne Anspruch es sich gut gehen lassen können.

Wir sind nicht das Sozialamt der Welt und es müssen einfach mehr auf die Barrikaden gehen.
Solange, bis sich etwas ändert!

Zum Wohle des Deutschen Volkes ist der Eid auf den Politiker geschworen haben.
Und es wird in allen Bereichen gegen die Deutschen gehandelt.
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Peter P.
4 monate vor
Absolut richtig. Minister Lauterbach hat die schlechte Arbeit von Spahn fortgeführt. Im MKK hat die SPD die Spitzenpositionen im Gesundheitswesen besetzt. Bei den kommunalen Kliniken ist kein Unterschied zu privaten Kliniken zu erkennen. Seit Pipa ist kein Interesse mehr feststellbar. Das Desinteresse an der Gesundheitspolitik ist bei allen Parteien unverkennbar.

Mitschuld sind allerdings auch die Wähler. Mit ein paar netten Bildern in der Sporthalle läßt sich mehr Aufmerksamkeit generieren als mit Engagement für Klinikausstattung.
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Hätteesgernschönhier
4 monate vor
Finger weg von den Behinderten. Für die Schwachen ist der Sozialstaat gedacht. Konzentriert Euch auf die faulen Säcke, die könnten, aber lieber unseren Sozialstaat missbrauchen. Da muss ausgekehrt werden. Und die, die kein Recht auf Sozialleistungen hätten, würde man nicht Weltenretter spielen. Schluss damit. Und Finger weg von unseren Behinderten.
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D.A.
4 monate vor
Frau Schröder Soll ihren Mund halten (höflich ausgedrückt)
Die CDU soll ihren Mund halten (höflich ausgedrückt)
Diese und andere Politversager sollen ihre Scheiß Arbeit machen wie es sich gehört und vor allem behinderte Menschen in Ruhe lassen!!
Ich kann es langsam nicht mehr hören KEIN GELD DA
aber immer noch Facharbeiter aus Afghanistan her holen WARUM WIRD NICHT ABGESCHOBEN?Millionen von Fachkräften werden von uns durchgeschleift sehr viele für immer! Die ganzen Edelflüchtlinge der Ukraine die sich bald wieder hier einfinden (denn der Urlaub in der Heimat ist vorbei!und der Rubel muss ja weiter rollen)Ich bin überzeugt es wäre Geld in völlig ausreichendem Maße da FÜR UNS UND UNSERE BEHINDERTEN MITBÜRGER DA! Noch einmal
CDU UND FRAU SCHRÖDER machen sie ihren Scheiß Job!
Dann müssen wir auch nicht so viel diskutieren über Sachen die nicht verhandelbar sind!
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1
Uk
4 monate vor
Ob Frau Schröder so en Wahnsinn verbreiten würde, wenn ihr Kind behindert zur Welt gekommen wäre? Behinderten Rechte absprechen zu wollen ist echt Nazi! Ich hoffe, die CDU redet mal eindringlich mit dieser Frau.
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10
Wahrheitsjäger
4 monate vor
Bis der letzte realisiert, dass kein Geld mehr da ist und alles nur auf Schulden basiert…

Bis der letzte realisiert, dass der Regierung das Fußvolk egal ist.

Bis der letzte realisiert, dass es in diesem System nur darum geht das Fußvolk auszubeuten.

Es war nur eine gewisse Zeit nicht eindeutig sichtbar. Wird es aber immer mehr.
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4
Mickey
4 monate vor
Wir sind eines der größten Industrieländer der Welt!
Für die Wirtschaft ist Geld da, die bedankt sich mit Spenden an die CDU....
Für das steuerbefreite Flugbenzin, für die fossilen Brennstoffe geben wir 80 Milliarden Euro jährlich aus.
Die Besteuerung von Superreichen wird von der CDU blockiert. Das würde die Gesellschaft insgesamt entlasten, da dann auch das Geld für die nötigen Investitionen vorhanden wäre.

Und wir sollen an den Randgruppen sparen? Das ergibt nur Peanuts, wird aber ständig durchs Dorf getrieben.

Eine Gesellschaft muss sich daran messen lassen wie sie mit den Schwachen in der Gesellschaft umgeht.
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1
Ex-CDU-Waehler
4 monate vor
Die Behauptung "eines der größten Industrieländer" erledigt sich zur Zeit mit rasender Geschwindigkeit. Welche Superreichen möchten Sie gerne besteuern? Herr Kühne wohnt bereits in der Schweiz. Das bringt weniger Geld als Sie glauben.

In D sind ca 10 % der Bevölkerung schwerbehindert. Das sind ca. 8 Mio. Menschen. Wenn Sie für 8 Mio. Menschen 100 € ausgeben sind das 800 Mio. Euro. Das läßt sich ohne Taschenrechner ausrechnen.

