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Keiler Bier

Zu 100 Tagen Leo XIV: Papst-Besuch im Gaza-Streifen?

Zu 100 Tagen Leo XIV: Papst-Besuch im Gaza-Streifen?

Zur aktuellen Situation im Gaza-Streifen äußert sich VORSPRUNG-Leser Aloys Lenz in seinem Leserbrief.

Keiler Bier

"Der bisher überzeugendste Friedensimpuls angesichts des brutalen unmenschlichen Krieges zwischen der Hamas und der israelischen Regierung, ein ungewöhnliches Signal hin zu einer hoffnungsvollen friedlichen Wende kommt nicht von irgendeinem Staatsoberhaupt oder Regierungschef, von keinem professionellen Polit-Institut oder hochbezahlten wissenschaftlichen Profis oder gar aus dem Heer der Diplomaten und unzähliger Ministerialbeamten, sondern völlig unerwartet von einer Pop-Sängerin. Und ihr Vorschlag ist einfach genial!

Der Papst nicht als Oberhaupt seines Mini-Staates, sondern als Repräsentant einer friedvollen Religionsgemeinschaft von weit über einer Milliarde Gläubigen, vor allem aber als Verkörperung von 2000 Jahren kontinuierlicher Kirchengeschichte darf sich ein ungewöhnliches diplomatisches Vorgehen erlauben: auf sein Drängen hin in den Trümmerfeldern von Gaza zu erscheinen!

Mit seiner Präsenz und seinem Friedensappell inmitten hungernder, kranker und obdachloser palästinensischer Kinder würde Leo XIV authentisch wirken. Hier wäre sein Gebetsaufruf überzeugender, und von hier aus könnte er als weltweit anerkannte Friedensinstanz wirkungsvoller Einfluss nehmen auf das kriegerische Wüten beider Seiten. Die westliche Welt muss dankbar sein für den Appell von Madonna an den Papst, sich auf die Reise zu machen nach Jerusalem und in den Gaza-Streifen. Der Papst sollte alle diplomatischen Vorurteile und administrative Bedenken gegen eine solche ungewöhnliche Reise fallen lassen und dem Aufruf von Madonna folgen. Dies könnte zu einem bislang ungewöhnlichen Beginn von Verhandlungen zwischen ihm als Vermittler und Netanjahu und einer Hamas-Delegation führen.

Nach dem einzigartigen Vorschlag sollte jetzt die geniale konkrete Tat folgen. Und ich gehe noch einen Schritt weiter und übertrage diesen Traum auf ein weiteres Kriegsgeschehen. Wenn der Papst mit seinem Papa-Mobil auch auf dem Roten Platz in Moskau erscheinen würde, hätte dies in dem aktuell zweiten brutalsten kriegerischen Konflikt möglicherweise den gleichen Effekt. Er müsste nur viele diplomatische Vorbehalte und Hindernisse einfach übergehen und selbstbewusst als anerkannter Friedensvermittler auftreten. Auf dem Roten Platz vom Lenin-Denkmal aus ein Gebetsappell an die Welt zu richten, wäre ungemein wirkungsvoller und überzeugender als von den Papstgemächern aus auf den Petersplatz. Und es könnte vielleicht zwangsläufig zu einem Gespräch mit dem gegenwärtigen Stalin-Epigonen führen. Dies wäre ein sinnvoller erster greifbarer Schritt für den Weltfrieden.

Für mich war Madonna bisher eine Pop-Sänger-Ikone, eine provokante Feministin, von der ich bisweilen nur einige biografische Notizen in den Lesezirkel- Illustrierten im Zahnarzt-Wartezimmer aufschnappte. Aber seit ihrem Aufruf an den Papst habe ich große Hochachtung vor ihr."

Aloys Lenz
Großkrotzenburg

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Kommentare

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Hätteesgernschönhier
10 monate vor
Tut mir leid, ich möchte sie nicht beleidigen. Aber die Gedankengänge zeigen nur, wie wenig man in Europa von den Zusammenhängen versteht und wie naiv man in Europa ist.
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Balduin
10 monate vor
Großartig. Der Papst als Verkörperung von 2000 Jahren Kirchengeschichte macht eine Pilgerreise an den Stationen der Kreuzfahrer.
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Ruffty
10 monate vor
Der Historiker und Publizist Peter Milger hat in dem Zusammenhang übrigens aufgedeckt daß Papst Urban II seinerzeit die Kreuzzüge aus einem recht pragmatischen Grund initiiert hat: Um die kriegerischen Aggressionen des ständig einander befehdenden Adels nach außen zu lenken, außerhalb des christlichen Abendlandes.
Heute importieren wir die kriegerischen Aggressionen des Orients hier bei uns und zahlen dafür auch noch. Ist das nicht eine großartige Form von Wiedergutmachung- 800 Jahre danach ?
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Petra G.
10 monate vor
Super! Wenn er in Moskau auftaucht,wird er bestimmt gleich verhaftet.Ich kann mir nicht vorstellen,dass irgendetwas in diesen Betonköpfen ankommt vom Friedensappell.Solange die Orthodoxen das Sagen haben bei Putin und ihn noch ermuntern so weiterzumachen,hat alles andere eh keine Chance.Was Gaza betrifft,würde es den Menschen bestimmt Hoffnung bringen den Papst zu sehen.
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D.A.
10 monate vor
Sehr geehrter Herr Lenz
Bei ihrer Aufzählung der möglichen Orte wo ein Friedensstifter wie der Heilige Vater erscheinen soll haben sie die Ukraine völlig vergessen vermutlich aus Versehen. Nichtsdestotrotz es wäre eine sehr gute Möglichkeit sich zu positionieren ( klasse Idee ) aber die Kirche schaut Jahrelang zu! Ich fürchte es wird auch so bleibend! Leider
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