TPL_VORSPRUNG_SKIP_NAV
Keiler Bier

Steinmeiers Rede zum Irankrieg

Steinmeiers Rede zum Irankrieg

Zur Rede von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zum Iran-Krieg äußert sich VORSPRUNG-Leser Jörg Sternberg in seinem Leserbrief.

"Viel Applaus, auch von ungerufener Seite (AfD), für den Bundespräsidenten, als er anlässlich der 75-Jahrfeier des Auswärtigen Amtes sich zum Krieg gegen den Iran äußerte: 'Dieser Krieg ist nach meinem Dafürhalten völkerrechtswidrig.' Indigniert schwieg dazu der deutsche Außenminister Wadephul, bis er sich abrang, er warte auf eine Stellungnahme der Rechtsberater der US-Regierung. Wie blauäugig muss man sein, um den skrupellosen Erstschlag gegen Teheran des notorischen Rechtsbechers Trump um ein Rechtsgutachten zu bitten.

Auch Merz geht auf Distanz: 'Es braucht jetzt eine Strategie, wie dieser Krieg beendet werden soll.' Und noch schärfer: 'Wir sind ja nicht gefragt worden.' Gegen die Feststellung der Unrechtmäßigkeit dieses Krieges ist nichts einzuwenden, aber eine historische Einordnung in den Kontext der Steimeier-Rede sei erlaubt: 1951 ist das Personal und das Amt des aufgehängten Kriegsverbrechers und NS-Außenministers Ribbentrop (s. Nürnberger Prozess) - er hatte an der massenhaften Ermordung von Sowjetbürgern teilgenommen - fast gänzlich übernommen worden. Der spätere Außenminister Hallstein ist dann vor allem durch seine Doktrin bekannt geworden, die diplomatischen Beziehungen abzubrechen gegenüber Staaten, die die 'Zone', das 'Gebilde' anerkennen. Von den ersten Pfeilern der westdeutschen Außenpolitik, die Zurückgewinnung von Ostgebieten, die Westanbindung und die Isolierung der DDR, hatte man lange nicht ablassen wollen. Erst die SPD mit Brandt und Bahr haben den hochgefährlichen Konfrontationskurs gegen die SU weitgehend aufgelöst durch die Ostverträge. Gut so.

Die Herausforderungen heute, sagt Steinmeier weiter, sind nicht kleiner. Das Verhältnis zu Washington und Moskau erfahre 'einen beispiellosen Bruch', sein Fazit: 'Wir müssen militärisch stärker werden, viel stärker.' Und die Kommissionspräsidentin von der Leyen ergänzt: 'Europa soll eine Großmacht werden.' Keine Rede mehr von Abrüstung durch Verhandlungen, von Stärkung der UNO und einem Wiederaufbau internationaler Einrichtungen und Verträge. Ein Weiterso ist brandgefährlich."

Jörg Sternberg
Hanau

Hinweis der Redaktion: Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe zu kürzen oder nicht zu publizieren. Online eingesandte Leserbriefe werden nicht direkt veröffentlicht, sondern zuerst von der Redaktion geprüft. Leserbriefe sind immer mit dem Namen und der Anschrift des Autors zu versehen und spiegeln die Meinung des oder der Autoren wider. Die E-Mail-Adresse zur Einsendung von Leserbriefen lautet info@vorsprung-online.de.

Kommentare

13
Dr. Gerhard Stehlik
1 monat vor
​Die Linke war schon immer gespalten in eine internationale, die in diesem Leserbrief erkennbar ist, und eine nationale à la Brandt und Bahr. Beide Arten sind in Deutschland kräftiger vertreten als in jedem anderen Land.

Die internationalistische, weltweit aktive Linke dominiert "Weltorganisationen" wie WHO, ILO oder IPCC mit den vielen grün-linken "Klima​-Gläubigen".

Ihre Haupt​-Spielwiese ist das "Völkerrecht", welches Schauspiele veranstaltet ohne Bedeutung für Tyrannen, Diktatoren und diverse "Königreiche", ohne dass dadurch irgendwo Menschenrechtsverletzungen verhindert werden. Sie macht Öffentlichkeitsarbeit mit globalen Themen, die niemand wirklich überprüfen kann, wie Artensterben, Klimakatastrophe, Umweltkatastrophen, Grenzen des Wachstums usw.

Die tatsächlichen Leistungen vor Ort, Luft, Wasser, Boden immer sauberer, Geburtenraten (weltweit) immer höher, individuelles Leben immer länger und schmerzfreier, Sicherheit in jeder Technik immer besser und so weiter, werden von den Global-Ideologen und ihren öffentlichen Auftritten ("Bad news is good news.") zur Vergiftung der Gesellschaft missbraucht.