Die Absurdität wird gesteigert, wenn ich Schwerstbehinderte mit Vorsorgeuntersuchungen zusch... kann, wo der gesundheitliche Zustand so fragil ist, daß kein Arztbesuch mehr möglich ist.

Ein großes Hindernis auf dem Weg zu einer effizienten Gesundheitspolitik ist die ständige Vermischung mit der Sozialpolitik. An die Analyse des medizinischen Nutzens tritt die nebulöse Forderung nach sozialem Ausgleich.

Dazu kommt das Störfeuer populistischer Gruppen. Wo über Teilhabe nachgedacht wird, wird plötzlich über Flugbenzin oder fossile Brennstoffe gestritten. Wer treibt hier wen durchs Dorf?

Sachkenntnis, ein paar Grundrechenarten sind bei der Bewertung des Gesundheitswesens nicht von Nachteil.
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Peter P.
4 monate vor
Alles Geld beruht auf Schulden. Ob Münzen, Bargeld, Bankkonten. Jedem Geld liegt eine Erwartungshaltung zugrunde. Auf der anderen Seite stehen die Erfüllungsmöglichkeiten.

Niemand hat das deutlicher gesagt als der Neuzeit-Philosoph: Luke Littler. "Ihr bezahlt für Tickets und ihr bezahlt mein Preisgeld. Danke, dass ihr mich ausbuht."

Wir leben in einer Welt, in der sich drei Städte um eine Olympiabewerbung bemühen, während gleichzeitig überall Krankenhäuser geschlossen werden.

Wir leben in einer Welt, in der für Fußballspieler astronomische Summen bezahlt werden, während in der Pflege das Geld an allen Ecken und Enden fehlt.

Dann wird wieder über monatelange Wartezeiten bei Fachärzten gemotzt.
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Netz des Lebens
4 monate vor
Solange noch Luxusyachten und Privatjets gebaut/betrieben werden, solange einige wenige Menschen dank Abschöpfen anderer Hände Arbeit Milliarden anhäufen dürfen, sind solche Kürzungsdebatten wie von Frau Schröder höchst unangebracht. Die Umverteilung von unten nach oben muss dringend gestoppt werden, dann klappt's auch mit der Menschenwürde.
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Proximo
4 monate vor
Zitat:
Die Umverteilung von unten nach oben muss dringend gestoppt werden...
Die Umverteilung ist nicht einseitig. Sie wird zum einen von der Mittelschicht nach oben vorgenommen, zum anderen von der Mittelschicht nach unten.

Wer die ganze Party ohne die Mittelschicht später bezahlen soll, ist mir allerdings ein Rätsel.
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Pflegealltag
4 monate vor
Im Leserbrief spiegelt sich woran die öffentliche Diskussion mangelt.
Frau Schröder schreibt eine Kolumne, die nur zahlende Welt-Abonnenten lesen können. Noch weniger Leser dürften sich mit der UN-Behindertenrechtskonvention auskennen.

Der Pflegealltag ist viel profaner. Behinderte, Pflegebedürftige werden als Kostenfaktor wahrgenommen. Dafür sorgt die Krankenkasse, wenn nicht die Krankenkasse, dann andere Beteiligte.

Oder wie es eine Oberärztin so schön ausdrückte: Wenn Ihre Mutter noch einen Tag im Krankenhaus bleiben soll, müssen Sie das bezahlen. Abgesehen davon, daß der Tag bitter notwendig gewesen wäre, warte ich auf das Angbot mit Behandlungsvorschlag bis heute.

Ich kenne das Schreiben von Frau Schröder nicht. Soviel ist mir das Abo nicht wert. Ich kenne den Pflegealltag. Leistungskürzungen, -streichungen sind geübte Praxis. Um jede Leistung muß gekämpft werden. Man sollte die Debatte bodenständiger anlegen, statt in die Spähren des Allgemeinen zu entschweben.

Das Vertrauen in Institutionen verlieren Behinderte nicht durch die Lektüre von Artikeln einer Ex-Politikerin. Dazu reicht die Beantragung des Pflegegrades, mitunter auch das Verhalten eines Arztes nach 20-jährigem "Vertrauensverhältnis". Gelle, Herr Dr. H. ;-)
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Dieter
4 monate vor
Im Jahr 2009 hat die Bundesregierung die UN-Behinderten-Rechtskonventionen unterzeichnet, anerkannt und somit auch in das deutsche Grundgesetz aufgenommen. Seither wurden von alle Bundesregierungen nur wenige der Inhalte umgesetzt. Im Bereich des Artikel 27 (Arbeit und Beschäftigung) haben bisher alle Bundesregierungen gegen die Menschenrechte (Behindertenrechte) und gegen das Grundgesetz verstoßen. Wie in einer Bananen-Republik!
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