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Wahrzeichen von Udenhain verschwindet ohne Bekanntmachung

Wahrzeichen von Udenhain verschwindet ohne Bekanntmachung

Zur Fällung der Gerichtslinde im Brachttaler Ortsteil Udenhain äußert sich VORSPRUNG-Leser Uwe Ruhl in diesem Leserbrief.

"In unmittelbarer Nähe der nahezu 600 Jahre alten Martinskirche in Udenhain befindet sich die unter Naturschutz stehende etwa 370 Jahre alte Gerichtslinde, unter der schon vor hunderten von Jahren Gericht gehalten und Urteile gesprochen wurden.

Diese geschichtsträchtige Linde wurde im Jahre 2002 von Unbekannten in dem Hohlraum innerhalb Stammes (Umfang ca. 7,50 m) in Brand gesteckt. Im Jahre 2010 musste sie um ca. 1/3 ihrer Höhe gekürzt werden, da sie zusammenbrechen drohte. Weitere Kürzungen und Entlastungen des Stammes fanden in den Jahren 2016 und 2018 sowie im Jahr 2023 und 2024 statt. Doch diese Eingriffe und der Zahn der Zeit schwächten den Baum immer mehr. Und so kam es, dass er nicht mehr länger erhalten werden konnte. Am Freitag, 6. März 2026, ist nun dieses Wahrzeichen den Sicherheitsauflagen von Kreis und Kirche zum Opfer gefallen. Soweit so gut, weil es unabdingbar war.

Was dabei jedoch unverständlich ist, warum wird die Fällung in der Brutschutzzeit vorgenommen, wo nur bei Gefahr in Verzug gefällt werden darf? Das war in diesem Fall nicht gegeben. Schließlich ist der Baum schon sehr lange krank, wie bekannt ist und in einer erlaubten Zeit gefällt werden konnte. Weiterhin ist unerklärlich, warum erst zwei Tage vor der Fällung über Facebook bekannt wurde, dass am Freitag der Baum gefällt würde. Und zu guter Letzt, warum wurde die Gemeindeverwaltung erst am Nachmittag vor der Fällung informiert und nicht schon länger davor?

Bei der Baumfällung geht es schließlich nicht um irgendeinen Baum, es geht um das Wahrzeichen von der Kirche und Udenhain! Nachdem nun das Gemeindehaus der Kirche als Gastronomie verpachtet wurde, ist dies der zweite Fauxpas der Kirche in unserem Ort. So muss man sich nicht wundern, dass die Bevölkerung kein Interesse mehr an der Kirche hat und austritt, wenn sie bei solchen Maßnahmen nicht informiert wird. Umgekehrt ist der Kirche die Bevölkerung auch egal und spielt ihr eigenes Spiel."

gerichtslindeudenhain az

Uwe Ruhl
Brachttal

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Kommentare

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Meike
2 monate vor
Guten Morgen liebe Leser,
erstmal zum vorigen Kommentar. Die Gemeindeverwaltung hat mit der Fällung nichts zu tun, sie war nur für die Straßensperrung zuständig. Für die Fällung ist der MKK zuständig, die Kirche und die Gemeinde haben keinen Einfluss darauf.
Die Kirche wurde auch erst kurzfristig davon informiert.
Und wie können sie denn, Herr Ruhl, beurteilen ob Gefahr in Verzug war oder nicht.
Der Baum hat sich innerhalb der letzten Monate deutlich sichtbar Richtung Kirche geneigt, so das es mit bloßem Auge zu sehen war.
Dies war keine leichtfertige Entscheidung, sondern eine dringend notwendige Maßnahme um die Kirche zu schützen und alle die sie besuchen oder dort arbeiten.
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Stefan
2 monate vor
Warum wird auf die Kirche geschimpft?

Diese Fällung wurde doch von der Gemeindeverwaltung veranlasst.
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