Für arbeitende Steuerzahler hat das zur Folge, dass die Steuern immer weiter steigen, nur um immer mehr "global-grüne" Bürokraten zu unterhalten. Aktuell ist der Zucker dran!
Gefällt mir 9 Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren | Kommentar melden
14
Graf Arco
1 monat vor
Gute Analyse. Die "Klassenkämpfer" und "Großstadtguerillas" von heute braucht kein Mensch.
Gefällt mir 6 Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren | Kommentar melden
15
W̷i̸n̵s̷t̵o̴n̸
1 monat vor
Der leserbrief ist tatsächlich ziemlich durcheinander, aber egal.

Viel schlimmer finde ich das Zitat, bzw. die aussage von Frau von der Leyen.

Zitat:
Europa soll eine Großmacht werden.
Meint sie damit den Kontinent oder ihre Institution?

Mit einem Starken Verbündetet, der uns Rohstoffe und Energie liefert, und mit dem wir Handel betreiben können, wäre das sicherlich eine gute Idee.
Aber leider grenzen sich ein paar Länder der EU vom Rest der Welt und dem Kontinent Europa ab.
Dabei würden sie so gerne im Weltgeschehen mitspielen, etwas zu melden haben und vielleicht doch etwas Krieg spielen.
Zumindest versuchen sie alles und jeden gegen die EU aufzuhetzen.

Klingt für mich alles nach einem Chiwawa.
Alles und jeden ankläffen und den dicken machen, und wenn jemand zuckt, ist das Vieh weg.
Gefällt mir 10 Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren | Kommentar melden
13
Dr. Gerhard Stehlik
1 monat vor
Dumm-Babbel - Großmacht vielleicht und ohne Marine zum Schutz eigener Öltanker!
Gefällt mir 8 Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren | Kommentar melden
4
Unordnung
1 monat vor
Beim Einordnen ist der Autor etwas durcheinander gekommen. Walter Hallstein war nie Außenminister. Walter Hallstein war Staatssekretär, Außenminister war Konrad Adenauer in Personalunion mit dem Amt des Bundeskanzlers.

Nicht das einzige Durcheinander im Leserbrief

Der verwirrte Leser fragt sich nur, warum Herr Sternberg nicht in die verehrte DDR ausgewandert ist? 40 Jahre Verzicht auf die Errungenschaften des Sozialismus zeigen ihre Wirkung
Gefällt mir 15 Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren | Kommentar melden
12
Korrektor
1 monat vor
Müssen wir uns Sorgen machen, dass in Ihrem Abklingbecken die Brennstäbe zu überhitzen drohen?

1. Es handelt sich nicht um einen "skrupellosen Erstschlag", sondern um den scheinbar nicht besonders gut koordinierten Versuch, das Mullah-Regime zu neutralisieren. Ein Regime, das seit Jahrzehnten islamischen Terror nicht nur im Nahen und Mittleren Osten verbreitet, u.a. über seine Proxies Hamas, Hisbollah & Co, das der eigenen Bevölkerung, v.a. Frauen und Oppositionellen, grundlegende Menschenrechte vorenthält, und das bis nach Europa hinein unsere Gesellschaft zu destabilisieren und zu islamisieren versucht -beispielsweise durch Kollaborateure wie Linke, Ökos und pensionierte sozialistische Politkommissare.

2. Müßte jedem vernunftbegabtem Betrachter mit einem Mindestmaß an politischer und geschichtlicher Bildung klar sein, dass man die Ostpolitik Brandts und Bahrs nicht nur vor dem Hintergrund der damals initiierten Öl- und Erdgasdeals, die Deutschland zu großen Teilen von Russland abhängig gemacht haben, naiv als "gut so" bezeichnen kann.

3. Es ist höchste Zeit, dass auch Sie endlich einen positiven Beitrag für Ihr Vaterland leisten. Melden Sie sich zum freiwilligen Dienst an der Waffe oder zur Unterstützung der Bundeswehr auf anderem Wege.
Gefällt mir 15 Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren | Kommentar melden
Zeig dein Herz und spendiere der Redaktion einen Kaffee! Jede Unterstützung hilft uns, weiterhin unabhängig aus der Region zu berichten.
☕ Kaffee spendieren
Artikel teilen: Teilen Tweeten Teilen
Ihnen ist etwas Interessantes aufgefallen im Main-Kinzig-Kreis? Schreiben Sie uns an info@vorsprung-online.de
Interkulturelle Wochen im Main-Kinzig-Kreis